Die frühe deutsche Stummfilmzeit wird häufig datiert von 1895 bis 1918. Eine Reihe Regisseure haben das neue Medium entdeckt und bereits Werke geschaffen, die die deutsche Filmkunst stark beeinflusst haben. In der Filmwissenschaft wird diese Frühphase des Films lange stiefmütterlich behandelt: "Von der Existenz des deutschen Films kann eigentlich erst nach dem Ersten Weltkrieg die Rede sein. Seine Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt war Frühgeschichte, der an sich keine Bedeutung beizumessen ist." (Siegfried Kraucauer: Von Caligari zu Hitler)
Auch dieser Ignoranz ist es zu verdanken, dass die frühen deutschen Filme nicht archiviert wurden. Die Mehrzahl von ihnen gilt heute als verschollen; die Filmemacher, die sie drehen, sind größtenteils vergessen. Erst langsam entdecken Wissenschaftler, dass viele erzählerische Mechanismen zu dieser Zeit entwickelt werden, die später durch das kontinuierliche Erzählen in Vergessenheit geraten sind. Dem frühen Film kommt durchaus Bedeutung zu. Außerdem steht zu Beginn des Films die Sensation und die Experimentierfreude im Vordergrund: Das Publikum sollte schon damals mit Spannung, Stunts oder opulenten Kulissen überwältigt werden.
Einige der wichtigsten Regisseure, die die frühe Stummfilmzeit in Deutschland mitbestimmt haben, sind hier aufgelistet, wobei die Liste nicht Vollständigkeit behauptet. Nicht alle der Filmemacher konnten sich in die klassische Stummfilmzeit, in die 1920er Jahre hinüber retten. Einigen bleibt der Erfolg verwehrt, andere dagegen haben nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ihre kreativste und erfolgreichste Zeit.









