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MCCARTHYISM REVISITED

MCCARTHYISM REVISITED Thema
Autor Steffen Wagner, 15.05.2009

Norman Mailer und George Clooney verarbeiten ein amerikanisches Trauma

Der politische Fanatiker ist böse und er kommt in vielen Gestalten. Zur besonderer Form läuft er auf, wenn Menschen Angst haben und er ihre Ängste noch verstärken und ausnutzen kann. Zu Beginn des "Kalten Krieges", in der Zeit von 1950 bis 1954, wurde der republikanischen Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin zum Inbegriff des politischen Fanatikers in den USA. Als Vorsitzender des Senate Permanent Subcommittee on Investigations nutzte er die antikommunistische Stimmung in Amerika, um eine Art konservativ-reaktionären Kulturkreuzzug zu führen, der die amerikanische Filmwirtschaft in besonderer Weise betraf.

McCarthy agierte auf einem Fundament aus Verdächtigungen und Ressentiments, das das House Committee on Un-American Activities bereits in den 1940er Jahren gelegt hatte. Zeithistorische Ereignisse wie die Blockade Berlins 1948/49, die Atombombentests der UdSSR Ende August 1949 und den Sieg der Maoisten in China im Oktober 1949 bildeten den Hintergrund für die überbordende Angst vor dem Kommunismus - "Red Scare". Die Hysterie führte dazu, dass McCarthy, tausende von einfachen Bürgern, Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik sowie Kulturschaffende peinlich genau über vermeintliche Kontakte zu sozialistischen und kommunistischen Organisationen befragte. Um in seine Gesinnungsprüfungsmühle zu geraten, reichten schon kleinste Verdachtsmomente wie beispielsweise die Teilnahme an Gewerkschaftsveranstaltungen oder das Abonnement einer sogenannten linken Zeitung.

Vertreter aus Film und Medien gerieten wegen ihrer Möglichkeiten zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung besonders ins Visier von HUAC und der Senatoren um McCarthy. Dabei war die Kommunistenhatz ein parteiübergreifender Sport. Die These, dass Hollywood besonders durch Kommunisten gefährdet sei, stammte vom demokratischen Senator Edwin C. Johnson aus Colorado. Er führte im März 1950 vor dem Committee aus, dass die chinesischen Kommunisten Hollywood mit kostenlosen Drogen versorgten, um den benebelten Filmgrößen pro-kommunistische Filme zu entlocken. Das hätten seine Recherchen über Ingrid Bergman und Roberto Rossellini ergeben. Er kam auch auf die Idee, dass Schauspieler, Produzenten und Regisseure vom Staat lizensiert werden sollten. Die Studios beugten sich dem Druck. Rund 500 Beschäftigte der Filmbranche, Regisseure, Produzenten Schauspieler und andere Mitarbeiter der Filmwirtschaft landeten so auf der schwarzen Liste.

Kulturschock

McCarthy als Fiesling

Fanatismus und moderne Demokratie

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