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Katharine Hepburn

Katharine Hepburn
Mitarbeit, Darsteller

* 12. Mai 1907
Hartford (Connecticut)
USA
† 29. Juni 2003
Old Saybrook (Connecticut)
USA
andere Namen Katharine Houghton Hepburn

KATHARINE HEPBURN • Biographie Seite 1/1

Katharine Hepburn zählt zu den größten Charakterdarstellerinnen ihrer Zeit. Gleichzeitig gilt sie als Prototyp der unabhängigen Schauspielerin, da sie Zeit ihres Lebens eine streitbare und auf ihre künstlerische Kreativität bestehende, selbstbewusste und schlagfertige Frau ist. Insgesamt steht sie für 43 Filme vor der Kamera, spielt außergewöhnliche und in den meisten Fällen starke Frauen. Dabei bietet sie eine Vielfalt, die sie noch heute einzigartig macht: Die Schauspielerin ist in unterhaltsamen Lustspielen wie in kritischen Gesellschaftsdramen gleichermaßen präsent.

Katharine Hepburn wird am 12. Mai 1907 als Katharine Houghton Hepburn in Hartford (Connecticut) geboren. Ihr Vater Dr. Thomas Novel Hepburn ist Arzt, arbeitet im Hospital von Hartford. Ihre Mutter Katharine Hepburn (geb. Houghton) ist als Juristin tätig und macht sich einen Namen als Frauenrechtlerin. Die Familie ist wohlhabend, die sechs Kinder werden liberal erzogen. Katharine ist das zweitälteste. Der Selbstmord ihres älteren Bruders im Alter von 14 Jahren wirft einen Schatten auf ihre Jugend. Nach ihrem Schulbesuch an der West Middle School und der Oxford School for Girls in Hartford nimmt sie ein Studium der Geschichte und Philosophie am Bryn Mawr College in Pennsylvania auf, das sie 1928 beendet.

Bereits während ihrer Schulzeit wächst der Wunsch, Schauspielerin zu werden. An ihrem College steht sie erstmals bei Theateraufführungen auf der Bühne. Nach dem Studium spielt sie anfangs an kleinen Theatern, unter anderem in Baltimore bei der Edwin H. Knopfs Stock Company in dem Bühnenstück "Die Zarin". Mit 20 Jahren geht sie nach New York und nimmt Sprechunterricht bei Frances Robinson-Duff, später auch Bewegungs- und Tanztraining bei Michael Mordfast. In der Folge ist sie die Zweitbesetzung bei diversen Aufführungen oder in kleineren Nebenrollen zu sehen. Mit 21 Jahren erhält sie ihre erste, größere Rolle am Broadway. Erste Aufmerksamkeit erringt sie mit ihrer Rolle als Amazonenkönigin in "The Warrior's Husband". Ein Talentscout der RKO sieht sie in dem Stück und die Produktionsfirma bietet ihr ein lukratives Angebot. Immer wieder wird Katharine Hepburn dem Theater verpflichtet bleiben. Zwischen ihren Filmen und bei einer kurzzeitigen Stagnation ihrer Filmkarriere tritt sie mit großem Erfolg am Theater auf. In den 1950er Jahren macht sie sich als Shakespeare-Darstellerin einen Namen, tourt mit der Old Vic Company durch die Welt. Am Broadway spielt sie unter anderem in André Previns Musical "Coco" die Hauptrolle.

1932 beginnt ihre Filmkarriere. Ihr Debüt vor der Kamera gibt sie in EINE SCHEIDUNGSURKUNDE (1932) von George Cukor. Der Film wird für sie ein Erfolg, die Produktionsfirma will sie als neuen Star aufbauen. Ihr nächster Film wird CHRISTOPHER STRONG (1933) von der Regisseurin Dorothy Arzner, in dem sie eine waghalsige Pilotin verkörpert. Bereits ein Jahr später erhält sie für ihre dritte Film-Rolle er karrieresüchtigen Bühnenschauspielerin Eva Lovelace in MORGENROT DES RUHMS (1933) unter der Regie von Lowell Sherman ihren ersten Oscar. Mit drei weiteren Oscars und zusätzlich acht Nominierungen als Beste Hauptdarstellerin wird sie die absolute Favoritin in der Gunst der American Academy.

Danach dreht sie für die RKO in kurzer Zeit zehn weitere Filme, die aber nicht an ihre ersten Erfolge anknüpfen können; es fehlt zu dieser Zeit an Drehbüchern und Geschichten für junge, selbstbewusste Frauen, die dem Image der süßlich-dummen oder der anhänglichen Frau entgegenstehen. Aber es zeigt sich bereits die Wandlungsfähigkeit der Schauspielerin: In MARIA VON SCHOTTLAND (1936) von John Ford überzeugt sie als Königin, zur selben Zeit in EIN AUFSÄSSIGES MÄDCHEN (1936) unter der Regie von Mark Sandrich als junge Karrierefrau, die sich gegen gesellschaftliche Konventionen auflehnt, ebenso wie in BÜHNENEINGANG (1937), in dem sie sich als junge Schauspielerin gegen einen skrupellosen Manager behaupten muss.

