Batmans ganz besonderer Charme geht von seinem Anti-Heldentum aus. Zwar immer im Kampf gegen das Böse, ist er nie ganz der Gute, sondern immer ein Mensch mit Schattenseiten. Das ist etwas, das ihn besonders von Superman unterscheidet, denn dieser ist wirklich ein Superheld mit übernatürlichen Kräften. Doch seine Naivität und sein Saubermann-Image sind wichtige Gründe dafür, dass SUPERMANS RETURNS (2006) floppt, während Batman wieder zum Kult avanciert.
Bruce Waynes egozentrische Ader, seine Verbitterung und Unfähigkeit, eine Beziehung einzugehen, greift Tim Burton in BATMAN (1989) und BATMANS RÜCKKEHR (1991) wieder auf. Im Gegensatz zur Serie ist Batman nun wieder der dunkle Ritter, diesmal gespielt von Michael Keaton. Die Darstellung Batmans ist finster, sein Anzug ist bis auf den gelben Bat-Gürtel und das Emblem auf seiner Brust ganz in schwarz gehalten. Außerdem ist sein Outfit nicht mehr nur aus Stoff, wie es stets Supermans Stil ist, sondern aus Leder und zum Teil gepanzert, so dass sein Oberkörper sehr muskulös erscheint. Das wird auch bei künftigen Varianten des Kostüms beibehalten. Das Kostüm Batmans verdeckt einen Großteil seines Gesichts und auch bei der körperlichen Statur kann das Kostüm einiges ausgleichen. Das einzige, was der Zuschauer vom Darsteller bei einem Großteil des Films sieht, ist die Kinn- und Mundpartie.
Während in der Serie Batmans Arbeit häufig bei Tage stattfand, ist sein Reich nun wieder die Nacht. Im Gegensatz zu Superman oder auch Spiderman tritt der dunkle Ritter fast nie bei Sonnenlicht in Erscheinung, denn der Tag gehört Bruce Wayne. Auch der Multimillionär trägt permanent eine Maske und spielt der Welt den Lebemann und Frauenheld vor. Dabei ist er eigentlich ein sehr verbitterter Mann, der den Tod seiner Eltern nie verwunden hat. Batmans Stärke ist, dass er den Menschen Angst macht, und Bruce Wayne wählt als die Gestalt seines Alter Egos bewusst eine Fledermaus, denn diese macht ihm seit seiner Kindheit die meiste Angst. Obwohl er eigentlich über keinerlei übernatürliche Fähigkeiten verfügt, scheint er übermäßig stark zu sein. Doch seine Macht ist eine Frage der Inszenierung und der Technik. So arbeitet Batman mit Rauchbomben, Seilwerfern und natürlich seinem kultigen Batmobil.
Das Fahrzeug passt sich dem wieder düsteren Batman an. Es ist kein Auto mehr, das auf der Straße einfach für eine etwas aufgemotzte Karosse gehalten wird, wie es noch bei der Serie der Fall war. Wer dieses Auto sieht, weiß, dass darin nur Batman sitzen kann. Das Batmobil ist gepanzert und wird von Jet-Turbinen angetrieben, was sich auch nur ein Bruce Wayne leisten kann, denn der Spritverbrauch muss enorm sein. Die Bewaffnung wird stetig erweitert. Während das Basismodell lediglich zwei ausfahrbare Maschinenpistolen und einen Greifhaken aufweist, bekommt es später hervorspringende Klingen, den Batdisc Ejektor, eine bessere Steuerung, Raketenwerfer und vieles mehr. Ab BATMAN FOREVER (1995) - Regie führt jetzt Joel Schumacher - sieht das Mobil mehr wie ein Tier als wie ein Auto aus, dieser Eindruck verstärkt sich noch bei BATMAN & ROBIN (1997). Im letzten Film aus den 1990ern verfügt das Batmobil auch über Sprachsteuerung.
Der Stil der Figuren wandelt sich ebenfalls, doch kann im Allgemeinen gesagt werden, dass die Kostüme zwischen 1989 und 1997 noch stark die Comic-Ursprünge erkennen lassen. Später ändern sich zunächst nur Kleinigkeiten, wie dass der Bat-Gürtel nicht mehr so grellgelb leuchtet (ab BATMAN FOREVER (1995)) außerdem bekommt das Kostüm weitere Funktionen. So ist es später nicht nur kugel-, sondern auch feuerfest und der Umhang kann auf Knopfdruck zu einer Kapsel werden. In BATMAN & ROBIN (1997) ist der Anzug dann komplett einfarbig, außerdem sind in die Stiefel, ausfahrbare Kufen integriert. Alle Anzüge sind noch im klassischen "Muskelstil" gehalten, so dass der Held gebaut ist wie ein griechischer Gott. Diese Darstellung wird bei vielen Superheldencomics verwendet.
Robins Kleidung ist in ihrer Art der Batmans sehr ähnlich, aber es werden mehr Farben verwendet. In BATMAN FOREVER (1995) ist der Oberkörper Chrom Rot und die Arme Chrom Grün, das Cape ist Schwarz gelb. Außerdem trägt Robin nur eine kleine Maske über den Augen. Bei BATMAN & ROBIN (1997) ist das Kostüm schwarz, bis auf einen roten Streifen auf der Brust. Batgirls Kostüm ist ebenfalls schwarz und in Leder gehalten. Aber bei ihr werden die Muskelapplikationen weg gelassen. Stattdessen hat sie ein Mieder und Over-Knee-Stiefel. Ihre Maske geht wie bei Robin nur über die Augen.
Die Kostüme dienen in den Filmen der 1990er nicht nur der schlichten Kostümierung, sondern sind Kampfanzüge. Die Kleidung in der Serie ist ganz offensichtlich nicht kugelsicher, doch die späteren halten (zumindest im Film) einiges aus und werden nach und nach mit eingebauten Waffen ausgestattet. Allerdings beschweren sich die Schauspieler einheitlich über die Unbequemlichkeit der Kostüme, die die Bewegungsfreiheit doch arg einschränken.
Um Batmans dunkles Image zu gewährleisten, greifen die Regisseure auf Darsteller zurück, die etwas mehr Profil aufweisen als noch Adam West. Dieser pass zwar in das Lebemann-Image von Bruce Wayne, aber er ist zu sehr Schönling, um als Batman zu überzeugen - zumindest in den späteren Filmen, für den Satire-Stil der Serie ist die Besetzung passend. Die Titelrolle wird ab den 1990ern mit Charakterdarstellern besetzt. BATMAN (1989) und BATMANS RÜCKKEHR (1991) unter der Regie von Tim Burton sind beide große Erfolge. In beiden Filmen spielt Michael Keaton den Held im Fledermauskostüm. Danach wechselt der Regisseur und auch der Schauspieler: Joel Schumacher dreht BATMAN FOREVER (1995) und BATMAN & ROBIN (1997). Dabei wird Batman zunächst mit Val Kilmer, dann mit George Clooney besetzt. Allerdings kommen beide Filme bei Kritikern und an den Kinokassen nicht gut an, was für dieses Jahrtausend das Ende der Batman Filme einläutet.