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WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS

film-zeit Film: WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS
Regie Dany Boon
Kinostart 30.10.2008

Inhaltsangabe

Der Postbeamte und Südfranzose Philippe Abrams wird unfreiwillig versetzt - zu den Sch'tis, wie die Nordlichter wegen ihres Dialekts genannt werden. Zwei Welten prallen aufeinander! Schnell merkt Philippe, dass er den Sch'ti-Dialekt zwar nicht versteht, die Menschen aber unwahrscheinlich herzlich sind. Allen voran der Postbote Antoine, der bald sein bester Freund wird.

Dazu bereitet ihm seine Frau Julie an den freien Wochenenden im Süden den Himmel auf Erden, und er ist im angeblich barbarischen Norden so glücklich wie noch nie. Alles läuft bestens - bis Julie eines Tages beschließt, Philippe vor Ort beizustehen. Der sieht sich nun gezwungen, Antoine und dem Rest seiner Mitarbeiter zu gestehen, dass er sie seiner Frau als unzivilisierte Horde beschrieben hat. Er muss sich schnell etwas einfallen lassen ...

Pressespiegel

30. Oktober 2008 | 

Eigentlich funktioniert der Film laut Ekkehard Knörer gar nicht. WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS "von einem komödiantischen Meisterwerk freilich weit entfernt. Dramaturgisch unrund, im Witzniveau uneben, nimmt der Film viel zu langwierig Anlauf, hängt zwischendrin immer wieder durch und ist überhaupt nur einmal so richtig komisch. ... Die Vorurteile, um deren Überwindung es geht, hat man schnell kapiert, der Rest ist lockeres Dahinsurfen auf wenig spezifischen Klischees, wie sie zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Landesteilen andernorts so oder so ähnlich auch existieren. Als für die Verhältnisse dieses Gewerbes erstaunlich anstellig erweist sich dabei die deutsche Synchronisation."

30. Oktober 2008 | 

Humor lässt sich bekanntlich nur schwer exportieren, meint Christiane Peitz und gibt den Sprichwort recht. "Der WitzTransfer lässt sich zwar leicht bewerkstelligen – für die deutsche Variante müsste man bloß einen Bayern zu den Fischköppen nach Friesland schicken. Aber in der Synchronfassung geht der Dialektsprachwitz bald flöten, wenn alle S- und Z-Laute mit vernuschelten Schs vertauscht werden, es also "Busch" statt "Bus" heißt oder "schisser" statt "sicher" ... So taugt WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS als Exportgut weniger für Lachsalven als zur Charme-Offensive."

30. Oktober 2008 | 

Katja Lüthge entdeckt, was dem Regisseur gelungen ist: "Eine hübsche Geschichte voller bestätigter Klischees, und die nicht unbedingt attraktiven Protagonisten - mal abgesehen von der Dorfschönen (Anne Marivin) - gewinnen dabei die Herzen der Zuschauer. Natürlich kann man WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS vorwerfen, alle drängenden Probleme wirtschaftlicher Verworfenheit wegzulieben und unter einer Schicht putzig-infantilen Humors zu vergraben. Aber wer, außer zu Hauf nach Norden strömender Franzosen, erwartet von einem amüsanten Comic-Film schon die Abbildung realer Verhältnisse?"

30. Oktober 2008 | 

Für Matthias Heine funktioniert die deutsche Synchronisation. "Die Synchronregisseurin Beate Klöckner hat einen deutschen Kunstdialekt erfunden, der vor allem von Christoph Maria Herbst wunderbar natürlich interpretiert wird. Herbst ist der Synchronsprecher des in Frankreich ziemlich bekannten Komikers Dany Boon, der bei den SCH'TIS nicht nur Regie führte, sondern auch den Briefträger Antoine spielt. Dieser Untergebene lehrt den Post-Bonzen Philippe, den Norden zu lieben. Es ist das klassische Komödienklischee der Gegensätze, die sich anziehen."

30. Oktober 2008 | 

Matthias Heine verrät die Synchron-Regisseurin Beate Klöckner, dass sie die Sprache neu erfinden musste.

30. Oktober 2008 | 

Auf den ersten Blick lässt sich für Tilman Vogt nicht begreifen, warum gerade dieser Film in Frankreich mehr als 20 Millionen Menschen ins Kino gelockt hat. "WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS bietet Volkstheater für eine Gesellschaft unter Modernisierungsdruck. Der Film spielt auf einem Postamt und alle Freunde von Philippe sind jene Staatsbeamten, die seit dem Amtsantritt Sarkozys zu leiden haben unter Vorwürfen der Privilegierung und Verkrustung sowie unter Stellenabbau. Bei den SCH'TIS aber kann man sehen, warum Privilegien und hohe Zahl eine Berechtigung haben: Gerade weil die Beamten einen betulichen Rhythmus pflegen, sind sie menschlich und anständig."

30. Oktober 2008 | 

Ralf Klingsieck berichtet aus Frankreich, was sich in der Kleinstadt Bergues alles verändert hat.

