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Karl Schönböck

Karl Schönböck
Darsteller

* 04. Februar 1909
Wien
Österreich
† 21. März 2001
München
Deutschland

KARL SCHÖNBÖCK • Biographie Seite 1/1

Karl Schönböck hat mehr als 80 Jahre auf der Theaterbühne und vor der Kamera gestanden. Im Laufe seiner langen Schauspielerkarriere spielt er mehr als 240 verschiedene Theaterrollen, steht in rund 100 Filmen und fast ebenso vielen TV-Spielen vor der Kamera. Dabei hat der Schauspieler fast immer ein und dieselbe Rolle gegeben: den "Grandseigneur des deutschen Films".

Karl Schönböck wird am 4. Februar 1909 in Wien als Karl Ludwig Joseph Maria Schönböck geboren. Sein Vater ist Donauschiffer. In seiner Jugend ist Karl Schönböck überaus sportlich, er nimmt Fecht- und Boxunterricht, gewinnt sogar bei Jugend-Meisterschaften. Schon früh will er Schauspieler werden. Nach seiner Schulausbildung studiert er an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in seiner Heimatstadt. Sein Theater-Debüt gibt er am Stadttheater in Meißen, danach ziegt er durch den deutschsprachigen Raum, spielt in Hannover, Salzburg und Königsberg, bis er in Berlin ankommt. Hier gehört er zum Ensemble verschiedener Bühnen.

1936 wird sein erster Film uraufgeführt. An der Seite von Lil Dagover spielt er unter der Regie von Reinhold Schünzel einen eleganten englischen Lord in dem Film DAS MÄDCHEN IRENE (1936). In der Folge wird der Schauspieler auf diese Rolle festgelegt, er spielt in zahlreichen Unterhaltungsfilmen Gentlemens, Salonlöwen, betuchte Herren und Kavaliere. Bis 1945 ist er an mehr als 30 Filmproduktionen beteiligt, sein Metier sind vorzugsweise Operetten und Lustspiele.

Nach 1945 hat der Schauspieler keinerlei Schwierigkeiten, auf der Theaterbühne und beim Film Anschluß zu finden. Zunächst tritt er in Berlin auf der "Tribüne" auf, spielt in diversen Kleinkunstprogrammen. 1946 geht er an die Kammerspiele in München. Der Stadt bleibt er länger treu, gründet dort mit einigen Kollegen auch das Kabarett "Die kleine Freiheit". Er bleibt zwar ohne festes Ensemble, aber seit Mitte der 50er Jahre unternimmt der Darsteller zahlreiche Tourneen und Gastspiele, die ihn nach Stuttgart, Wien und Berlin führen. Karl Schönböck zählt zu jenen Schauspielern, der die leichte Unterhaltung, gehobene Boulevard- sowie englische Konversationsstücke als Passion betreibt.

Auch auf der Kinoleinwand wird er nach 1945 schnell eine feste Größe im westdeutschen Film. Er bleibt seiner Rolle treu und spielt auch jetzt vorzugsweise die gleichen Typen: hoher Adel, Kaiser und Fürsten, Gentlemens und Offiziere. Er wird zu einem "Grandseigneur des deutschen Films". Bis Mitte der 70er Jahre wirkt der Schauspieler in über 100 Kinofilmen - überwiegend der leichten Muse - mit. Im Alter von mehr als 60 Jahren sucht er sich seine Rollen gezielt aus. Er ist in einem Italo-Western dabei, spielt in Filmen des Jungen Deutschen Films oder gibt einen kurzen Auftritt in einem der erfolgreichsten deutschen Filme: OTTO - DER FILM (1985) an der Seite von Otto Waalkes. Seine letzte Leinwand-Rolle spielt er neben Götz George den Professor Strasser in Helmut Dietls Satire über die gefälschten Hitler-Tagebücher SCHTONK (1991).

Auch das Fernsehen bietet dem Darsteller seit Mitte der 60er Jahre ein großes Betätigungsfeld. In mehr als 100 TV-Spielen, Kurz- wie langen Spielfilmen ist er zu sehen. Er ist in den klassischen Serie dabei, wie unter anderem "Tatort" oder "Dem Täter auf der Spur". Als Dr. Dr. Gürtler in "Die Wicherts von nebenan" (1987) und als Graf Steinfeld in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs" (1986 - 1989) erlangt er enorme Zuschauerzahlen. Bis kurz vor seinem Tod steht er noch vor der Fernsehkamera, zuletzt in der TV-Serie "Die Verbrechen des Professor Capellari" (1998).

Für seine Leistungen erhält der Schauspieler unter anderem 1979 das Bundesverdienstkreuz und 1985 das Filmband in Gold sowie 1989 das "Ehrenkreuz 1. Klasse für Kunst und Wissenschaft" der Republik Österreich. 1988 sind die Lebenserinnerungen des Schauspielers unter dem Titel "Wie es war durch achtzig Jahr" erschienen.

Karl Schönböck ist zweimal verheiratet. In erster Ehe lebt er mit der Schauspielerin Herta Saal zusammen, mit er er auch eine gemeinsame Tochter Christine hat, die 1942 geboren worden ist. Seit 1964 ist der Mime mit der Schauspielerin Corinna Genest verheiratet. Er stirbt am 21. März 2001 in München an den Folgen eines Schlaganfalles.

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