Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DIE NEUE BERLINER SCHULE - DAS LEBEN VERDICHTEN

DIE NEUE BERLINER SCHULE - DAS LEBEN VERDICHTEN Thema
Autor Katharina Losso, 07.04.2009

Die Neue Berliner Schule sucht das Bedeutende im scheinbar Alltäglichen

Lange Einstellungen, kaum Handlung, die Realität bekommt ein Gesicht. Die Neue Berliner Schule macht Anfang 2001 in den Feuilletons von sich reden. Doch wer oder was genau ist die Neue Berliner Schule? "Seismographisch, minimalistisch, existentialistisch" bezeichnet der Journalist Rüdiger Suchsland die Filme einer Reihe von jungen Filmemachern, die im kinobegeisterten Frankreich als "Nouvelle Vague Allemande" gefeiert werden. In Deutschland hingegen sehen die Filme von Regisseuren wie Thomas Arslan, Christoph Hochhäusler und Valeska Grisebach nur einige wenige tausend Zuschauer. Der Kinokritiker Rainer Gansera verwendet im Jahre 2001 bei einer Besprechung in der Süddeutschen Zeitung des Films DER SCHÖNE TAG (2001) von Thomas Arslan zum ersten Mal den Begriff Neue Berliner Schule. Manche Autoren machen ihm diese Begriffserfindung streitig. Es ist so vieles umstritten, wenn die Berliner Schule zur Sprache kommt. Letztendlich geistert die Bezeichnung durch die Feuilletons und erfährt wellenartig neue Beachtung.

Kurz nach der Jahrtausendwende erscheinen plötzlich mehrere Filme, die einer ähnlichen Machart entspringen. Der Regisseur Oskar Roehler charakterisiert die Filme der Neuen Berliner Schule wie folgt: "Die sind immer spröde, immer streng. Es passiert in den Filmen eigentlich immer nichts. Sie sind immer langsam, immer trist, es wird eigentlich nie etwas wirklich gesagt in den Filmen - und das ist dann die Berliner Schule, die kommen immer gut weg und haben dann so 5.000 bis 10.000 Zuschauer.". Zwar kommen die Filme bei der Kritik gut an, sind aber gleichzeitig außerhalb der Großstädte weitestgehend unbekannt. Es weht den Regisseuren auch aus eigenen Reihen, wie das Oskar Roehler-Zitat zeigt, ein eisiger Wind ins Gesicht. Der Regisseur Dominik Graf lehnt die Filme der Neuen Berliner Schule ab und fordert mehr Genrefilme, anstatt sich auf die rein formale Darstellung der Realität zu beschränken. Aber alle Filme der Bewegung auf einen reinen Formalismus zu beschränken, würde ihnen in der Gesamtheit wohl nicht gerecht werden. Dafür ist die Begriffsdefinition zu unbestimmt, die einzelnen Filme dann doch zu unterschiedlich.

Von der Berliner Schule zur Neuen Berliner Schule

Themen & Regisseure: Die erste Generation

Die nächste Generation

LUCY - Auf der Suche nach der Wirklichkeit

Aktueller Stand der Datenbank:
18218 Filme,
70796 Personen,
5499 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,43976