Besondere Aufmerksamkeit erregt die Schauspielerin in klassischen Screwball-Komödien. In LEOPARDEN KÜßT MAN NICHT (1938) von Howard Hawks brilliert sie an der Seite von Cary Grant als resolute junge Frau, die einen gestandenen Biologie-Professor in zahlreiche peinliche Situationen bringt. Beide Darsteller spielen sich die Bälle nur so zu, der Film bietet spritzige Dialoge, hohes Tempo und kurzweilige Unterhaltung. Katharine Hepburn spielt sich in gewisser Weise selbst: eine gebildet Tochter aus bürgerlichem Haus, die rebelliert, schlagfertig und exzentrisch ihr Leben gestaltet. Der Film wird zwar ein Kritikererfolg, aber an den Kinokassen bleibt ihm der Erfolg versagt; sie wird als Kassengift verschrien. Katharine Hepburn kauft sich aus dem Vertrag von RKO heraus, kehrt Hollywood erst einmal den Rücken zu und spielt Theater. Hier brilliert sie in "Die Nacht vor der Hochzeit". Da sie sich die Rechte gesichert hat, übernimmt sie in der Verfilmung auch die Hauptrolle. Mit der Komödie DIE NACHT VOR DER HOCHZEIT (1940) von George Cukor können die Darsteller Cary Grant, Katharine Hepburn sowie James Stewart einen Erfolg verbuchen: Wieder sind es scharfsinnige Dialoge, die bestechen. Cary Grant und Katharine Hepburn werden nicht nur mit diesen beiden Filmen populär: Auch in HOLIDAY (1938) bieten sie temperamentvolle Darstellerleistungen, mit der sie ironisch und liebevoll die amerikanische, höhere Gesellschaft kritisieren. Auch diese Komödie ist von Regisseur George Cukor, mit dem Schauspielerin mehrfach zusammenarbeitet, insgesamt drehen sie 10 Filme zusammen, unter anderem VIER SCHWESTERN (1933) nach dem Roman von Louisa May Alcott. Der Film wird 1934 zum Internationalen Filmfestival nach Venedig geladen. Hier überzeugt Katharine Hepburn die Internationale Jury und wird als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Mit DIE FRAU, VON DER MAN SPRICHT (1942) unter der Regie von George Stevens kommt der erste von neun Filmen mit ihr und Spencer Tracy in die Kinos. Das Schauspielerpaar drückt einer ganzen Reihe von Erfolgsfilmen seinen unkonventionellen Stempel auf: Ihre Dialoge sind bissig, schlagfertig und intelligent. Ihre Filme zeichnen sich zudem durch einen emanzipatorischen Anspruch aus, in dem am Ende allerdings die traditionelle Rolle immer wieder festgeschrieben wird. In ihrem letzten gemeinsamen Film RAT MAL, WER ZUM ESSEN KOMMT (1967) von Stanley Kramer wird der alltägliche Rassendünkel des weißen, liberalen Amerika thematisiert. Hier spielt sie die Mutter einer bürgerlichen, amerikanischen Mittelschichten-Familie, die von ihrer Tochter mit einem potentiellen Schwiegersohn überrascht wird: Er ist schwarz. Für ihre Leistung erhält sie ihren zweiten Oscar als Beste Hauptdarstellerin.

Auch mit anderen Hollywood-Star steht sie vor der Kamera. Für ihre Darstellung an der Seite von Peter O'Toole als Königin Eleonore von Aquitanin in dem psychologischen Familiendrama DER LÖWE IM WINTER (1968) zeichnet sie die Academy zum dritten Mal mit der Trophäe aus. Als alte zickige Jungfer, die sich in den griesgrämigen und alkoholverliebten Kapitäns einer alten Flussbarkasse verliebt, überzeugt sie an der Seite von Humphrey Bogart in AFRICAN QUEEN (1951) unter der Regie von John Huston. Mit Henry Fonda steht sie in der Familiengeschichte AM GOLDENEN SEE (1981) von Mark Rydell vor der Kamera und kann den vierten Oscar ihrer Karriere mit nach Hause nehmen. Zu keiner Oscar-Verleihung ist die Schauspielerin persönlich erschienen. 1994 kann der Schauspieler und Regisseur Warren Beatty sie noch einmal für eine Nebenrolle in seinem Film PERFECT LOVE AFFAIR (1994) gewinnen. Dann wird es ruhig um die Künstlerin, sie zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurück.

Im Dezember 1928 heiratet Katharine Hepburn den wohlhabenden Börsenmakler Ludlow Ogden Smith. Bereits kurze Zeit später trennt sich das Paar, lässt sich aber erst 1934 in Mexiko scheiden. Eine Beziehung geht sie mit dem Produzenten Howard Hughes ein. Mehr als 25 Jahre ist der Schauspieler Spencer Tracy ihr Lebenspartner. Als er, bekennender Alkoholiker, krank wird, pflegt sie ihn und verzichtet auf ihre Karriere. Da er sich als gläubiger Katholik nicht von seiner ersten Ehefrau scheiden will, kommt es nie zu einer Heirat zwischen beiden. 1991 veröffentlicht sie ihre Autobiographie unter dem Titel "Me".

Katharine Hepburn stirbt am 29. Juni 2003 in Old Saybrook, Connecticut im Alter von 96 Jahren.

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