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René Deltgen

René Deltgen
Darsteller

* 30. April 1909
Esch-sur-Alzette
Frankreich
† 29. Januar 1979
Köln
Deutschland

RENÉ DELTGEN • Biographie Seite 1/1

René Deltgen ist einer der wichtigsten Schauspieler aus dem kleinen Luxemburg. Seinen Karrierehöhepunkt hat der Darsteller im nationalsozialistischen Deutschland, wo er von 1936 bis 1945 zu den beliebtesten Schauspielern zählt. Er ist der Star zahlreicher Abenteuer-, Kriminal- und Zirkusfilme, mimt mit Vorliebe den Draufgänger, oft auch den Bösewicht, und übernimmt als älteres Semester die Rollen der Väter und Großväter.

René Deltgen wird am 30. April 1909 als Renatus Heinrich Deltgen in Esch (Luxemburg) geboren. Sein Vater ist Chemiker. Nach dem Abschluß des Gymnasiums geht der Sohn seine eigenen Wege und nimmt mit 18 Jahren Schauspielunterricht in Köln. Er debütiert an den Städtischen Bühnen in Köln, später folgen Engagements in Frankfurt. Ab 1936 steht der junge Schauspieler in Berlin auf der Bühne, der Darsteller Eugen Klöpfer holt ihn in die Hauptstadt. Er steht auf verschiedenen Bühnen der Stadt, spielt an der Volksbühne, am Theater in der Saarlandstraße und am Schiller-Theater. René Deltgen wird bald ein anerkannter Bühnendarsteller, der in klassischen Inszenierungen wie zum Beispiel als Franz Moor in "Die Räuber" oder als Mephisto in "Faust" überzeugt.

Seine Ankunft in Berlin bemerkt auch die Universum Film AG (Ufa), die ihn sofort für ihre Filmproduktionen verpflichtet. Seine erste Arbeit vor der Kamera wird die Rolle des Maillezais in DAS MÄDCHEN JOHANNA (1935) unter der Regie von Gustav Ucicky. In der Folge spielt er in zahlreichen Filmstreifen mit, übernimmt meistens die Rolle des Helden, der draufgängerisch und lässig seine Aufgaben erfüllt. In den zehn Jahren bis 1945 dreht der Schauspieler 34 Filme; 1939 wird er zum Staatsschauspieler ernannt. Bevorzugt wird der Darsteller in Abenteuerfilmen besetzt. In KAUTSCHUK (1938) bricht er als Engländer das brasilianische Kautschuk-Monopol, in dem er auf abenteuerliche Weise den Samen nach England schmuggelt. Als Inspektor Düwell verfolgt er in DR. CRIPPEN AN BORD (1942) einen Mörder.

René Deltgen spielt auch in nationalsozialistischen Propagandafilmen mit. Unter anderem ist er als Agent Karl Ludwig Faerber in dem Spionage-Streifen ACHTUNG! FEIND HÖRT MIT! (1940) zu sehen. Ebenso ist der Schauspieler in dem anti-englischen Propgandafilm MEIN LEBEN FÜR IRLAND (1941) dabei. In SPÄHTRUPP HALLGARTEN (1942) wird den deutschen Zuschauern die Überlegenheit der eigenen Wehrmacht vor Augen geführt und Siegeszuversicht gefördert.

Seine erfolgreichsten und publikumswirksamsten Auftritte hat der Schauspieler in Zirkusfilmen, die er Anfang der 40er Jahre mit dem Regisseur Arthur Maria Rabenalt dreht. In DIE 3 CODONAS (1940) spielt er den ehrgeiziger Artist Alfredo Codona, dem der Beruf alles bedeutet und der zwischenmenschliches Fehlverhalten mit Draufgängertum kompensiert. Drei Jahre verkörpert er in ZIRKUS RENZ (1943) den Artisten Renz, der durch artistische Höchstleistungen und Risikobereitschaft den bekannten deutschen Zirkus gründet.

Nach 1945 benötigt René Deltgen einige Zeit, um wieder auf der Bühne zu arbeiten. Zunächst verdient er seinen Lebensunterhalt als Küchenchef und mit Pferdedressuren beim Zirkus. Gemeinsam mit seinem Schauspielerkollegen Karl John führt er ein kabarettistisches Programm auf, bis er 1946 ein Engagement am Stadttheater Koblenz erhält. Später arbeitet er wieder in Köln. In fast jeder Theaterrolle überzeugt er; bei Ibsen oder Tennessee Williams, Zuckmayer oder Moliére.

Der westdeutsche Film hat selten Rollen für den vielschichtigen Darsteller, die ihm genügend Raum geben würden, seine Fähigkeiten zu zeigen. In NACHTWACHE (1949) mimt er den Schauspieler Stefan Gorgas, der voller Selbstzweifel ist. Er spielt den skrupellosen sowjetischen Geheimdienstoffizier Kazanow in WEG OHNE UMKEHR (1953) von Victor Vicas. In zwei Abenteuerstreifen unter der Regie von Fritz Lang knüpft er als Fürst Ramigani an seine früheren Filmarbeiten im Abenteuermilieu an. Daneben spielt er zahlreiche bodenständige Figuren durch alle soziale Klassen hindurch.

Ab 1960 arbeitet René Deltgen auch für das Fernsehen. Große Popularität erreicht er als schweigsamer Großvater in der 26-teiligen TV-Serie "Heidi" (1978). Beim Hörfunk übernimmt er überaus erfolgreich die Rolle des Helden in der "Paul-Temple"- Kriminalserie.

Für seine Leistungen um den deutschen Film wird René Deltgen 1978 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

Der Schauspieler ist mit der Cellistin Elsie Scherer verheiratet. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor. René Deltgen stirbt am 29. Januar 1979 in Köln und wurde auf dem Friedhof Melaten beigesetzt.

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