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MAUERN, PFORTEN, LABYRINTHE - HÄUSER & RÄUME DES ROMAN POLANSKI

MAUERN, PFORTEN, LABYRINTHE - HÄUSER & RÄUME DES ROMAN POLANSKI Thema
Autor Robert Hanulak, 04.07.2009

Atmosphäre statt Botschaft

Gefängnis im Privaten – EKEL (1965)

Das lustige Labyrinth – TANZ DER VAMPIRE (1967)

Horror in Amerika – ROSEMARYS BABY (1968)

Pariser Ausland – DER MIETER (1976) und FRANTIC (1988)

Zurück in die Kindheit – DER PIANIST (2002) und OLIVER TWIST (2005)

Mauern, Pforten, Labyrinthe

Roman Polanski – Kindheit als Alptraum

Roman Polanski schildert in seiner Autobiographie sein Wohnhaus in der Komorovski-Straße in Krakau als den Mittelpunkt seiner frühesten Erinnerungen. Das Haus war passenderweise über dem Eingang mit einem mythischem Zwitterwesen verziert. Es sind die wenigen unbeschwerten Jahre seiner Kindheit, die er dort verbringt. Als Sohn polnischer Juden wird er 1933 in Paris geboren, doch entschließen sich seine Eltern unglücklicherweise dazu, 1937 nach Krakau zurückzukehren. Den Überfall auf Polen verbringt er mit seiner Mutter im Luftschutzkeller. Unter deutscher Besatzung muss die Familie mit Judenstern und dem, was sie tragen können in eine beengte Wohnung auf der anderen Seite der Weichsel ziehen. Roman Polanskis Schwester führt ihn eines Tages zum Fenster und deutet auf die andere Straßenseite, wo ein paar Männer etwas bauen, das wie eine Barrikade aussieht. Um das Ghetto wird eine Mauer errichtet. Es ist der erste wirkliche Schock für ihn, ein Zeichen, dass es die Deutschen blutig ernst meinen. Auch Haupteingang und Fenster werden auf der einen Seite des Hauses vermauert. Ein neuer dunkler Eingang über den Keller wird geschaffen und die kleine Straße, die zu einem offenen Platz mit Bäumen führte, ist zur Sackgasse geworden.

Das Krakauer Ghetto ist für Roman Polanski keine hermetisch abgeschlossene Welt. An einigen Stellen ist es durch einen Stacheldrahtzaun umschlossen, durch den er mit anderen Kindern gebannt deutsche Wochenschauen und Propagandafilme für die Krakauer Bevölkerung verfolgt. Zu jener Zeit hat ihn das Kino erwischt, eben mit jenen makaberen Filmen hinter dem Stacheldraht. Unweit dieser Stelle war es Roman Polanski auch möglich, ohne das Wissen seiner Eltern, aus dem Ghetto in die andere Welt jenseits der Mauer zu schlüpfen. Roman Polanski "schien durch einen Spiegel zu treten, um auf der anderen Seite wieder hervorzutauchen", wie er es viele Jahre später beschreibt. Aber erst wenn er sich nach seinen gefährlichen Streifzügen wieder im Ghetto befindet, fühlt er sich wieder "völlig in Sicherheit." Doch das Ghetto wird verkleinert und die Familie in immer engere Behausungen umquartiert bis schließlich seine Mutter deportiert wird. Er soll sie nie wieder sehen. Roman Polanski findet bei Bekannten außerhalb des Ghettos Unterschlupf und verbringt die meiste Zeit auf der Straße und in Kinos, auf die der polnische Widerstand "Nur Schweine gehen ins Kino" gepinselt hat. Er muss katholische Gebete lernen und überlebt als Roman Wilk die Kriegsjahre nahe Krakau im Kuhstall einer bitterarmen Bauernfamilie, vor der er seine jüdische Herkunft verbergen muss.

Roman Polanski – Erfolg und Horror

Roman Polanski – Verlust und Skandale

Roman Polanski – Rückzug und Neuanfang

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