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John Wayne

John Wayne
Darsteller

* 26. Mai 1907
Winterset (Iowa)
USA
† 11. Juni 1979
Los Angeles (Kalifornien)
USA

JOHN WAYNE • Biographie Seite 1/1

John Wayne prägt den Mythos des amerikanischen Westernhelden: raubeinig, zäh, stark und mit einem unerschütterlichem Glauben an die traditionellen amerikanischen Werte. Kein anderer Schauspieler wird derart häufig mit der Pionierzeit des amerikanischen Westens und seinem Niedergang in Verbindung gebracht. Er spielt den Sheriff, den Revolverheld, den Farmer oder den Offizier. Dabei geht der Darsteller intensive Arbeitsbeziehungen mit den Regisseuren John Ford und Howard Hawks ein, die als die größten Mythenproduzenten Amerikas gelten können.

John Wayne wird am 26. Mai 1907 als Marion Robert Morrison (später umbenannt in Marion Michael Morrison) in Winterset, Iowa geboren. Sein Vater verdient den Lebensunterhalt für die Familie als Apotheker, die Mutter ist Hausfrau. Zur Familie gehört noch sein jüngerer Bruder Robert. 1911 siedelt die Familie nach Lancaster, Kalifornien, wo sie eine Farm betreibt. 1913 eröffnet sein Vater wieder eine Apotheke in Glendale, einem Vorort von Los Angeles. Er absolviert seine Schulausbildung auf der Glendale High School, fällt besonders durch seine sportlichen Leistungen auf. Nach seiner Schulzeit übernimmt er Gelegenheitsjobs, bis er mit einem dreijährigen Sportstipendium an der University of Southern Califormia (USC) in den Fächern Jura und Volkswirtschaft einschreibt, an der er sich als Sportler des Football-Teams einen Namen macht. Nach einem Sportunfall muss er seine Karriere aufgeben; er bricht sein Studium ab.

1926 beginnt er als Requisiteur bei Fox-Studio zu arbeiten. Langsam arbeitet er sich in der Studio-Hierarchie nach oben, ist als Komparse tätig, bis er 1928 in kleineren Rollen als Schauspieler vor die Kamera tritt. Anfangs arbeitet er unter dem Namen "Duke Morrison", unter anderem in den Filmen seines Freundes John Ford. Seinen ersten Achtungserfolg feiert er als Treckführer Breck Coleman in dem Western DER GROßE TRECK (1930) unter der Regie von Raoul Walsh. Realistisch und drastisch erzählt der Film von einem Siedler-Treck, der von Kalifornien nach Oregon zieht. An den Kinokassen bleibt ihm allerdings der Erfolg versagt; erst später zählt der Film zu den Klassikern des Genres. Ab dieser Zeit tritt er unter dem Namen John Wayne auf. In der Folge ist er in vielen Western, meistens B-Movies oder Serials, präsent. Für mehr als 50 Filme posiert er vor der Kamera, auch singend, aber förderlich ist dies für seine berufliche Laufbahn nicht.

Erst Ende der 30er Jahre erhielt die Karriere des Schauspielers einen Schub, als er in dem Western von John Ford als Outlaw in RINGO (1939) das Publikum fasziniert. Er gibt einen geflohenen Revolverheld, der wie seine Mit-Reisenden in einer Postkutschenfahrt durch gefährliches Indianergebiet sein wahres Gesicht zeigt; als Außenseiter der Gesellschaft gehört er zu den Guten. Der Film enthält alle klassischen Elemente des Genres, bringt die Widersprüchlichkeit der Personen präzise auf den Punkt und bietet zudem atemberaubende Landschaftsbilder. Nach diesem Film wird John Wayne zum "Duke" von Hollywood. Er prägt den Mythos des amerikanischen Westernhelden: raubeinig, zäh, stark und mit einem unerschütterlichem Glauben an die traditionellen amerikanischen Werte. Kein anderer Schauspieler wird derart häufig mit der Pionierzeit des amerikanischen Westens und seinem Niedergang in Verbindung gebracht. In den klassischen Western verkörpert John Wayne den amerikanischen Traum von Individualität und Männlichkeit. Er steht für ungebrochene Freiheit, für den Slogan "Ein Mann muss das tun, was ein Man tun muss". Die besten Regisseure schaffen es aber auch, die schwachen Seiten des nach außen starken Mannes zu zeigen, menschliche Gefühle.

