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Vincent Korda

Vincent Korda
Architektur, Produzent

* 22. Juni 1897
Pusztatútpásztó
Ungarn
† 04. Januar 1979
London
Großbritannien

VINCENT KORDA • Biographie Seite 1/1

Mit seinen Filmbauten wird der ungarische Filmarchitekt Vincent Korda berühmt. Wie die Karriere seines Bruders des bekannten Regisseurs und Produzenten Alexander Korda, ist auch seine Filmkarriere international. In Großbritannien und Amerika entwirft und baut er seine erfolgreichsten Sets in den 1930er, 1940er und 1950er Jahren.

Vincent Korda wird am 20. Juni 1896 in Pusztatúrpásztó (Ungarn) geboren. Über seine famulären Hintergründe ist derzeit nichts bekannt. Zur Familie gehören noch zwei Brüder. Sein Bruder Zoltán Korda wird später als Regisseur und Drehbuchautor arbeiten. Sein Bruder Alexander Korda wird später als Regisseur und Produzent in Europa und Amerika weltberühmt. Häufig wird Vincent für seine beiden Brüder an diversen Filmproduktionen arbeiten.

Nach seiner Schulausbildung studiert Vincent Korda Malerei in Budapest, Wien, Florenz und Paris. In Paris findet er eine Heimstätte und läßt sich dort als Maler nieder. Aber da seine Werke nicht für den Lebensunterhalt genügen, engagiert ihn sein Bruder für Filmarbeiten. Vincent Korda entwirft als Designer die Bauten für den Film ZUM GOLDENEN ANKER (1931), dem ersten Teil einer dreiteiligen Pagnol-Trilogie.

Als Alexander Korda nach England geht, folgt Vincent Korda. Alexander Korda wird bald zum mächtigen Mogul der britischen Kinoindustrie. Vincent Korda entwickelt sich mit ihn. Er stattet alle großen Projekte seines Bruders aus. Dabei setzt er auf hohe Schauswerte in diversen Historienfilmen. Seine Kostüme sind opulent, die Bauten in den Kolonialepen feiern britische Architektur und Geschichte. In Filmen wie DAS PRIVATLEBEN HEINRICH VIII. (1933) oder DIE SCHARLACHROTE BLUME (1934) stellt der Architekt seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis.

Besonders Phantasie- und Märchenstoffe liegen dem Architekten. In DIE WELT IN 100 JAHREN (1935) entwirft er futuristische Bauten. Besonders seine Kulissen für DER DIEB VON BAGDAD (1940) sind reich an Pracht und Farbe. Der Film sprüht vor überraschenden Einfällen und verblüffenden Tricks. Ein fliegendes Pferd und ein überdimensionaler Flaschengeist sind 1940 überaus beeindruckend. Für die atemberaubenden Szenerien wird Vincent Korda mit dem Oscar als Bester Filmarchitekt ausgezeichnet.

In der Folge wird er noch dreimal für den Oscar nominiert. Zwei der Nominierungen erhält er für die Sets von LORD NELSONS LETZTE LIEBE (1941) und DAS DSCHUNGELBUCH (1942). Vincent Korda arbeitet auch für andere Regisseure, unter anderem für Ernst Lubitsch in SEIN ODER NICHTSEIN (1942) und Carol Reed in DER DRITTE MANN (1948).

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrt er nach Europa zurück und führt dort seine Filmkarriere fort. Seine letzten Arbeiten werden die internationale Kriegsproduktion DER LÄNGSTE TAG (1962) - für den er nochmals eine Oscar-Nominierung erhält - und der Episodenfilm DER GELBE ROLLS-ROYCE (1964).

Neben seiner Filmarbeit ist Vincent Korda viel beim Theater als Bühnenbildner und Ausstatter tätig. Er arbeitet unter anderem für das Londoner Old Vic.

Vincent Korda stirbt am 04. Januar 1979 in London.

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