Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

James Mason

James Mason
Darsteller

* 15. Mai 1909
Huddersfield
Großbritannien
† 27. Juli 1984
Lausanne
Schweiz

JAMES MASON • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler James Mason ist über Jahre der beliebteste Schauspieler Großbritanniens. In 50 Jahren vor der Kamera hat der Schauspieler in über 100 Filmen mitgewirkt. Dreimal wird er für einen Oscar nominiert, konnte ihn jedoch niemals gewinnen. Unzufrieden ist er Zeit seines Lebens mit dem Rollenangeboten, zu selten kann er seine wahren Fähigkeiten als Schauspieler zeigen. Regisseure wie Stanley Kubrick, Sidney Lumet, Alfred Hitchcock oder George Cukor wissen das Talent des als kompliziert geltenden Schauspielers zu schätzen.

James Mason wird am 15. Mai 1909 in Huddersfield geboren. Er wächst in einer gutbürgerlichen Kaufmannsfamilie auf. Nachdem er das Marlborough College abgeschlossen hat, beginnt er ein Studium der Architektur an der Cambridge University. Aber ihn interessiert die Schauspielerei, 1931 debütiert er auf der Theaterbühne in dem Stück "Rasputin, the Rascal Monk". Danach spielt er an verschiedenen Theatern, unter anderem in Hull und Croydon, ab 1933 spielt er am traditionsreichen Old Vic gemeinsam mit Charles Laughton. Einige Zeit später engagiert ihn das Gate Theatre in Dublin. Obwohl er später ein vielbeschäftigter Filmschauspieler wird, bleibt er der Theaterbühne Zeit seines Lebens treu.

Mitte der 30er Jahre kommt der Schauspieler in Kontakt mit dem Film. Seine erste Filmrolle erhält er von dem Regisseur Albert Parker in LATE EXTRA (1935). Er spielt einen unerfahrenen Reporter, der einen Verbrecher einfängt. Danach spielt er in zahlreichen kleineren Filmen; ist mit seinen Rollenangeboten unzufrieden. 1938 gründet er gemeinsam mit Roy Kellino und Pamela Kellino die Gamma Productions. Aber erst Mitte der 40er Jahre setzt sich der Schauspieler durch, wird zum britischen Filmstar der 40er und 50er Jahre.

In dem Liebesdrama DER HERR IN GRAU (1942) von Leslie Arliss spielt er den kalten Marquis de Rohan. James Masons souveräne Darstellung macht den düsteren Schauerroman zum Kassenschlager, an seiner Seite agieren Margaret Lockwood, Phyllis Calvert und Stewart Granger. Die typische Rolle für den Schauspieler ist gefunden. Meistens sind seine Figuren auf der Oberfläche gutaussehne Männer mit Charme und Intelligenz, die beißend und bissig daherreden, den Frauen die Herzen brechen und sie nur für ihre Zwecke benutzen. Überzeugend kann er die Mischung aus Romantik und Brutalität verkörpern, bringt die Komplexität dieser Typen, ihren Weltschmerz und die innere Zerissenheit passend zum Ausdruck. In Filmen wie GASLICHT UND SCHATTEN (1945), DIE FRAU OHNE HERZ (1945) und DREI EHEN (1946) spielt er diesen Typ hervorragend.

Mit dem Carol Reed Film AUSGESTOßEN (1946) setzt sich der große Charakterschauspieler durch. James Mason spielt hier einen irischen Untergrundkämpfer, dessen Leben im irischen Bürgerkrieg aus den Fugen geraten ist. Für die Kritiker ist es seine bis dahin beste Leistung. Das findet auch Hollywood und ruft in Gestalt des Film-Mogul Alexander Korda. James Mason siedelt mit seiner Familie nach Amerika. Er steht auch hier auf der Theaterbühne, debütiert 1947 auf dem Broadway in New York. Ab 1953 wird er für das amerikanische Fernsehen arbeiten, aber immer wieder auch nach England für großere Filmrollen zurückkehren.

