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DIE BATMAN-FILME IM WANDEL DER ZEIT

DIE BATMAN-FILME IM WANDEL DER ZEIT Thema
Autor Christin Kodalla, 28.04.2009

Ein Held in Strumpfhosen - Die Serie von 1966 bis 1968

Die Verfilmungen der 1990er Jahre

Batman im neuen Jahrtausend

Superhelden sterben aus, um dann wieder aufzuerstehen. Zumindest wenn es um Realverfilmungen ging. Die klassische Umsetzung auf Basis der Comics ist nicht mehr zeitgemäß; allein durch Action und Sprücheklopfen lassen sich die Massen nicht mehr in die Kinos locken. Helden in komischen Kostümen, von denen im Film niemand zu merken scheint, dass sie lächerlich wirken, verschwinden von der Leinwand. Warner Bros. verabschiedet sich also zunächst von Batman, doch nach den Erfolgen von X-MEN (2000) und SPIDER-MAN (2002) sind Superhelden wieder im Kommen. Doch der Stil hat sich geändert. Trotz Comic-Vorlage, wirkt das Setting zunehmend realistischer und auch die Figuren werden komplexer.

In der X-MEN (2000) Reihe sind die Comic-Ursprünge fast verschwunden. Die Mutanten haben zwar übermenschliche Stärken, zeigen aber ihre menschlichen Schwächen. Die Bösen sind keine Wahnsinnigen in schrillen Kostümen, sondern bekämpfen ebenfalls ein reales Problem, wenn auch mit falschen Mitteln. Wenn es um die Uniformen der X-Men geht, dann sind diese zwar vorhanden, aber werden öfter von Alltagskleidung verdrängt. Als für eine Mission schließlich auch Wolverine in einen Leder-Anzug gesteckt wird, muss er das mit "Traut Ihr Euch in den Dingern tatsächlich raus?" kommentieren.

SPIDER-MAN (2002) sieht noch eher nach einem Comic aus. Zumindest, was die Kleidung der Figuren angeht. Allerdings wäre Spider-Man ohne sein Kostüm auch nicht mehr er selbst. Die Handlung ist sehr dramatisch gehalten und zeigt den Konflikt Peter Parkers zwischen seiner Pflicht, als Spiderman zu helfen, und seinem immer stärker werdenden Wunsch nach einem neuen Leben. Diese Vorreiter machen die Superhelden wieder salonfähig und zeigen, dass Comicverfilmungen nicht lächerlich sein müssen, wenn die Titelhelden mit Problemen und Neurosen dekoriert werden.

Mit einer realistischeren Handlung und Inszenierung geht dann auch BATMAN BEGINS (2005) an den Start. Diesmal unter der Leitung von Christopher Nolan. Der Regisseur macht sich bereits mit MEMENTO (2000) und INSOMNIA (2002) einen Namen und soll nun auch Batman in das neue Jahrtausend führen. Die Handlung ist losgelöst von allen anderen Batman-Filmen und spielt zeitlich gesehen vor diesen. Es wird der Mord an Bruce Waynes Eltern gezeigt und wie sich der Millionen-Erbe danach weiter entwickelt. Von seinen Schuldgefühlen und seiner Trauer geplagt, macht er sich eines Tages auf den Weg und verschwindet für mehrere Jahre. In diesen erlernt er seine Fähigkeiten, die ihn später als Batman auszeichnen, und nach seiner Rückkehr beginnt er seine Mission, Gotham City vom Bösen zu befreien. Anders als in den früheren Filmen, ist der Titelheld einen Großteil des Films lang noch ein ganz normaler Mensch ohne Maske. Auch nach Batmans Erschaffung werden die Startschwierigkeiten des Helden deutlich. Schließlich wissen weder die Guten noch die Bösen, etwas mit dem maskierten Rächer anzufangen und die Polizei stellt sich zu Recht die Frage, ob dieser Mann nicht ebenso gefährlich ist wie die Kriminellen.

Der Titelheld wird von Christian Bale verkörpert und es ist klar, dass aus einem Schauspieler, der mit Bravour Psychopaten, Auftragskiller und Drachentöter spielt, kein Pfadfinder-Held werden kann. Die neue Version von Batman ist noch düsterer, zwielichtiger, aber auch tragischer als bisher. Bruce Waynes Unfähigkeit, ohne Batman zu leben, zeigt sich besonders in THE DARK KNIGHT (2008) (THE DARK KNIGHT (2008) Trailer). Denn Bruce Wayne ist entweder Batman oder der Mann, der mit aller Kraft versucht zu verbergen, dass er Batman ist. Und wenn ihm sein Alter-Ego genommen wird, wer ist er dann noch? Die gesamte Metamorphose des dunklen Ritters kommt ans Licht: Die Reisen, die Ausbildung und die Erschaffung, alles unter dem Mantel des tatsächlich Möglichen. Die Ausbildung lässt einen Blick hinter Batmans Kunst werfen, die er bei einem geheimen Ninja-Orden erlernt. Die Schattenkrieger stehen seit jeher in dem Ruf, besondere Kräfte zu haben, aber auch die entpuppen sich als Illusion.

Die Kampfstrategien bei Batman, egal ob es sich um die der Bösen oder der Guten handelt, basieren bereits in den früheren Filmen auf Science Fiction im wahrsten Sinne des Wortes: keiner hat magische Fähigkeiten, alle arbeiten mit Errungenschaften der Wissenschaft, so unwahrscheinlich diese auch sein mögen. Bis auf Superman trifft das auch auf alle anderen Comic-Helden zu, die in den vergangenen Jahren die Leinwand erobern. Und so Science fiction-artig wirkt Batman gar nicht mehr, immerhin bietet die moderne Wissenschaft erstaunliche Möglichkeiten, vor allem im Bereich des Militärs.

So ist Batmans Anzug in BATMAN BEGINS (2005) der Prototyp eines Überlebensanzugs, den Wayne Enterprises aus Kostengründen nicht produziert, und seine Features klingen nach etwas, das es durchaus geben könnte. Vorbei sind also die Zeiten der Brustpanzer und übertriebenen Muskelapplikationen, der Batman von heute sieht nicht mehr wie eine Comic-Figur aus. In THE DARK KNIGHT (2008) (THE DARK KNIGHT (2008) Trailer) scheint das Bat-Suit, wie aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt und ist nicht mehr wie vorher aus einem Stück. Einige Neuerungen am Helm bewirken auch, dass der Schauspieler erstmalig dazu in der Lage ist, seinen Kopf zu drehen- ein Feature, welches Batman in seinem Kampf gegen den Joker auch braucht.

Das Batmobil hat den Charakter eines Autos nun vollkommen verloren. Tagsüber findet Bruce Wayne sogar seinen pompösen Lamborghini auffällig als das monströse, panzerartige Gefährt. Ebenfalls für das Militär gedacht, stammt auch dieses gute Stück aus der Wayne Enterprises-Forschungsabteilung und wird von Bruce Wayne in schwarz umlackiert. Transformatorische Fähigkeiten hat Batmans Fortbewegungsmittel zwar nicht mehr, aber dafür ein reichhaltiges Waffenarsenal und mittlerweile kann es auch bis zu 20 Meter weit springen.

Gothams Verbrecher-Elite

Batman ist Bruce Wayne und Bruce Wayne ist...

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