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Fay Wray

Fay Wray
Darsteller

* 15. September 1907
Alberta
Kanada
† 08. August 2004
New York
USA

FAY WRAY • Biographie Seite 1/1

Fay Wray spielte die schöne blonde Ann Darrow in KING KONG UND DIE WEIßE FRAU (1933), die sich auf dem Empire State Building in New York in den Klauen des Riesenaffen befindet. Mehr als 70 Filme hat die Schauspielerin in ihrer 60-jährigen Karriere gedreht, aber mit keiner anderen Rolle wurde sie derart in Verbindung gebracht. Dabei besitzt sie durch einige Rollen in Klassikern des Horror-Genre Kult-Status.

Fay Wray wird am 15. September 1907 als Fay Wray in Cardston, Kanada geboren. Ihr Vater bewirtschaftet eine Farm. Sie ist das jüngste von vier Kindern. Ende der 1910er Jahre macht sich die Familie auf nach Amerika, wo sich die Eltern bald scheiden lassen. Als sie 12 Jahre alt ist, gewinnt sie einen Zeitungswettbewerb und darf bei Probeaufnahmen vor der Filmkamera posieren. In Los Angeles besucht sie die Hollywood High School und tritt in einem Laienspiel auf. Bereits mit 16 Jahren spielt sie Statistenrollen in verschiedenen Filmen, arbeitet mit Bud Barsky, Hal Roach und William Wyler zusammen. Zu Beginn ihrer Karriere als Schauspielerin tritt sie in Slapstick-Kurzfilmen und Western auf.

Eine ihrer ersten größeren Rollen erhält sie als einfaches Mädel Mitzi Schrammel von dem Regisseur Erich von Stroheim, der sie für seinen Film DER HOCHZEITSMARSCH (1928) engagiert. Sie wird als Serviermädchen von einem verarmten Prinzen begehrt, der sie aber verlässt, als er eine reiche Adlige ehelichen soll. Danach wird sie zu einem Publikumsliebling, arbeitet unter anderem mit Mauritz Stiller in DER KÖNIG VON SOHO (1928) und mit Josef von Sternberg in SIE NANNTEN IN THUNDERBOLT (1929) zusammen. In letzterem spielt sei eine moderne New Yorkerin, die sich von ihrem Freund, einem Gangster trennt und einem kleinen Bankangestellten zuwendet. Auch Regisseur Frank Capra engagiert sie für DAS LUFTSCHIFF (1931). Hier kämpfen der Kommandant eines Luftschiffs und der Pilot eines kleinen Flugzeugs um ihre Gunst.

Der Tonfilm macht der Schauspielerin keine Schwierigkeiten, sie übersteht die Umstellung. Ihr erster Tonfilm wird ein Horrorfilm und zugleich eine in Technicolor gedrehte Produktion: DOKTOR X (1932) von Michael Curtiz. Hier gibt sie die Tochter eines Wissenschaftlers, der einem Frauen-Serienmörder auf der Spur ist. Als sein erster Versuch, den Mörder zu überführen, misslingt, stellt sie sich als Köder zur Verfügung. Das Genre wird in der Folge eines der interessantesten für die Schauspielerin, darin erlangt sie regelrechten Kult-Status. In zahlreichen Filmen spielt sie eine Frau, der anfangs selbstbewusst, nun von ihren männlichen Gegnern gepeinigt wird. Sie wird zum Opfer schlechthin. Das Bild der klassischen Verführerin wird umgekehrt. In ihr personifiziert sich jene weibliche Opfergestalt, die vor Schrecken mit weitaufgerissenen Augen in Ohnmacht fällt und in den meisten Fällen vorher noch einen Schrei des Entsetzens ausstößt. Dieser macht die Darstellerin dann auch berühmt: Sie erhält den Titel "Queen of Screams". In GRAF ZAROFF - GENIE DES BÖSEN (1932) unter der Regie von Ernest B. Schoedsack und Irving Pichel arbeitet sie mit und erhält viele Gelegenheiten zum Schreien als Objekt eines perversen Irren.

