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IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR.

IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR. Thema
Autor Tiziana Zugaro, 10.01.2010

Irony Man

Extrem intensiv, extrem manieriert

Es ist klar, dass fast jeder Schauspieler, der etwas auf sich hält, seiner Rolle einen Subtext mit auf den Weg gibt; ein unausgesprochenes Etwas, das in besonderen Momenten durchscheint, und die Figur erst interessant macht. Aber kein anderer Schauspieler seiner Generation treibt dieses Sichtbarmachen der verschiedenen Tiefenschichten einer Figur so auf die Spitze wie Robert Downey jr. Keiner vermittelt dabei diese Spannung, diese Intensität und gleichzeitig diese Leichtigkeit, mit der er in Sekundenschnelle die innere Peilung wechselt und damit unsere Aufmerksamkeit in eine andere Richtung lenkt. Und keiner - und das ist sicher die entscheidende Stilfrage - kleidet dieses Spiel mit den Grenzen der Identität in diese unverwechselbare ironische Eleganz, die oftmals nur durch ein Zucken im Mundwinkel oder ein boshaftes Aufflackern in den Augen ihre volle Wirkung entfaltet und uns vom Kinosessel haut. Man kann das virtuose Spiel Robert Downey jr.s mit der Grenze zwischen Oberfläche und "Darunter" eines Charakters als den Schlüssel für die besondere Wirkung begreifen, die er auf den Zuschauer hat: Robert Downey jr. ist ein Magnet, sobald er auf der Leinwand erscheint.

Exzentrisch, extrem intensiv, extrem unberechenbar und extrem manieriert: Das ist der erste Eindruck, den Robert Downey jr. in seinen besten Rollen vermittelt. Dass da aber mehr ist als Extrem-Acting merkt man schon auf den zweiten Blick - das sind allesamt Figuren, die fast zerrissen werden von der Anspannung, ihre Show am Laufen zu halten, und der Anstrengung, diese Anspannung mit cooler Lässigkeit zu kaschieren. Die umso extrovertierter agieren, je mehr sie sich zugleich in ihre tiefer liegenden Schichten wühlen; in denen eine seltsame Mischung aus Abgeklärtheit, Wut und Verletzlichkeit vor sich hin brodelt.

Robert Downey jr.s Figuren sind extrem nach außen gekehrt. Sie sind kommunikativ, Mittlerfiguren, Menschen, die ständig dabei sind, die Grenzen zu den Menschen um sich herum aufzulösen. Mehr als einmal spielt Robert Downey jr. einen Journalisten - also jemanden, der tagtäglich Geschichten in sich aufsaugt und sie kontinuierlich wieder ausspucken muss. Der Grenzen durchbricht, in dem er fremden Menschen und Orten Geschichten entlockt und sie wiederum anderen Menschen aufzwingt. Journalisten spielt Robert Downey jr. etwa als Wayne Gale in Oliver Stones NATURAL BORN KILLERS (1994), als Joe Wershba in George Clooneys GOOD NIGHT AND GOOD LUCK (2005) und natürlich als Paul Avery in David Finchers ZODIAC (ZODIAC Trailer) (2007).

Allein durch seinen Stil ist Robert Downey jr. ein Schauspieler mit besonderer Wirkung, ein Hingucker, einer, der seinen Rollen immer einen besonderen Dreh gibt. Das steht für sich, das ist zu spüren, auch wenn man vorher noch nie etwas von Robert Downey jr. gehört oder gesehen hat. Abgesehen davon lohnt sich es aber, einen Blick auf den Mythos Robert Downey jr. zu werfen - denn daraus speist sich zum einen ein Teil unserer Wahrnehmung seiner Figur auf der Leinwand. Und zum anderen bezieht sich Robert Downey jr. in der Interpretation seiner Rollen - und damit auch in deren Tiefenwirkung - immer wieder auf das Image, das er von sich als Celebrity in die Welt gesetzt hat.

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