29. Oktober 2008 | 

Für Gerhard Midding ist der Film ein Paradox, ein Blockbuster, der die Idee des Blockbusters in Frage stellt. "Tatsächlich gebricht es ihm geradezu an allem Außergewöhnlichen. Er kann weder mit atemraubenden Schauwerten und Spezialeffekten noch mit großen Stars prunken. Weder sein dramaturgischer Zuschnitt noch seine Inszenierung unterscheiden ihn von handelsüblicher Komödienkost; allenfalls das Cinemascope-Format erinnert daran, dass dies kein Fernsehfilm ist. Allerdings gehorcht er einer unfehlbaren Formel, dem Fisch-auf-dem Trockenen-Prinzip. Er schlägt komödiantische Funken aus dem Moment des Kulturschocks und arbeitet munter an der Überlistung der Vorurteile."

29. Oktober 2008 | 

Susan Vahabzadeh ist erstaunt: Keine Action. Keine Effekte. Keine Erotik. Nicht mal Stars und doch ist der Film der erfolgreichste aller Zeiten in Frankreich. "Man tut dem Film keinen Gefallen, wenn man ihn mit soziologischen Interpretationen überfrachtet. WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS ist vor ein Unterhaltungsfilm und nicht gemacht, um bierernst genommen zu werden - man müsste sonst fragen, ob der eine oder andere Scherz nicht doch frauenfeindlich ist oder homophob. Aber so etwas wie der Erfolg der SCH'TIS kommt dann doch immer nur zustande, wenn ein kollektives Gefühl, eine Sehnsucht, die alle verspüren, zum Tragen kommt."

29. Oktober 2008 | 

Franziska Brüning unterhält sich mit dem Regisseur Dany Boon, der mit dem Provinz-Blockbuster WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS den erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten gedreht hat.

15. Oktober 2008 | 

Wenig subtilen Humor hat Jens Hinrichsen ausgemacht. Abgesehen von "Klischees, die durch Drehbuch-Plattitüden keineswegs witziger werden, beweist Boon ein glückliches Händchen bei der Besetzung. Er selbst kreiert den verliebten Provinzler und Hobbyglöckner Antoine mit Sympathie und Schalk. Line Renaud brilliert als Antoines argusäugige Mutter, die ihrem Sohn die Wiederannäherung an die Exfreundin und Kollegin Annabelle (sprühend: Anne Marivin) erschwert. Kad Merad schließlich punktet als "Fremdenlegionär" Philippe schon in seiner ersten Slapstick-Szene, in der er als Schein-Invalide mit Versetzungswunsch Riviera an einem klappbaren Rollstuhl scheitert."

12. Oktober 2008 | 

Birte Lüdeking hat etwas mehr erwartet. "Viel mehr als dieses absehbare, wiederholte Entlarven von Vorurteilen bietet er als Komödie nicht, und das ist auf Dauer so abwechslungsreich und erheiternd wie eineinhalb Stunden Briefmarkenlecken. ... Als infantiles Buddy-Movie mit zwei stimmig besetzten, sich gut ergänzenden Hauptdarstellern funktioniert WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS noch am besten. Den enormen Erfolg von Boons formelhafter Volkskomödie, von der Will Smith bereits das US-Remake planen soll, erklärt das aber kaum."

02. Oktober 2008 | 

Margret Köhler ist begeistert. Filmemacher "Boon, der auch den gutmütigen Antoine mimt, schlägt in dieser aufgekratzten Kapriole eine humoristische Volte nach der anderen, selbst im Suff sind die Buddies noch sympathisch. Zwar ergibt die französische Version mehr Sinn, weil sie mit existierenden Ressentiments und Stereotypen locker spielt, aber die deutsche Fassung mit ihrer formidablen Kunstsprache transportiert das Original optimal (Dany Boon wird von Christoph Maria Herbst gesprochen, Kad Merad von Michael Lott). Und versiert rast diese göttliche Komödie immer haarschauf am Klamauk vorbei."

02. Oktober 2008 | 

Peter Gutting ist begeistert. "Das alles wird inszeniert wie ein Lied, dessen Strophen von Mal zu Mal an Fahrt gewinnen. Und weil die hervorragend aufgelegte Schauspielertruppe die Pointen so treffsicher setzt, merkt man kaum, wie sehr einem die Charakterköpfe aus dem Norden ans Herz wachsen – samt ihren eigenartigen Sitten und Gebräuchen."

01. Oktober 2008 | 

Michael Meyns kann die Kritik, der Film propagiere ein allzu einfältige Moral , nicht ganz von der Hand weisen. Die Kritik "wäre allerdings wohl weniger heftig ausgefallen, wenn der Film nicht so ein enormer Erfolg und damit ein kulturelles Ereignis geworden wäre. Letztlich ist WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS eine hübsche, unspektakuläre Komödie, die sich schlichten Konflikten und Auflösungen bedient und einige originelle Einfälle hat. Nicht mehr und nicht weniger."

01. Oktober 2008 | 

Der Film ist routiniert geschrieben und inszeniert und obendrein sehr vergnüglich. Als kleine tiefsinnige Zugabe zeigt er auch, was Vorurteile wert sind, nämlich gar nichts, meint Thomas Engel.

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