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Carl-Heinz Schroth

Carl-Heinz Schroth
Darsteller

* 29. Juni 1902
Innsbruck
Österreich
† 19. Juli 1989
München
Deutschland

CARL-HEINZ SCHROTH • Biographie Seite 1/1

Je älter der Schauspieler Carl-Heinz Schroth wird, desto populärer wird er beim deutschen (Fernseh-)Publikum. Zwar steht er bereits Anfang der 30er Jahre im Filmklassiker DER KONGREß TANZT (1931) vor der Kamera, aber erst seine Rollen in TV-Serien der 70er und 80er Jahre verhelfen dem Darsteller zu großer Anerkennung. Sein trockener Humor und die muntere Lebensweisheit, die er mit mehr als 80 Jahren versprüht, macht ihn zum Publikumsliebling der damaligen Zeit.

Carl-Heinz Schroth wird am 29. Juni 1902 in Innsbruck geboren. Er wächst in einer Schauspiel-Familie auf. Sein Vater ist der Schauspielers Heinrich Schroth, seine Mutter die Schauspielerin Else Ruttersheim. Zur Familie gehören noch die Kinder des Vaters aus vorherigen Ehen. Hannelore Schroth und Heinz Sailer werden später ebenfalls als Schauspieler arbeiten. Nach dem Abschluß des Gymnasiums studiert Carl-Heinz Schroth zunächst in München Rechts-, Literatur- und Theaterwissenschaften. Nach vier Semestern bricht er das Studium ab und nimmt Schauspielunterricht.

1922 erhält der junge Mime sein erstes Engagement am Theater in Frankfurt, an der Oder. Danach wandert er durchs Land, spielt in Düsseldorf, ab 1927 in Hamburg. 14 Jahre bleibt er den Hamburger Kammerspielen treu. 1941 ist er in Wien im Theater in der Josefstadt zu sehen, ein Jahr später steht er auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin. Zeit seines Lebens wird der Schauspieler der Theaterbühne treu bleiben. Er arbeitet auch als Regisseur. Nach dem II. Weltkrieg wird ab 1948 wieder Hamburg seine Heimstätte. Er ist am Hamburger Thalia-Theater engagiert, spielt vorrangig Komödien und Unterhaltsstücke. Mit Bühnenstücken wie "Mrs. Cheneys Ende" und "Die großen Sebastians" wird er mit zunehmenden Alter ein willkommener Interpret gehobenen Boulevardtheaters.

Anfang der 30er Jahre wird Carl-Heinz Schroth für den Film entdeckt. Seine erste Rolle spielt er in dem Klassiker DER KONGREß TANZT (1931), wo er an der Seite von Conrad Veidt dessen Geheimsekretär gibt. Danach zieht es den Schauspieler zurück auf die Bühne. Erst 1937 steht er - immer wieder mit größeren Pausen - vor der Filmkamera, ab 1940 intensiviert er seine Filmarbeit. Er arbeitet mit Regisseuren wie Johannes Riemann, Wolfgang Staudte und Hans Steinhoff zusammen. Bis 1945 ist er in 11 Filmen zu sehen, meistens unterhaltende Lustspiele und Kriminalstoffe.

Nach dem Ende des II. Weltkrieges macht die Filmkarriere des Carl-Heinz Schroth einen großen Sprung. Der Regisseur Eugen York besetzt ihn im der Artur Brauner-Produktion MORITURI (1948). Mit Hilfe eines Lagerarztes gelingt einer Gruppe von Häftlingen die Flucht aus einem Konzentrationslager in Polen; Carl-Heinz Schroth mimt dem französischen KZ-Häftling Armand. Eine solche Rolle wird er nie wieder erhalten, in der Folge spielt er vorwiegend den deutschen Klein- und Durchschnittsbürger in zahlreichen Komödien, wird zu einem beliebten Nebendarsteller. Er gibt Bibliothekare, Diener, Buchhalter, Schwindler, Witwer, den Mann von nebenan.

Ab 1953 führt Carl-Heinz Schroth auch Regie. Zunächst inszeniert er einen TV-Kurzfilm, aber im selben Jahr legt er seinen ersten Kino-Spielfilm vor: MÄNNER IM GEFÄHRLICHEN ALTER (1954). In der Folge inszeniert er einige Kinofilme, ist aber vorwiegend ab Ende der 50er Jahre für das westdeutsche Fernsehen tätig. Hier übernimmt er Regiearbeiten und schauspielert für Kollegen. Ab Ende der 60er Jahren kommen TV-Serien dazu, unter anderem ist er in der 12-teiligen Serie "Alle Hunde lieben Theobald" (1969-1970) von Eugen York und "Einfach Lamprecht" (1981) zu sehen. Mit zunehmenden Alter wird der Darsteller immer populärer. In der Serie "Jakob und Adele" steht er mit Brigitte Horney vor der Kamera. Carl-Heinz Schroth erhält 1987 den Deutschen Filmpreis für sein langjähriges Wirken im deutschen Film.

Der Schauspieler ist mehrfach verheiratet. Seine erste Ehe, die allerdings nur ein Jahr hält, schließt er mit der Tänzerin Carola Krauskopf. Danach heiratet er die Schauspielerin Ruth Hausmeister. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Zum dritten Mal heiratet er die Schauspielerin und Regisseurin Karin Jacobsen, mit der er einen Sohn hat. Seine vierte Ehe schließt er mit der Schauspielerin Barbara Hutterer.

Carl-Heinz Schroth stirbt am 19. Juli 1989 in München.

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Autorin: Ines Walk
Stand: August 2004

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