Erst knapp vier Jahre nach dem Debakel von Sierra Charriba (1965) erhält Sam Peckinpah von Kenneth Hyman, neuer Vizepräsident bei Warner Bros.-Seven Arts, die Möglichkeit für einen weiteren großen Kinofilm. Der Regisseur überarbeitet das Drehbuch von Walon Green und beginnt im März 1968 die Dreharbeiten für THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ (1969) in Mexiko. An die Seite der Kinostars William Holden und Ernest Borgnine, mit dem versucht wird an den Erfolg von DAS DRECKIGE DUTZEND (1967) anzuschließen, setzt Sam Peckinpah eine Reihe von Schauspielern in den Sattel, die immer wieder in seinen Filmen auftreten, darunter Warren Oates, L. Q. Jones, Ben Johnson, Strother Martin und Emilio Fernandez. Seine 'Stock-Company' umfasst auch den Kameramann Lucien Ballard, den zweiten Cutter Robert L. Wolfe und den Filmmusiker Jerry Fielding.
Ende Juni 1968 ist der Film nach 81 Drehtagen im Kasten. Trotz kleinerer Zwischenfälle, vor allem bei den aufwändigen Actionszenen, verlaufen die Dreharbeiten im Ganzen relativ problemlos. Sam Peckinpah kann mit der Unterstützung von Kenneth Hyman und des Produzenten Phil Feldman ohne größeren Druck arbeiten. Die Unmenge an gedrehtem Material, zum Teil mit speziellen High-Speed-Kameras und unterschiedlichsten Objektiven, stellt den Schnitt vor ungeheure Aufgaben. Mit mehr als 3600 Einstellungen schlägt der Film seinerzeit alle diesbezüglichen Rekorde. Der Regisseur, die Cutter Lou Lombardo und Robert L. Wolfe kehren erst im September 1968 mit einer 165 Minuten langen Version aus Mexiko nach Hollywood zurück. Sam Peckinpah ist nun bereits mit der Vorproduktion seines nächsten Films beschäftigt.
Nach dem Feinschnitt bekommen die ersten Kinobesucher den Film von nunmehr 151 Minuten in einer Preview in Kansas City zu Gesicht. Es ist vor allem diese Version, welche die Kontroverse um die Gewalt auslöst. Über dreißig Kinobesucher verlassen das Kino und einige übergeben sich tatsächlich auf der Straße. Um die Wirkung und das Funktionieren seiner Geschichte besorgt, fertigt Sam Peckinpah den final cut in einer Länge von 145 Minuten an, der für den amerikanischen Markt nochmals um einige Minuten gekürzt wird. Im Juni 1969 kommt der Film endlich in die Kinos. Das Echo ist durchaus gespalten. Beifall und Anerkennung mischen sich mit Entsetzen und Abscheu. Nach einer turbulenten Pressevorführung auf den Bahamas sagt eine Kritikerin vom Reader's Digest zu Sam Peckinpah: "Ich habe nur eine Frage: Warum wurde dieser Film gemacht?"
Der Kartenverkauf läuft anfangs vergleichsweise schlecht, was vor allem der verfehlten Marketingstrategie des Studios geschuldet ist. THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ (1969) wird in vielen Kopien als aufwändiger Sommer-Western mit großen Hollywood-Stars nach dem Muster eines herkömmlichen John-Wayne-Films verkauft und das Studio gerät darauf wegen der geringen Einnahmen zusehends in Panik. Die Besucherzahlen steigen nur langsam. Zu langsam für das Studio, aus dem sich Sam Peckinpahs Protegé Kenneth Hyman nunmehr zurückgezogen hat. Auf Drängen einiger Kinobetreiber werden weitere Kürzungen der bereits vertriebenen Kopien von 15 bis 20 Minuten vorgenommen, ohne Wissen des Regisseurs. Das geschieht zumeist durch die Filmvorführer selbst mit dem Ergebnis, dass sich sehr viele unterschiedliche Kopien im Umlauf befinden.
Die ungewöhnlich gute Beziehung Sam Peckinpahs zu seinem Produzenten Phil Feldman, für den er bis dahin voll des Lobes war, schlägt um in blanken Zorn, weil er "diese Hurensöhne bei Warners zwanzig Minuten aus dem Film herausschneiden ließ, damit die mehr Popcorn über die Ladentheke schieben konnten", wie sich der Regisseur in einem Interview erklärt.