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SCHLAFFE 90ER: DIE ACTIONHELDEN IN DER KRISE

SCHLAFFE 90ER: DIE ACTIONHELDEN IN DER KRISE Thema
Autor Ines Walk, 10.01.2010

Was waren das für Männer

Krisen-Auslöser I - Die Frauen

Krisen-Auslöser II - Das Körperbild

Krisen-Auslöser III - Die Technik

Zwar wollten Millionen Männer wie ihre Actionhelden aussehen, liefen in die Fitness-Studios und pumpten ihre Muskeln auf, aber letztlich waren die hypermaskulinen Körper der Actionhelden unerreichbar. Totale Identifikation mit den Leinwandfiguren war schwer, denn sie mussten unendliche Folterschmerzen über sich ergehen lassen, ihr Körper wurde geschunden, gequält und verletzt. Soviel Qual hält kein Normalsterblicher aus. Aber das Action Genre ist bekannt für seinen Höchstleistungsansprung: Höher, weiter, größer ist eine seiner Maxime. Der menschlich-organische Körper stößt aber an seine Leistungsgrenzen und so spielt, um der Maxime gerecht zu werden, die Special Effect-Abteilung eine immer größere Rolle. Hier wird alles aufgefahren, was sich aktuell an Geschwindigkeitsrausch, Explosionswahn oder Materialschlacht aufbieten lässt.

Aber selbst der Körper eines Actionhelden kann da nicht mehr mithalten und so verschmilzt er mit der Technik, um alles zu können. Der TERMINATOR (1984) ist das Paradebeispiel für die Verbindung von Mensch und Maschine. Er ist unzerstörbar und gnadenlos, zugleich intelligent und lernfähig. Hoch entwickelt als T-1000 kann er verschiedene Formen annehmen, löst sogar die Geschlechterdifferenz auf. In ROBOCOP (1987) wird ein ermordeter Polizist zu künstlichem Leben erweckt und jagt als Synthese von Mensch und Roboter seinen Mörder. Letztlich ist auch Jason Bourne (Matt Damon) in der BOURNE-Reihe eine Maschine. Er ist zum perfekt gedrillten Kampfroboter ausgebildet, der auf Knopfdruck morden würde, wenn er sich nicht durch eine Fehlfunktion aus dem System ausgeklinkt hätte. Durch diese Konstruktion ist es möglich, ihn zum Alleskönner zu stilisieren. Hier gibt es wieder eine Ein-Mann-Guerilla, die unbeirrbar alle Probleme lösen kann und ihren Körper den größten Strapazen aussetzt.

Körper-Vehikel werden immer wichtiger, um dem Genre das zu geben, was es braucht. So schützen Anzüge den menschlichen Körper und sind gleichzeitig für effektvolle Problemlösungen prädestiniert (G.I. JOE - GEHEIMAUFTRAG COBRA (G.I. JOE - GEHEIMAUFTRAG COBRA Trailer), IRON MAN (IRON MAN Trailer)). Andere Protagonisten verfügen über besondere körperliche oder mentale Fähigkeiten, um den Action-Kick zu gewährleisten (JUMPER (JUMPER Trailer)). Eine ganze Lawine von Superhelden a la Superman, Spiderman, Batman, Wolverine, Iron Man, X-Men und Watchmen rast auf uns zu. Sie kennen keine Grenzen für den Körper und geben dem Actiongenre wieder das, was es braucht. Mit ihnen zieht auch wieder Menschlichkeit ins Genre ein, denn die Superhelden der heutigen Tage leiden an menschlichen Gefühlen wie Liebestaumel, Depressionen oder Überschätzung.

In neueren Actionfilmen verschwinden die menschlichen Körper gänzlich. Die Menschen sind nur noch Beiwerk, um dabei zuzuschauen, wie gigantische Autobots gegen bösartige Decepticons kämpfen (TRANSFORMERS (TRANSFORMERS Trailer)). Es geht nur noch um Autos, um Waffen, um High-Tech und der Mensch steht klein und verloren in der Ecke, ist überaus nichts sagend, verkommt zum puren Statisten, wird von all den Maschinen und der effektvollen, bombastischen und bildgewaltigen Zerstörungsorgie an die Wand gespielt.

Krisen-Auslöser IV - Die Ironie

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