Ihre Schönheit und ihr Schrei bringt ihr die Rolle in KING KONG UND DIE WEIßE FRAU (1933) von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack ein. Erzählt wird von einem Filmteam, das auf einer Insel nicht nur Dinosaurier und andere Urwelttiere entdeckt, sondern auch einen Riesen-Gorilla. Er entführt die Hauptdarstellerin, wird aber gefangen und nach New York verschifft. Nachdem er sich dort befreien kann, flieht er mit der Schauspielerin als Gefangene auf das Empire State Building. Der Film zählt zu den Klassikern des Genres, setzt tricktechnisch Maßstäbe. Wieder ist es der Schrei von Fay Wray, der in die Filmgeschichte eingeht.

Danach ist die Schauspielerin viel beschäftigt, dreht 1933 mehr als 10 Filme. Mit Michael Curtiz arbeitet sie nochmals in DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS (1933) zusammen. Hier will sie ein entstellter Bildhauer umbringen und gleichzeitig als Wachsfigur neu erschaffen. In SCHWARZER MOND (1934) von Roy William Neill liefert sie eine ihrer besten Darstellungen ab. Der Film ist eine Fortsetzung von THE WHITE ZOMBIE (1932) von Victor Halperin und erzählt von einer jungen Frau, die auf ihre Heimatinsel zurückkehrt und dort fast ihr Kind bei Voodoo-Riten opfert. Ihr Ehemann kann das Kind retten, muss aber die Mutter töten.

Aber Fay Wray spielt auch in anderen Genre, wird eine beachtliche Charakterdarstellerin. In den 1930er Jahren erhält sie Hauptrollen an der Seite von Hollywoodstars wie Gary Cooper, Melvyn Douglas, Joel McCrea und Spencer Tracy, steht an der Seite ihrer Kollegin Ingrid Bergman vor der Kamera. In SCHREI DER GEHETZTEN (1934) von Jack Conway gibt sie eine aufreizende Dame der bürgerlichen Oberschicht, die sich scheinbar während der Revolutionswirren in Mexiko für den Revolutionär Pancho Villa interessiert. In dem Walter Forde-Film BULLDOG JACK (1935) hält sie ein Verbrecher gefangen und wird von legendären Abenteurer Bulldog Drummond befreit. Zeitweise arbeitet sie in England. Ab Ende der 1930er Jahre werden ihre Auftritte vor der Kamera seltener. Mitte der 1950er Jahre feiert sie ein kleines Comeback, tritt in zahlreichen Fernsehfilmen auf. Neben ihre Arbeit als Schauspielerin ist sie als Drehbuchautorin tätig. 1988 erscheint ihre Autobiographie "On The Other Hand".

In erste Ehe ist Fay Wray mit dem Schauspieler John Monk Saunders verheiratet. Gemeinsam haben sie ein Kind. Nach der Scheidung begeht er 1939 Suizid, danach zieht sich die Schauspielerin aus der Öffentlichkeit zurück. 1942 heiratet sie den Drehbuchautor Robert Riskin, mit dem sie zwei Kinder hat. Ihr Ehemann erleidet einen Schlaganfall. Fay Wray pflegt ihn bis zu seinem Tod 1955, dreht in dieser Zeit keine Filme. Zum dritten Mal tritt sie 1971 vor den Traualtar und heiratet Dr. Sanford Rothenberg. Auch ihn überlebt sie, er stirbt nach zwanzig Jahren Ehe 1991. Ihre Tochter Victoria Riskin arbeitet als Produzentin beim Film, außerdem ist sie einige Jahre Präsidentin der Screen Writer's Guild of America.

Fay Wray stirbt am 08. August 2004 in New York City.

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Autorin: Ines Walk
Stand: September 2004

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