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ZUR GESCHICHTE DES BRITISCHEN KINOS

ZUR GESCHICHTE DES BRITISCHEN KINOS Thema
Autor Finn Ballard, 24.10.2009

Was ist britisches und irisches Kino?

Die frühen Jahre: 1889 - 1928

Tonfilm und Konjunkturschwankungen: 1929-1938

Erster nicht-amerikanischer Film gewinnt den Oscar für den Besten Film

Spionage, Sex und Sozialer Realismus: 1961 - 1969

Rezession und Auswirkungen des Fernsehens: 1970 - 1979

Die Krisenjahre: 1980 - 1989

Die Renaissance: 1990 - 1999

Große Budgets und internationaler Erfolg

Nachdem Neil Jordans THE CRYING GAME (1992) bei den British Academy Awards 1993 den erstmals verliehenen Alexander Korda Award in der Rubrik bester britischer Film gewonnen hatte, konnte Neil Jordan bei seiner biographischen Erzählung MICHAEL COLLINS (1996) über ein Budget von 60 Millionen Dollar verfügen. Im Jahr 1997 folgte THE BUTCHER BOY. Beide Filme waren international erfolgreich.

Der Wandel im politischen Klima Nordirlands spiegelte sich wider in Filmen wie STARKEY (1998) von David Caffrey, THE MOST FERTILE MAN IN IRELAND (1999) von Dudi Appleton und WILD ABOUT HARRY (2000) von Declan Lowney, die allesamt die Unruhen in einem neuen, humorvollen Licht beleuchteten.

Britisches Gegenwartskino: vom Jahr 2000 bis heute
Mit Beginn des neuen Jahrtausends erreichte der britische Film im Verleihgeschäft großen internationalen Erfolg und zahlreiche aktuelle Produktionen, wie die HARRY POTTER Serie (seit 2001) werden seitdem von amerikanischen Filmstudios finanziell unterstützt. Romantische Komödien wie die BRIDGET JONES-Filme (2001 und 2004) und Richard Curtis' TATSÄCHLICH ... LIEBE (2003) kamen bei einem breiten Publikum sehr gut an und auch die Kritik schätze Werke wie STOLZ UND VORURTEIL (2005) von Joe Wright oder DER LETZTE KöNIG VON SCHOTTLAND (2006) (DER LETZTE KöNIG VON SCHOTTLAND (2006) Trailer) von Kevin Macdonald hoch ein. Außerdem sorgten Low-Budget Erfolge, darunter 28 DAYS LATER… (2002) von Danny Boyle und THE DESCENT (2005) von Neil Marshall, für eine Wiederbelebung des britischen Horrorfilms. Altgediente Regisseure wie Stephen Frears [KLEINE SCHMUTZIGE TRICKS (2002)], Mike Leigh [VERA DRAKE (2004)] und Ken Loach [THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY (2006) – ein irisches Historienepos] produzierten weiterhin Filme.

Daneben erreichte auch eine Riege junger Köpfe Anerkennung: Stephen Daldry mit Billy Elliot - I Will Dance (2000), Michael Winterbottom mit 24 HOUR PARTY PEOPLE (2002), Paul Greengrass mit DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG (2004) und Shane Meadows mit THIS IS ENGLAND (2006). Danny Boyle genoss internationalen Erfolg mit dem 2008 herausgebrachten SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer), dem ersten komplett mit britischem Geld finanzierten Film, der seit Laurence Oliviers HAMLET (1948) den Best Picture Academy Award gewann.

Der schottische Film konnte aus der bereits erwähnten aufkeimenden Beliebtheit des britischen Horrorfilms ebenfalls Kapital schlagen; der im Retrostil gedrehte Werwolfstreifen DOG SOLDIERS (2002) von Neil Marshall sieht derzeit einer Fortsetzung entgegen. In Wales entwickelte sich die Filmindustrie ebenfalls weiter und ermöglichte etliche Produktionen, so auch ELDRA (2002) von Timothy Lyn. Weiterhin hoch im Kurs stehen Verfilmungen des kulturellen Erbes durch Produktionen wie der Lebensgeschichte von Dylan Thomas in THE EDGE OF LOVE (2008) des John Maybury. Auch der irische Film bewahrte sich das Interesse an seiner Landesgeschichte, an seiner nationalen Identität und am Überlebenskampf der Mittellosen; dargestellt unter anderem in THE MADGALENE SISTERS (2002) von Peter Mullan und SONG FOR A RAGGY BOY (2003) von Aisling Walsh. Im Jahr 2006 kehrten die Regisseure John Boorman und Neil Jordan in ihre Heimat zurück und drehten THE TIGERS TAIL bzw. BREAKFAST ON PLUTO und das Low-Budget Musical ONCE (2006) (ONCE (2006) Trailer) von John Carney erzielte großen Erfolg beim Sundance Film Festival. Betrachten wir frühe Themen des irischen Films, wird deutlich, dass Migration immer eine Inspirationsquelle gewesen war. Jim Sheridans für den Academy Award nominierte IN AMERICA (2002) beschreibt wie eine irische Familie nach New York auswanderte; aber auch die Erlebnisse von Migranten, die sich in Irland niederließen wurden verfilmt. In die letztere Kategorie zählt unter anderem YU MING IS ANIM DOM (2003) von Daniel O'Hara, ein Kurzfilm, der die Bemühungen eines chinesischen Fabrikarbeiters, Irisch zu lernen, tragikomisch darstellt.

Seit es ihn gibt, bietet der britisch-irische Film indigenen Sprachvarietäten eine breite Plattform und bringt damit seine Wertschätzung kultureller Ähnlichkeiten und Abweichungen der verschiedenen einheimischen Sprachen zum Ausdruck. Der leichte Zugriff auf filmtechnische Mittel gewährt Filmemachern bessere Chancen als je zuvor und es ist zu erwarten, dass die Vielfalt des britisch-irischen Films ein nationales und internationales Publikum in den nächsten Jahren fortwährend an sich binden wird.

Das Filmfestival BRITSPOTTING zelebriert den britisch-irischen Film und ist ein Beleg für dessen stetig steigenden Anspruch an Qualität bei gleichzeitiger Wahrung des Bewusstseins für das Wohl und Wehe des ganz normalen Bürgers. Und dieser Fokus war seit seiner Entstehung stets ein grundlegendes Merkmal des britisch-irischen Films.

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