Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Elia Kazan

Elia Kazan
Regie

* 07. September 1909
Konstantinopel
Türkei
† 28. September 2003
New York
USA
andere Namen Elias Kazanjoglou

ELIA KAZAN • Biographie Seite 1/1

Elia Kazan hat als Regisseur von 1945 bis 1976 in Amerika 19 Spielfilme gedreht. Viele seiner Filme gehören zu den Klassikern amerikanischer Filmkunst. Der Regisseur zählt zu den Großen seiner Zunft, hat Schauspieler wie Marlon Brando und James Dean zu Weltruhm verholfen. Mit seiner Vorliebe für realistische Atmosphären beeinflusst der Regisseur vor allem die nachfolgende Generation und wird häufig als "Vater der Filme der 50er Jahre" bezeichnet. Themen wie Vater-Sohn-Beziehungen, die Enge im amerikanische Familien oder die sexuelle Prüderie der 50er Jahre greift er auf.

Elia Kazan wird am 07. September 1909 als Elia Kazanjoglous in Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) geboren. Sein Vater ist ein anatolisch-griechischer Teppichhändler, der 1913 mit seiner Familie nach Berlin geht und kurz darauf mit dem Schiff nach Amerika aussiedelt. Er wächst in New York auf.

Nach seinen High School-Abschluß am Williams College studiert Elia Kazan 1930 bis 1932 Theaterwissenschaft an der Yale-Universität. Er wird Inspizient und Requisiteur für das Group-Theatre. Als Schauspieler tritt er in zahlreichen bemerkenswerten Stücken auf. Später macht er sich in New York einen Namen als Regisseur von unabhängigen Theatergruppen wie den "League of Workers" oder "Theatre of Action". Während dieser Zeit lernt er die spätere Regisseure Nicholas Ray und Martin Ritt kennen. Mit dem Bühnenstück "Wir sind noch einmal davongekommen" (1942) feiert er einen seiner ersten großen Erfolge. Er lernt den Autor Tennessee Williams kennen und inszeniert dessen Stücke "Endstation Sehnsucht" (1947), "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1955) mit großem Erfolg. 1947 gründetet er gemeinsam mit Lee Strasberg das berühmte Actor's Studio. Zu seinen bekanntesten Entdeckungen zählt Marlon Brando. Neben seiner späteren Filmarbeit ist er kontinuierlich beim Theater ebschäftigt, arbeitet immer wieder mit Autoren wie Arthur Miller, John Steinbeck, Bud Schulberg und Tennessee Williams zusammen.

Ab Mitte der 40er Jahre locken Hollywood-Studios mit mehrere Angebote. Vorher hat er bereits weniger bekannte Kurz- und Dokumentarfilme inszeniert. In Hollywood beginnt Elia Kazan seine Karriere als Filmregisseur mit EIN BAUM WÄCHST IN BROOKLYN (1945), einem Film über das Arbeiterleben in Brooklyn um die Jahrhundertwende. ENDLOS IST DIE PRÄRIE (1947) ist die Geschichte eines Ehebruchs. Sein nächster Film TABU DER GERECHTEN (1947) mit Gregory Peck wird achtmal für den Oscar nominiert. Elia Kazan erhält die Statue für die Beste Regie. Der Film erzählt vom Journalisten Phil Green, der sich als Jude ausgibt, um über Antisemitismus in Amerika zu recherchieren. Dabei erfährt er zwar oberflächlich Toleranz und Akzeptanz, entdeckt aber darunter verschleierte Ressentiments und Antisemitismus. In PINKY (1949) schildert der Regisseur die Identitätskrise einer jungen Farbigen; er setzt sich gegen Rassismus ein. Beide Produktionen gelten zu diesem Zeitpunkt als überaus gewagt, werden widersprüchlich aufgenommen.

