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Lucien Ballard

Lucien Ballard
Kamera, Kamera-Assistenz

* 06. Mai 1908
Miami (Oklahoma)
USA
† 01. Oktober 1988
Racho Mirage (Kalifornien)
USA

LUCIEN BALLARD • Biographie Seite 1/1

Lucien Ballard gehört zu jenen Kameramännern, die es verstehen, die Ideen der Regisseure und Drehbuchautoren in faszinierende Bilder umzusetzen. Als Meister der Schwarz-Weiß-Fotographie fängt er die atmosphärischen Stimmungen bei Josef von Sternberg oder Sam Peckinpah ein.

Lucien Ballard wird am 06. Mai 1904 in Miami (Oklahoma) geboren. Seine Vorfahren sind Indianer, Cherokee. Er studiert an der Universität in Oklahoma, später in Pennsylvania.

Zum Film kommt er nach seinem Studium 1929, als er beginnt bei der Produktionsfirma Paramount als Kamera-Assistent und Cutter zu arbeiten. Bereits ein Jahr später arbeitet er bei Josef von Sternbergs MAROKKO (1930), in dem Marlene Dietrich die Hauptrolle spielt. Verschiedene Filter und Abdeckungen lassen Lichtstrahlen auf der Haut der Hauptdarstellerin erscheinen. Das Team Regisseur / Kameramann / Darstellerin schafft es, eine in Amerika völlig unbekannte Schauspielerin – der Film DER BLAUE ENGEL (1930) hat in Amerika erst im Januar 1931 Premiere – über Nacht zum Star zu machen. Er arbeitet an einem weiteren Film DER TEUFEL IST EINE FRAU (1935) mit. Gemeinsam mit Josef von Sternberg fotografiert er. Der Film erhält bei dem Internationalen Filmfestival in Venedig 1935 den Preis für die Beste Kamera. Bei den nächsten gemeinsamen Arbeiten ist er bereits Chefkameramann: SCHULD UND SÜHNE (1935) und THE KING STEPS OUT (1936). Die Arbeit mit Josef von Sternberg wird für den jungen Kameramann stilbildend.

Ab jetzt zählt Lucien Ballard zu den routinierten Kameramännern. Er inszeniert manchmal bis zu 5 Filmen im Jahr, wechselt mehrmals die Produktionsfirmen genauso wie die Genre. Fünf Filme produziert er mit dem routinierten Regisseur John Brahm. Er ist an der Produktion einiger B-Movies bei der Columbia beteiligt, bis er 1944 wieder bei künstlerisch ambitionierten Produktionen die Kamera führt. Einige der wichtigsten Regisseure arbeiten nun erneut regelmäßig mit dem Kameramann.

Er arbeitet wiederholt für den Regisseur Budd Boetticher, der durch einige faszinierende Western in schwarz-weiß wie Farbe auf sich aufmerksam macht. Der Regisseur Henry Hathaway zieht den Kameramann mehrmals zu seinen Filmen heran. PRINZ EISENHERZ (1954) oder DER MARSHAL (1968) entstehen in dieser Zusammenarbeit. Ebenso steht Lucien Ballard bei Stanley Kubrick hinter der Kamera in DIE RECHNUNG GING NICHT AUF (1956). Zu einer überaus kreativen Zusammenarbeit kommt es mit dem Regisseur Sam Peckinpah. Lucien Ballard gehört zu dessen bevorzugten Mitarbeitern. Er fotografiert einen der bedeutensten und einflußreichsten Western THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ (1969). Wohl zum ersten Mal ist der Tod in Zeitlupe zu sehen, verwaschene Bilder vermitteln ein authentisches Gefühl für die Außenseiter der Gesellschaft. In poetischen Bildern wird eine Ballade über das Ende alter Mythen und Helden erzählt. In der Folge entstehen unter seiner Kameraführung einige wichtige Spät-Western, wobei er den vorläufigen Abgesang des Genre in braunen Farbtönen kongenial in Szene setzt.

Bis Mitte der 1980er Jahre steht Lucien Ballard hinter der Kamera. 1985 dreht er seinen letzen Film. Bis dahin ist er an über 120 Produktionen beteiligt. Da er häufig nicht in den Credits benannt wird, ist davon auszugehen, dass der angesehene Kameramann noch mehr Filme fotografiert hat.

Lucien Ballard ist 4 Jahre mit der Schauspielerin Merle Oberon verheiratet, die er auch bei mehreren Filmen ablichtet, unter anderem in Wilhelm Dieterles DIE LIEBE UNSERES LEBENS (1945) oder Jacques Tourneurs BERLIN-EXPRESS (1947).

1988 erlebt Lucien Ballard einen Fahrradunfall, an dessen Folgen er am 01. Oktober 1988 in Racho Mirage (Kalifornien) stirbt.

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