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Bette Davis

Bette Davis
Darsteller

* 05. April 1908
Lowell (Massachusetts)
USA
† 06. Oktober 1989
Neuilly-sur-Seine
Frankreich
andere Namen Ruth Elizabeth Davis

BETTE DAVIS • Biographie Seite 1/1

Betty Davis gilt vielen als das bad girl. Sie spielt in ihrer langjährigen Karriere zahlreiche habgierige Erbinnen, mörderische Ehefrauen oder verschmähte, eifersüchtige und unversöhnliche Geliebte. Die Frauen, die sie verkörpert, sind klug und beherrscht, unabhängig und scharfzüngig, hart und berechnend. Sie besitzen immer eine ganz eigenwillige Individualität. Ihre Rollen spielt Bette Davis mit einer Leidenschaft und Intensität, die ihr selten jemand nachmachen kann. Sie brilliert im film noir durch bissige Kaltschnäuzigkeit, behauptet sich selbstbewußt in der Männerwelt.

Bette Davis wird am 05. April 1908 als Ruth Elizabeth Davis in Lowell (Massachusetts) geboren. Ihr Vater ist Rechtsanwalt, ihre Mutter Photographin. Ihre Eltern lassen sich früh scheiden. Sie wächst bei der Mutter auf. Bette Davis besucht die Cushing Academy in Ashburnham und später die Mariarden School of Dancing. Theaterspielen, Tanzen und Singen sind ihre Leidenschaft. Sie nimmt ein Studium der Schauspielerei an der Robert Milton-John Murray Anderson School of the Theatre in New York auf. Als 20-Jährige debütiert sie auf der Theaterbühne in Rochester. Unter der Regie von George Cukor spielt sie in dem Stück "Broadway". Bereits ein Jahr später arbeitet sie auf dem Broadway.

1930 unterschreibt sie einen Vertrag mit der Produktionsfirma Universal. Neben Hobart Henley debütiert Bette Davis vor der Kamera in dem Film BAD SISTER (1931). Hier spielt auch der damals noch unbekannte Humphrey Bogart eine Rolle, mit dem sie noch zweimal vor der Kamera stehen wird. Der Film ist kein Erfolg, danach spielt die junge Schauspielerin in einigen Filmen in der zweiten Reihe. Regisseure und Produzenten können mit ihr nicht viel anfangen, sie entspricht nicht dem gängigen Klischee der naiven Blonden, dem damaligen Schönheitsideal Hollywoods. Nach ihrem Wechsel zu Warner Brothers und ihrem dortigem Film THE MAN WHO PLAYED GOD (1932) wird Bette Davis erstmals von Produzenten beachtet. In der Folge zählt sie bald zu den Stars von Hollywood, spielt sich durch eine Reihe von Melodramen, Gangster- und Kriminalfilmen. Künstlerische Anerkennung erfährt sie 1934 für ihre Darstellung der Kellnerin Mildred Rogers in OF HUMAN BONDAGE (1934). Für ihre Verkörperung der egoistischen, geldgierigen und etwas verluderten Kellnerin erhält sie ihre erste Oscar-Nominierung. Insgesamt wird die 12mal für den wichtigen Filmpreis nominiert werden.

Bereits ein Jahr später hält sie erstmals den Oscar als Beste Hauptdarstellerin in den Händen. In GEFÄHRLICHE LIEBE (1936) spielt sie die alkoholsüchtige Schauspielerin Joyce Heath. Danach werden der Darstellerin von Warner Brothers zahlreiche schlechte Rollen angeboten, gegen die sie sich gerichtlich wehrt. Zwar verliert sie den Prozeß, gehört aber in den 30er und 40er Jahren zu den weiblichen Stars in Hollywood. Sie spielt unter anderem neben Humphrey Bogart, Edward G. Robinson, Paul Henreid und Henry Fonda. Mit dem beiden Filmen MORD IM NACHTCLUB (1936) und MIT HARTEN FÄUSTEN (1937) kann sie auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig glänzen. Sie erhält den Coppa Volpi als Beste Darstellerin.