James Mason beginnt seine Filmarbeit in Hollywood mit Rollen in zwei Filmen von Max Ophüls. Danach spielt er in Vincente Minnellis Film MADAME BOVARY UND IHRE LIEBHABER (1949), wo er den peripheren Gustave Flaubert gibt. Nach ROMMEL, DER WÜSTENFUCHS (1951) bekommt er endlich von Twentieth Century Fox einen Studiovertrag. Mit den beiden Joseph L. Mankiewicz-Filmen DER FALL CICERO (1951) und JULIUS CAESAR (1953) als Brutus feiert er große Erfolge.

Mitte der 50er Jahre zeigt der Schauspieler eine seiner besten Leistungen. In dem George Cukor-Film EIN NEUER STERN AM HIMMEL (1954) spielt er einen introvertierten Künstler, der unter den Konzessionen leidet, die er eingehen muß und der zunehmend dem Alkohol verfällt. Erzählt wird die Beziehung zwischen dem Schauspieler und einer Sängerin, die zum Star aufsteigt. Je größer ihr Ruhm, desto schwieriger gestaltet sich das Verhältnis zur ihrem Entdecker und Ehemann, der sich dem Alkohol hingibt. Die Schauspielerin Judy Garland feiert an seiner Seite als Sängerin Esther Blodgett ein Comeback. James Mason wird für seine Darstellung für einen Oscar nominiert. Den erhält er zwar nicht, aber dafür einen Golden Globe.
Nach dem Film verlegt sich der Schauspieler auf die Produzenten-Tätigkeit. Sein Film EINE HANDVOLL HOFFNUNG (1956) von Nicholas Ray und mit ihm in der Hauptrolle überzeugt zwar die Kritiker, wird aber an den Kinokassen ein Flop. In der Folge konzentiert er sich auf seine komödiantischen Fähigkeiten, überzeugt in HOCHVERRAT MIT HINDERNISSEN (1959). Hier gibt er einen Offiziers in der britischen Admiralität, der aus Gründen der Liebe einen angeblichen Spionagefall inszeniert.

Mit Stanley Kubrick arbeitet James Mason in LOLITA (1962) zusammen. Er gibt den 37-jährigen europäische Literaturprofessor Humbert Humbert, der in der abgelegenen nordamerikanischen Kleinstadt Ramsdale zunehmend der minderjährigen Lolita verfällt. Die Rolle bringt dem Schauspieler viel Anerkennung ein. Mitte der 60er Jahre arbeitet er mit Sidney Lumet zusammen. In dem Liebesfilm GEORGY GIRL (1966) wird die Geschichte einer jungen Frauen (gespielt von Lynn Redgrave) erzählt, die sich nicht zwischen zwei Männern entscheiden kann. Für seine Rolle des James Leamington wird James Mason abermals für einen Oscar, diesmal als bester Nebendarsteller nominiert.

1962 siedelt der Schauspieler in die Schweiz. Ende der 60er Jahre, in den 70ern spielt der Schauspieler in zahlreichen Filmen, kann aber an frühere Erfolge als Charakterdarsteller nicht mehr anschließen. Er steht auch in einigen europäischen Filmen vor der Kamera, so gibt er den Kaiser Franz Joseph im französischen Film MAYERLING (1968) von Terence Young. 1972 arbeitet er nochmals mit Sidney Lumet zusammen. Gegen Ende seiner Karriere kommt es nochmals zu einigen Höhepunkten in seiner Laufbahn. James Mason spielt in der Fantasy-Komödie DER HIMMEL SOLL WARTEN (1977) von Warren Beatty. Er gibt Eduard Scheibert in THE BOYS FROM BRAZIL (1977) von Franklin J. Schaffner, einer Hollyood-Inszenierung um dem KZ-Arzt Josef Mengele. Eine seiner letzten Rollen spielt er in dem Gerichtsdrama THE VERDICT - DIE WAHRHEIT UND NICHTS ALS DIE WAHRHEIT (1982) an der Seite von Paul Newman.

Bis in die 80er Jahre übernimmt der Schauspieler Aufgaben bei Film und Fernsehen, arbeitet auch als Sprecher. 1981 erscheint seine Autobiographie. In erster Ehe ist der Schauspieler von 1941 bis 1964 mit der Drehbuchautorin und Schauspielerin Pamela Kellino verheiratet. Sie haben zwei Kinder. 1971 heiratet er die Schauspielerin Clarissa Kaye, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebt. James Mason stirbt am 27. Juli 1984 in Lausanne.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,77881