Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR.

IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR. Thema
Autor Tiziana Zugaro, 10.01.2010

Irony Man

Extrem intensiv, extrem manieriert

Der New York Faktor

Queer Style oder: Das Spiel mit unseren Erwartungen

Säufer, Junkie, eitler Pfau am Abgrund

Their eyes are always watching you - der zwanghafte Performer

Dunkle Seiten eines extremen Grenzgängers

Tropic Thunder: So was kann sich auch nur Downey leisten

Plakativ nach außen gekehrt sind die Identitätsfragen in TROPIC THUNDER (TROPIC THUNDER Trailer), Ben Stillers hyperschrill überdrehter Platoon-Schauspieler-Groteske aus dem Jahr 2008. Hier tritt Robert Downey jr. in Blackface auf - und zwar als 6-facher Oscar-Gewinner und Method Actor Kirk Lazarus, der sich die Haut schwarz pigmentieren lässt, um die Rolle des Vietnam-Kämpfers Sgt. Osiris spielen zu können, und dann fast nicht mehr den Ausgang aus seiner Rolle findet. Mit tiefer Bassstimme und schwarzer Haut ausgestattet zerlegt Robert Downey jr. hier geradezu genüsslich all jene Tabus, die die political correctness aus gutem Grund um das Thema Blackface herum aufgebaut hat - und zwar, indem er den inhärenten Rassismus seiner Figur offensiv in sein Spiel mit aufnimmt.

Dabei hilft natürlich zum einen das Drehbuch, zum anderen der schwarze Komödiant Brandon T. Jackson als Korrektiv, der einen "echten" schwarzen Schauspieler namens Alpa Chino spielt, und genau das Unbehagen an der Figur von Lazarus thematisiert, das der Film nun mal nicht unter den Teppich kehren kann. Einhellige Meinung in Kritikerkreisen: So was kann sich auch nur Robert Downey jr. leisten. Das Entscheidende hier ist. Es geht gar nicht um die Racism-Blackface-Frage. Die ist sozusagen nur die Oberfläche - der Kern ist die Verarschung des Method Acting. Die Message ist: Ich bin Robert Downey jr., der so tut, als sei er ein Method Actor, der so tut als sei er ein brother. And ain't it fuckin' hilarious?

Nachdem ganz ausführlich gezeigt worden ist, was Robert Downey jr. alles besonders gut und viel besser als andere kann, stellt sich bei abschließender Betrachtung jedoch auch die Frage, wo Robert Downey jr.s Art des Spiels an seine Grenzen kommt. Feine Nuancen introvertierter Figuren, kleine innere Dramen sind mit Sicherheit nicht seine Stärke. Robert Downey jr. braucht die sichtbare, kraftvolle Reibung seiner Figuren an den Widrigkeiten einer lauten und lärmenden Welt, und sich als virtuoser Master of Ceremony nach vorne schieben zu können. Seine Energie muss von außen angestoßen werden. Er braucht den Widerstand, um sie voll entfalten zu können. Und er braucht ein hohes Maß extrovertierter und äußerst sichtbarer Energie seiner Figuren, um die Doppelbödigkeit du Raffiniertheit seines Aus- und nach-außen-Agierens voll ausspielen zu können.

Insofern ist Robert Downey jr. eben nicht nur ein auf den New Yorker Energiepegel eingestellter Schauspieler, sondern in gewisser Weise auch einfach ein sehr amerikanischer Schauspieler: hier spielen die Filme mit ihren Muskeln, hier zeigen sie, was sie zu bieten haben und laden die Figuren großzügig ein, sich auf ihr Actionlevel aufzuschwingen und virtuos damit zu spielen. Ganz genau so eben, wie Robert Downey jr. es auf ganz hinreißende und schlaue Weise zu tun versteht.

Aktueller Stand der Datenbank:
16761 Filme,
65807 Personen,
3305 Trailer,
868 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,46401