Mit ihren zweiten Oscar wird die Schauspielerin für die Rolle der Julie Marsden ausgezeichnet. Sie gibt eine kapriziöse und attraktive Südstaatlerin, die ihren Willen immer und überall durchsetzen will, damit die bürgerliche Gesellschaft mehrfach vor den Kopf stößt und sogar ihren Verlobten verliert. Nach JEZEBEL (1938) arbeitet sie mehrfach mit dem Regisseur des Films William Wyler zusammen. Er inszeniert Bette Davis als eiskalte Mörderin in DAS GEHEIMNIS VON MALAMPUR (1940). Hier spielt sie eine Plantagenbesitzerin in Indien, die ihren Ehemann aus Eifersucht tötet. In DIE KLEINEN FÜCHSE (1941) mimt sie eine habgierige und rücksichtlose Bankiersgattin, die ohne Reue und Bedauern ihren Mann sterben läßt. Durch ihre Rollenauswahl wird Betty Davis zu einer der bekanntesten Darstellerinnen des bad girls. Sie spielt in ihrer langjährigen Karriere zahlreiche habgierige Erbinnen, mörderische Ehefrauen oder verschmähte, eifersüchtige und unversöhnliche Geliebte.

Zu einem ihrer besten Filme zählt ALLES ÜBER EVA (1950) in der Regie von Joseph L. Makiewicz. Hier erschleicht sich die junge Schauspielerin Eve, gespielt von Anne Baxter die Rollen, Freunde und sogar das Leben des alternden Broadway-Stars Margo Channing. Der Film überzeugt neben seinen brillanten Schauspielern durch seine bitteren und witzigen Kommentare auf das amerikanische Showgeschäft. Er wird mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit sechs Oscars. Bette Davis erhält die Goldene Palme in Cannes und wird von den New York Critics als beste Schauspielerin geehrt.

1941 wählen sie die Mitglieder der amerikanischen Film Academy zu ihrer Präsidentin. Mitte der 40er Jahre gründet sie ihre eigene Filmgesellschaft, die B. D., Inc. Anfang der 50er Jahre steht Bette Davis auch wieder auf der Theaterbühne. Sie spielt unter anderem in der Musical-Revue "Two's Company" (1952). Außerdem tritt sie in New York in der dramatisierten Lesung "The World of Carl Sandburg" (1960) und in dem Drama "Die Nacht des Leguan" (1961) auf.
Als Filmangebote immer mehr ausbleiben, kommen vom Fernsehen Angebote. 1957 gibt sie ihr Debüt auf der kleinen Leinwand. Danach ist sie in zahlreichen TV-Filmen zu sehen. Auch hier bemüht sie sich um Charakterdarstellungen. Bette Davis arbeitet mittlerweile auch in Europa, spielt unter anderem in dem Psycholthriller WAR ES WIRKLICH MORD? (1965) von Seth Holt ein altes Kindermädchen, welches den Tod der Tochter verschuldet und um dies zu vertuschen, den Sohn ertränken will.

Auch im Alter gelingen Bette Davis herausragende Darstellungen. Zweimal arbeitet sie mit dem Regisseur Robert Aldrich zusammen. Er setzt sie und ihre Kollegin Joan Crawford in WAS GESCHAH WIRKLICH MIT BABY JANE? (1962) gekonnt in Szene. Beide spielen ein lebenslang verfeindetes Schwesternpaar, die seelisch und körperlich verfallen, in gegenseitige Abhängigkeit geraten und sich ihr Leben zur Hölle machen. In WIEGENLIED FÜR EINE LEICHE (1964) mimt Bette Davis eine hassende Frau, die ihre Cousine - gespielt von Olivia de Havilland - gemeinsam mit ihrem Arzt in den Wahnsinn treiben will.

1977 wird die Schauspielerin mit dem Life Achievement Award für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Sie hat an mehr als 80 Kinofilmen mitgewirkt. Kurz vor ihrem 75. Geburtstag gibt Bette Davis der BBC ein ausführliches Interview, in dem sie ohne Wehmut, dafür mit Charme und Witz auf ihre fast sechzigjährige Hollywood-Karriere zurückblickt.

Bette Davis ist viermal verheiratet, unter anderem mit dem Schauspieler Gary Merrill. Sie hat eine Tochter, adoptiert zwei weitere Kinder. Bereits 1962 erscheinen ihre Memoiren. Am 06. Oktober 1989 stirbt Bette Davis in Neuilly, Frankreich.

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