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IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR.

IRONY MAN: ROBERT DOWNEY JR. Thema
Autor Tiziana Zugaro, 10.01.2010

Irony Man

"I know who I am. I'm the dude playing the dude disguised as another dude."
Robert Downey jr. as Kirk Lazarus in TROPIC THUNDER (TROPIC THUNDER Trailer)

Der Kerl, der den Kerl spielt, der vorgibt, ein anderer zu sein. Das ist Robert Downey jr.'s Spiel vor der Kamera. Exemplarisch führt er es in einer Szene ganz zu Anfang der Film-Noir-Persiflage KISS, KISS, BANG, BANG vor: Da stolpert Robert Downey jr. als New Yorker Kleinkrimineller Harry Lockhart auf der Flucht vor der Polizei in ein Rollenvorsprechen für einen Film - und muss alles geben, um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen. Bevor er überhaupt kapiert, wo er gelandet ist, wird ihm ein Skript in die Hand gedrückt, und los geht's. In dem Stück geht es um Schuld und Sühne, irgendwann kommt der Satz "Ich wollte nicht, dass er stirbt" im Text vor - und das ist der Auslöser für den großen Robert Downey jr.-Moment in dieser Szene.

Minuten zuvor ist Harrys Komplize bei einem extrem schief gelaufenen Einbruch erschossen worden; und so geht Harry - quasi auf ein Fingerschnippen hin - völlig auf in der Grenzregion zwischen dem eben Erlebten, der absurden Situation, in der er sich bei diesem Rollenvorspiel befindet, und dem Filmskript selbst: In seinem Spiel - erst versteinerte Miene, dann die schiere Verzweiflung in seinen Augen, dann ein exzessiver Gefühlsausbruch - präsentiert er die ganz Bandbreite des Method Acting sozusagen auf dem Tablett; und beeindruckt die Jury nachhaltig durch eine fein abgestimmte Mischung aus intensivem Schmerz und instinktiver Zurückhaltung (schließlich muss Harry als gejagter Einbrecher immer noch auf der Hut sein).

Robert Downey jr.s Spiel hat dabei etwas extrem Performatives, jede Gefühlsregung und alles, was darunter verborgen scheint, wird uns direkt vermittelt. Es ist, als mache Robert Downey jr. durch sein Spiel auf sein Spiel aufmerksam. Aber eben nicht wie ein schlechter Schauspieler dies unfreiwillig tut, und wie es ja oft genug geschieht, sondern geschickt kalkuliert, fein dosiert - und gewürzt mit dem genau richtigen Maß an Ironie. Robert Downey jr. ist ein virtuoser Meister des Spiels mit den Grenzen zwischen den Realitäts- und Identitätsebenen seiner Figur. Als Zuschauer freut man sich an der slapstickhaften Übertreibung, genießt die Eleganz der ironischen Ausführung und ist zugleich berührt von der Intensität der Gefühle, die dabei durch brechen.

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