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Carmen Boni

Carmen Boni
Darsteller

* 17. April 1904
Rom
Italien
† 18. November 1963
Paris
Frankreich

CARMEN BONI • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Carmen Boni ist wie viele andere Stummfilm-Diven in mehreren Ländern zu hause. Ihre Karriere beginnt sie in ihrem Heimatland Italien. Sie wird dort zu einer beliebten Darstellerin, die den Glameur der Diva verströmt. Sie folgt Angeboten aus Deutschland und dreht in zwei Jahren 9 Filme. Ihre Karriere wird abrupt unterbrochen, als der Tonfilm seinen Einzug hält.

Carmen Boni wird am 17. April 1904 in Rom geboren. Über ihre familiäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Für den Film wird sie von der Stummfilm-Diva Diana Karenne entdeckt. Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges erhält die damals 14jährige ihre erste Filmrolle.

In der Folge spielt die junge Schauspielerin junge, naive Mädchen in zahlreichen Filmkomödien und Romanzen. Sie gehört zur zweiten Generation der Stummfilm-Diven, die durch ihren Habitus überzeugen. Sie wächst in die Rolle der gestandenen Frau hinein, überzeugt in Filmen wie MUTTER VERZEIH MIR (1925) oder KOMTESS BUBIKOPF (1926).

Um 1926 erhält sie ein Angebot aus Deutschland. Im folgenden Jahr dreht sie bereits vier Filme in Berlin. Sie spielt in VENUS IM FRACK (1927) die emanzipierte Rechtsanwältin Dorothee d'Espard, für die Männer im Privatleben nicht existieren. Ein Komplett führt sie dann doch in den Hafen der Ehe. An ihrer Seite stehen Georg Alexander und Karl Elzer vor der Kamera. In dem Musikfilm DER FIDELE BAUER (1927) unter der Regie von Franz Seitz verkörpert sie eine Spreewälderin. In dem Richard Oswald-Film GEHETZTE FRAUEN (1927) steht sie neben dem Alt-Star Asta Nielsen vor der Kamera, deren unschuldige Filmtochter Angelica sie spielt. Ihren nächsten Film in Deutschland dreht sie unter dem Regisseur Geza von Bolvary. Sie spielt die Hauptrolle in DIE GEFANGENE VON SHANGHAI (1927).

Bis zum Aufkommen des Tonfilms ist die Schauspielerin in Deutschland gut beschäftigt. In dem Robert Land-Film PRINZESSION OLALA (1928) spielt sie Prinzessin Xenia. Einer ihrer letzten Filme in Deutschland wird KATHARINA KNIE von Karl Grune nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Carl Zuckmayer. Erzählt wird die melodramatische Zirkus-Saga um die Gründergeschichte des Zirkus Knie.

Aufgrund ihrer großen Sprachschwierigkeiten sieht die Schauspielerin nach dem Siegeszug des Tonfilms in Deutschland keine weitere Chancen für ihre Karriere. Sie kehrt nach Italien zurück. Dort hat sie auch während ihres Deutschlandsaufenthalts immer wieder Filme gedreht. Ihr bekanntester ist SCAMPOLO. Erzählt wird von dem Waisenmädchen Scampolo, das sich in zerrissenen Kleidern und mit seltsamen Jobs durchschlägt, und dessen einziges Glück ein kleiner Hund ist, der genauso einsam ist wie sie. Als sie die Hausangestellte des Ingenieurs Sacchi wird, verlieben sich die beiden ineinander. Der Filmstoff wird später mehrmals adaptiert, unter anderem spielt ihn auch die junge Romy Schneider.

In Italien, später auch in Frankreich dreht die Schauspielerin noch zahlreiche Filme, unter anderem DER GRAF VON MONTE CHRISTO (1942). An ihre Erfolge in der Stummfilmzeit kann sie allerdings nicht mehr anknüpfen. Ihren letzten Auftritt als Comtesse Tamberlani hat Carmen Boni in in der französisch-schweizerischen Koproduktion VON MENSCH ZU MENSCH (1948) unter der Regie von Christian Jaque.

Carmen Boni ist mit dem italienischen Regisseur Augusto Genina verheiratet. Sie stirbt am 18. November 1963 an den Folgen eines Autounfalls.

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