Elia Kazan dreht drei seiner nächsten vier Filme mit Marlon Brando. In dem Sozialdrama ENDSTATION SEHNSUCHT (1951) thematisiert er Ausgrenzung, Alkoholismus und Vergewaltigung. Der Film erhält 12 Oscarnominierung. Oscars gibt es unter anderem für die Darstellungen von Karl Malden, Kim Hunter und Vivien Leigh. In VIVA ZAPATA! (1952) spielt Marlon Brando den mexikanischen Revolutionär. DIE FAUST IM NACKEN (19) erzählt die Geschichte von Terry Malloy, einem Dockarbeiter und ehemaligen Boxer. Acht Oscar erhält der Film.

Mit seiner Vorliebe für realistische Atmosphären beeinflusst der Regisseur vor allem die nachfolgende Generation und wird häufig als "Vater der Filme der 50er Jahre" bezeichnet. Themen wie Vater-Sohn-Beziehungen, die Enge im amerikanische Familien oder die sexuelle Prüderie der 50er Jahre greift er auf. Ästhetisch bevorzugt er Originalschauplätze gegenüber Studiosets, dreht lange Einstellungen und Kamerafahrten, setzt wenig Schnitte. Außerdem besitzt er eine besondere Begabung zur Schauspielerführung.

Der Regisseur entdeckt neben Marlon Brando noch weitere Schauspieler. James Dean bemüht sich als Cal in JENSEITS VON EDEN (1955) um die Liebe seines Vaters, doch der zieht den Bruder Aron vor. Warren Beatty, späterer Star in BONNIE UND CLYDE (1967), wird von ihm mit seiner ersten Hauptrolle in FIEBER IM BLUT (1960) bedacht. Elia Kazan arbeitet mit Montgomery Clift zusammen, setzt die Schauspieler Robert De Niro und Jack Nicholson ins Bild. Schauspielerinnen wie Natalie Wood und Dorothy McGuire bringen unter seiner Regie die besten Leistung ihrer Karriere hervor.

Elia Kazans letzter Film ist DER LETZTE TYCOON (1987) nach einem Romanfragment von Scott F. Fitzgerald. Neben seiner Filmarbeit schreibt Elia Kazan Romane. 1988 erscheint seine Autobiografie "Elia Kazan: A Life".

Elia Kazan engagiert sich in den 30er und 40er Jahren politsch. Von 1934 bis 1936 ist er Mitglied der Kommunistische Partei. Enttäuscht von den Kommunisten trennt er sich später von ihnen. Beim McCarthy-Komitee sagt er gegen seine ehemaligen Freunde aus, wird zum Informanten für die Kommunisten-Jagd des "Ausschuß für unamerikanische Umtriebe". Er identifiziert acht seiner Künstler-Kollegen als Kommunisten. Seine Aussage zerstört die Karriere und das Leben mehrerer Personen und trägt dazu bei, die schwarze Liste von Hollywood zu erstellen. Nach seiner Aussage trennen sich Freunde von Elia Kazan, zum Beispiel Arthur Miller.

Der Künstler erhält bei den Internationalen Filmfestspielen 1996 in Berlin einen Goldenen Bären für sein Lebenswerk. 2003 wird ihm der Oscar für sein Lebenswerk verliehen. Nicht alle Mitglieder der Academy sind begeistert über diese Ehrung. Einige verweigern dem Ausgezeichneten den Applaus. Die öffentliche Diskussion um seine politische Verantwortung bestimmt bis heute die Reaktion auf sein künstlerisches Werk.

1932 heiratet der Regisseur Molly Day Thatcher. Sie haben vier Kinder. Ihr gemeinsamer Sohn Nicholas Kazan wird später als Drehbuch-Autor und Regisseur arbeiten. Seine Ehefrau stirbt 1963. Vier Jahre später heiratet er die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Loden. Zwei weitere Kinder kommen zur Familie. Nach dem Tod seiner Ehefrau 1980 heiratet er zum dritten Mal. Diesmal Frances Rudge.

Elia Kazan stirbt am 28. September 2003 in New York.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,35703