Auch in den 1940er, 1950er und 1960er Jahren arbeitet mit den Regisseuren John Ford und Howard Hawks zusammen, die die Klassiker des Western in Szene setzen. Es entsteht unter der Regie von John Ford unter anderem die so genannte "Kavallerie-Trilogie" mit BIS ZUM LETZTEN MANN (1948), DER TEUFELSHAUPTMANN (1949) und RIO GRANDE (1950). Zu den Meisterwerken gehört ebenso DER SCHWARZE FALKE (1956). Als Bürgerkriegsveteranen Ethan Edwards gibt John Wayne einen brutalen Indianerhasser, der seine Nichte aus der Gewalt der Comanchen befreien will. Auf seiner fünfjährigen Suche zeigt der Regisseur aber einen rücksichtslosen Mann, der vor sich selbst auf der Flucht ist. In DER MANN, DER LIBERTY VALANCE ERSCHOß (1961) thematisiert der Regisseur amerikanische Mythen- und Legenden-Produktion, die er selbst mit seinen Filmen vorangetrieben hat. Hier spielt John Wayne wieder einmal einen gesellschaftlichen Außenseiter, der zum eigentlichen Helden der Geschichte wird. Mit Howard Hawks arbeitet er in RED RIVER (1948) zusammen, wo er den Viehzüchter Tom Dunson gibt, der erkennen muss, dass neue Werte ihr Recht beanspruchen. In RIO BRAVO (1959) spielt er den Sheriff John Chance, der sich einer Gruppe von Revolvermännern erwähren muss. Mit den späteren Filmen EL DORADO (1966) und RIO LOBO (1970) verbindet sich RIO BRAVO (1959) zu einer Trilogie über eingeschworene Gemeinschaften, die auf sich allein gestellt, schwierige Aufgaben erfüllen müssen. Dabei werfen Regisseur und Schauspieler immer einen leicht ironischen Blick auf die gealterten Helden. Den letzten Film, in dem der Schauspieler vor der Kamera steht, inszeniert Don Siegel. DER SHOOTIST (1976) schildert die letzen acht Tage im Leben eines gealterten Revolverhelden.

Natürlich ist John Wayne auch außerhalb des Western-Genres aktiv. Er spielt zwar mehrfach den Sheriff, den Revolverheld, den Farmer oder den Offizier, steht aber auch in Abenteuer- und Kriegsfilmen seinen Mann. In Dramen, Komödien, Abenteuer- und Kriegsfilmen ist er einer der populärsten Darsteller über vier Jahrzehnte. Zwischen 1928 und 1976 spielt er in mehr als 150 Filmen mit. Er spielt an der Seite von Marlene Dietrich, ist als Großwildjäger unterwegs oder schifft durch Südostasien. In dem Western DER MARSHAL (1968) von Henry Hathaway spielt er einen einäugigen Marshal, der einem jungen Mädchen hilft, die Ermordung seines Vaters zu rächen. Die Rolle ist komödiantisch angelegt, John Wayne erhält als Bester Hauptdarsteller für seine Leistungen seinen ersten und einzigen Oscar.

Als Produzent tritt John Wayne seit Ende der 40er Jahre auf. Er gründet die W.-Fellows Productions, die später in Batjac Production Company umbenannt wird. Sein Sohn Michael Wayne ist an der Herstellung der meisten seiner Filme beteiligt. Der Schauspieler macht auch als Politiker auf sich aufmerksam. 1944 gründet er gemeinsam mit Anderen die "Motion Picture Alliance for the President of American Ideals". Er tritt als Propagandist auf, vertritt konservative und reaktionäre amerikanische Politik. 1968 unterstützt er die US-Politik während des Krieges in Südostasien. Filme, bei denen er selbst als Regisseur fungiert, untermauern seine politischen Ansichten. THE ALAMO (1960) ist ein propagandistischer Durchhaltefilm über die Verteidigung von Fort Alamo gegen die Mexikaner im Freiheitskampf der Texaner 1836. Der patriotisch gehaltene Film DIE GRÜNEN TEUFEL (1967) schildert Episoden aus dem Vietnamkrieg, die den humanistischen Geist der amerikanischen Armee dokumentieren sollen.

John Wayne heiratet 1933 die Chilenin Jospehine Alcia Saenz, mit der er vier Kinder hat. Der älteste Sohn Michael Wayne (geb. 1934) wird später als Filmproduzent arbeiten, Patrick Wayne (geb. 1939) ist als Schauspieler tätig. Die zwei Töchter Toni (geb. 1936) und Melinda (geb. 1940) gehen andere berufliche Wege. Die Ehe wird 1945 geschieden. In zweiter Ehe lebt er von 1946 bis 1954 mit der mexikanische Schauspielerin Esperanza Baur zusammen. Ein drittes Mal tritt er mit der Peruanerin Pilar Palette vor der Traualtar. Gemeinsam haben sie drei Kinder, wobei der Sohn Ethan Wayne (geb. 1962) auch als Schauspieler arbeitet.

John Wayne stirbt am 11. Juni 1979 in Los Angeles nach langer Krankheit an Krebs.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Juli 2003

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