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Robert A. Stemmle

Robert A. Stemmle
Regie, Drehbuch, Liedtext

* 10. Juni 1903
Magdeburg
Deutschland
† 24. Februar 1974
Baden-Baden
Deutschland

ROBERT A. STEMMLE • Biographie Seite 1/1

Robert A. Stemmle gilt als routinierter und feinfühliger Drehbuchautor mit Sinn für den richtigen Tonfall zur richtigen Zeit. Als Regisseur bevorzugt er Farcen, Komödien und volkstümliche Unterhaltung. An fast 80 Kinofilme und 25 Fernsehproduktionen ist Robert A. Stemmle in verschiedenen Funktionen beteiligt. Unter diesen Produktionen finden sich zahlreiche Publikumserfolge.

Robert A. Stemmle wird am 10. Juni 1903 als Robert Adolf Ferdinand Stemmle in Magdeburg geboren. Sein Vater ist Lehrer. Nach seinem Abitur will er ebenfalls Lehrer werden und besucht in Genthin das Lehrerseminar. 1923 schließt Robert A. Stemmle die Ausbildung erfolgreich ab. Danach erhält er eine Anstellung an der Karl Marx-Schule in seiner Heimatstadt. Er engagiert sich im Theaterbereich der Schule, spielt in Laientheatern, schreibt Puppentheaterstücke. Erste Stücke von Robert A. Stemmle werden Ende des Jahres 1928 in Meinigen aufgeführt. Im gleichen Jahr noch zieht es ihn nach Berlin und er beginnt ein Studium der Germanistik, Theater- und Literaturwissenschaften.

In Berlin knüpft der junge Autor schnell Kontakt zu Filmleuten. Über den Regisseur Hans Deppe lernt er den Kabarettisten Werner Finck kennen, mit dem er 1929 "Die Katakombe" gründet. Seitdem schreibt er politisch engagierte Stücke für die Bühne. Anfang der 30er Jahre gehört Robert A. Stemmle zu den bekannten Autoren. Er assistiert bei dem Theaterkönig Max Reinhardt, arbeitet mit Erik Charell oder dem Regisseur Ludwig Berger. Sein Arbeitsumfeld ist vielfältig: Rundfunk, Theater, Film. Bei dem Tonbild Syndikat AG (Tobis) ist er ab 1930 Chefdramaturg. Er schreibt Romane, Bühnenstücke und Drehbücher, arbeitet bald auch als Regisseur.

Bis 1945 ist Robert A. Stemmle, von einigen wenigen Exkursen auf die Theaterbühne abgesehen, für den Film tätig. Er schreibt für bekannte Regisseure Drehbücher und inszeniert ab 1934 auch viele Filme selbst. Aus seiner Feder stammt der damals sehr erfolgreiche Luis Trenker-Film DER REBELL (1932), den Curtis Bernhard verfilmt. 1934 inszeniert er seinen ersten eigenen Film SO EIN FLEGEL (1934) mit Heinz Rühmann in einer Doppelrolle. Die wenigsten wissen, daß es sich hierbei um die orginale Vorlage von Heinrich Spoerl für die spätere DIE FEUERZANGENBOWLE (1942) handelt. Mit Willy Fritsch und dessen Film GLÜCKSKINDER (1936) feiert auch der Drehbuchautor enormen Erfolg.

Nach dem Ende des II. Weltkrieges arbeitet Robert A. Stemmle erst als Regisseur an verschiedenen Theatern. Stationen sind Heidelberg, München und Berlin. Er fühlt sich zunächst in allen Besatzungszonen zu Hause, unterrichtet unter anderem an der Schauspielschule der Kammerspiele München, inszeniert im Berlin (Ost) die Oper "Die Kluge", in Berlin (West) diverse Hörspiele beim NDWR oder schreibt für die ostdeutsche Produktionsfirma DEFA das Drehbuch zu AFFÄRE BLUM (1948). Aus dem Erlebnis aus dem Jahr 1926, wo sich ein Raubmörder vor "völkisch" gesinnten Richtern herausschwindeln kann, indem er einen liberalen jüdischen Fabrikanten belastet, entsteht 1932 das Theaterstück. 1948 schreibt Robert A. Stemmle den Roman und zugleich das Drehbuch, welches Erich Engel verfilmt.

Mit seinen früheren Schauspieler Heinz Rühmann arbeitet er auch nach dem Krieg mehrmals zusammen. Unter dessen Produktionsleitung entsteht 1948 der wohl bekannteste Film von Robert A. Stemmle BERLINER BALLADE (1948). Als Otto Normalverbraucher überzeugt Gert Fröbe in einer seiner ersten Rolle in der witzigen, zwischen makaber und melancholisch schwankenden Satire. Das bundesdeutsche Nachkriegskino verdankt ihm die 'Schlager- und Italienwelle', für die Edgar Wallace- und die Karl May-Serien steuert der Drehbuchautor einige der wichtigsten Adaptionen bei. Gemeinsam mit den Regisseuren Helmut Käutner, Erich Engel und Wolfgang Staudte engagiert sich Robert A. Stemmle für ein anspruchsvolles Kino im Westdeutschland der 50er und 60er Jahre.

Mit einer neuen Version der Affäre Blum-Stoffes beginnt Robert A. Stemmle 1962 seine Fernseharbeit. Sein Drehbuch "Jeder stirbt für sich allein" (1962) nach Hans Fallada, inszeniert von Falk Harnack, gehört zu seinen wichtigsten Filmen. Er wird schnell zum Spezialisten für Dokumentarspiele. In zahlreichen Filmen und TV-Spielen zeigt sich seine Sympathie für gute Kriminalgeschichten. Häufig verarbeitet er authentische Fälle. 1973 erhielt er das Filmband in Gold.

Robert A. Stemmle ist in erster Ehe mit der Schauspielerin Gerda Maurus verheiratet. Aus der Ehe geht die Tochter Philine hervor. 1968 heiratet er seine langjährige Mitarbeiterin Anneliese Lippert.

Bei den Vorbereitungen zu einer Fernsehserie des Südwestfunks erleitet der Künstler einen Herzanfall. Robert A. Stemmle stirbt am 24. Februar 1974 in Baden-Baden.

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