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Dolores del Rio

Dolores del Rio
Darsteller

* 03. August 1905
Durango (Mexico)
USA
† 11. April 1983
Newport Beach (Kalifornien)
USA
andere Namen Lolita Dolores Martínez Asúnsolo López Negrette

DOLORES DEL RIO • Biographie Seite 1/1

Die gebürtige Mexikanerin Dolores del Rio ist in den 1920er Jahren eine der exotischen Schönheiten Hollywood, denen ganz Amerika zu Füssen lag. In Hollywood wird sie zum ersten mexikanischen Filmstar mit internationalem Renommee, später als sie in ihre Heimat zurückkehrt wird sie zur Ikone der nationalen Filmindustrie und zieht Millionen ihrer Landsleute in die Kinos. Mehr als 50 Jahre steht sie vor der Kamera, gilt auch noch im hohen Alter als eine der schönsten Frauen.

Dolores del Rio wird am 03. August 1905 in Durango, Mexiko geboren. Sie heißt eigentlich Lolita Dolores Martínez Asúnsolo López Negrette, wählt sich später die Kurzform ihres Namens. Sie wächst in einem großbürgerlichen Haushalt auf, ihr Vater ist ein Bankier mit spanisch-baskischen Wurzeln, ihre Mutter entstammt einer spanischen Adelsfamilie. Vor den revolutionären Unruhen im Land flieht die Familie nach Mexico City. Hier besucht Dolores del Rio ein klösterliches Konservatorium. Im Alter von 16 Jahren wird sie mit Jaime Del Rio verheiratet, erhält dadurch ihren Nachnamen. Sie nimmt in Mexico City und in Europa, unter anderem in Madrid und Paris, Ballettunterricht. Bei einem ihrer Auftritte entdeckt sie der Filmregisseur Edwin Carewe, der sie nach Kalifornien in die Filmmetropole lockt.

In JOANNA (1925) von Edwin Carewe debütiert sie vor der Kamera. Danach ist sie in weiteren Filmen des Regisseurs zu sehen, tanzt unter anderem an der Seite von Mary Astor und Lloyd Hughes in HIGH STEPPERS (1926), spielt ein russisches Mädchen in RESURRECTION (1927). Aber bereits 1926 sorgt sie für Aufmerksamkeit. Unter der Regie von Raoul Walsh, der sie mehrfach besetzt, spielt sie in dem Antikriegsfilm RIVALEN (1926) die junge Französin Charmaine de la Cognac, fremdartig und wunderschön, die von zwei Männern begehrt wird. Schlagartig wird die Mexikanerin bekannt und als eine der großen Stummfilmstars aufgebaut, wobei sie in den meisten Fällen den exotischen Part übernimmt. In mehr als 20 Stummfilmen steht sie vor der Kamera, als Objekt der männlichen Begierde füllt sie in der Folge die Kinosäle, spielt verführerische und leidenschaftliche Frauen, die in Liebes- oder Agentenabenteuern bestehen muss. So unterliegt sie in DIE GOLDENE HÖLLE (1929) unter der Regie von Clarence Brown wie vielen anderen auch dem Goldrauch, der Ende des 18. Jahrhunderts fast die gesamten USA erfasste.

Als der Tonfilm aufkommt, verweigert sich Dolores del Rio zunächst der neuen Technik. Ihr starker Akzent schränkt ihr Rollenrepertoire enorm ein. Doch dann siegt der Film und sie spricht erstmals unter der Regie von George Fitzmaurice in THE BAD ONE (1930). Nach einem Wechsel der Produktionsfirma, sie geht von der United Artist zur RKO, erhält sie endlich anspruchsvollere Rollen. Regisseur King Vidor holt sie für sein Südseeabenteuer LUANA (1932) als schöne Eingeborene vor die Kamera. Unter der Regie von Thornton Freeland in dem Musical FLYING DOWN TO RIO (1933) liefert sie sich mit Fred Astaire und Ginger Rogers - die hier erstmals zusammen auftreten - die Tanzduelle. Sie ist an der Seite von Dick Powell und Douglas Fairbanks jr. zu sehen, gibt häufig Varité-Tänzerinnen oder Showgirls. Einer ihrer interessantesten Filme wir VON AGENTEN GEJAGT (1942) von Norman Foster, der stark von Orson Welles als Produzent, Drehbuchautor und Darsteller beeinflusst ist.

Danach kehrt Dolores del Rio Hollywood den Rücken und geht nach Mexiko. Schon der erste Film in ihrer Heimat sichert ihren Kultstatus. In MARIA CANDELARIA (1944) von Emilio Fernández spielt sie die weibliche Hauptrolle. Ausgehend von einem gemalten Porträt wird die Geschichte der Frau erzählt. Der Film wird zum Symbol der aufstrebenden mexikanischen Filmindustrie, schildert die Geschehnisse um die kleinen Menschen in schlichter Schönheit, ist poetisch und sozialkritisch. Dolores del Rio wird zum Star des mexikanischen Films, spielt unter anderem in PALAST DER SÜNDE (1946) eine Doppelrolle. Als arme Frau ermordet sie ihre reiche Schwester und nimmt deren Identität an, wird aber von der Schlechtigkeit ihrer Schwester eingeholt. DIE HERRIN VON SOTO (1949), eine mexikanische Gutsbesitzerin, die in ihrer Liebe enttäuscht wird, gibt sie unter der Regie von Emilio Fernández. Bis in die 1950er Jahre hinein arbeitet die Schauspielerin in Mexiko, wird von den einheimischen Zuschauern gefeiert und mehrmals wird sie für den mexikanischen Filmpreis, den Ariel, nominiert, kann ihn auch dreimal erringen. 1975 erhält sie den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk.

Zwischenzeitlich nimmt Dolores del Rio auch Rollen in Hollywood an. Altmeister John Ford engagiert sie für sein ethisches Drama BEFEHL DES GEWISSENS (1947) an der Seite von Henry Fonda. Später wird sie auch in dem Western CHEYENNE (1963) unter seiner Regie zu sehen sein. Während der McCarthy-Ära und der kommunistischen Hexenjagd bekommt sie Schwierigkeiten in Hollywood, da sie als Sympathisantin der Kommunisten gilt. Ein Einreisevisum in die USA wird ihr versagt. Aber Ende der 1960er Jahre kehrt sie an ihre frühere Arbeitsstätte zurück und überzeugt durch Charakterrollen. Regisseur Don Siegel inszeniert sie in seinem Western FLAMMENDER STERN (1960) gemeinsam mit Elvis Presley, der einen Indianer-Mischling gibt, deren Mutter sie spielt. Auch das europäische Kino entdeckt die Schauspielerin, in SCHÖNE ISABELLA (1966) von Francesco Rosi verkörpert sie die Königinmutter von Omar Sharif und wehrt sich gegen die Heirat ihres Sohnes mit einer Bauernmädchen, gespielt von Sophia Loren.

In erster Ehe ist Dolores del Rio seit 1921 mit Jaime Del Rio verheiratet, wann die Ehe geschieden wird, ist nicht klar. Von 1929 bis 1941 führt sie mit dem Filmarchitekten Cedric Gibbons eine Ehe, die angeblich durch eine Liason mit Orson Welles scheitert. In dritter Ehe lebt sie mit Lew A. Riley Jr. zusammen.

Die Schauspielerin stirbt am 11. April 1983 in Newport Beach, Kalifornien.

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