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Vincent Price

Vincent Price
Gesang, Darsteller

* 27. Mai 1911
St. Louis (Missouri)
USA
† 25. Oktober 1993
Sunset Hills (Kalifornien)
USA

VINCENT PRICE • Biographie Seite 1/1

Die ruhmreichen Tages des Gruselfilms wären ohne einen Vincent Price undenkbar. Der Amerikaner wird in den 1950er Jahren zum Star der Horror-B-Movies, avanciert gar zum Kult, weil er in der Lage ist, seinen Figuren - so abgrundtief böse und verdorben sie auch sein mögen - mit einer gehörigen Portion Würde und Noblesse auszustatten. Dämonisch steht er im Raum, starr und finster blicken seine Augen, mit theatralischem Gestus weiß er, eine Szenerie zu beherrschen und strahlt eine morbide Aura aus. Aber er blickt auch ironisch und augenzwinkernd auf seine Horrorvergangenheit, nimmt sich selbst nicht so ernst.

Vincent Price wird am 27. Mai 1911 als Vincent Leonard Price jr. in St. Louis, Missouri geboren. Seine Familie gehört zu den Industriellen der Stadt, er wächst in einem finanziell gutgestellten und bürgerlichen Haushalt auf. Nach seiner Schulausbildung studiert er Kunstgeschichte an der Yale Universität, bereist Europa und schreibt sich auch an europäischen Universitäten, unter anderem in Nürnberg und London, ein. Sein Interesse an der Kunst wird bleiben: Er sammelt Kunstwerke, veröffentlicht Kunstbücher und betreibt eine eigene Galerie, berät zudem eine US-Firma in Kunstfragen. Aber in Europa wächst auch seine Leidenschaft für die Schauspielerei, in London gibt er 1935 sein Theaterdebüt. Einige Zeit steht er in der britischen Hauptstadt auf der Bühne, feiert auch erste Erfolge.

Zurück in Amerika beginnt er 1935 in New York am Broadhurst Theatre zu arbeiten. Drei Jahre sammelt er Erfahrung am Theater. 1938 wird er für den Film entdeckt. Schon in seiner ersten Rolle in SERVICE DE LUXE (1938) unter der Regie von Rowland V. Lee überzeugt er durch seine feinsinnige Noblesse, seine Stattlichkeit - er ist 1,93 m groß - und seinen britischen Habitus. In der Folge verkörpert er Edelmänner, Könige und zahlreiche Gentlemen's, Staatsanwälte, Kirchenmänner und Playboys. Bald schon macht sich der Schauspieler eine Namen als Bösewicht, als schöngeistiger Schurke. Diesen Gestalten gibt er einen ganz einigen Charme und oft verblassen die Guten neben ihm. Er ist ein beliebter Nebendarsteller, der in allen Genres überzeugt und besonders mit seinen Darstellungen in dem Klassiker LAURA (1944) von Otto Preminger, WEIßER OLEANDER (1945) von Joseph L. Mankiewicz und EIN SATANSWEIB (1951) von John Farrow auffällt.

Einen seiner ersten Horrorfilme dreht er mit DER HENKER VON LONDON (1939) wieder unter der Regie von Rowland V. Lee. Hier spielt er an der Seite von Basil Rathbone und Boris Karloff eine kleine Nebenrolle. Ein Jahr später macht er weniger mit seiner Schauspielkunst als mit seiner Stimme auf sich aufmerksam. Er spricht den Unsichtbaren in DER UNSICHTBARE KEHRT ZURÜCK (1940) von Joe May. Nur kurz am Ende des Films zeigt er sein Gesicht, im Übrigen ist er unsichtbar oder bandagiert. Aber erst Mitte der 1950er Jahre gelingt Vincent Price der große Sprung, der ihn schlagartig zum Star des Horrorgenres macht. Er spielt einen wahnsinnigen Wissenschaftler in dem Horrorstreifen DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI (1953) von André De Toth. Er stellt Wachsfiguren aus Menschen her, die er getötet hat. Der Film wird ein Erfolg, gehört zu den Klassikern des Genres. In DER WAHNSINNIGE ZAUBERKÜNSTLER (1954) von John Brahm übernimmt er die Rolle eines Erfinders, der einen Zauberer ermordet und dessen Identität einnimmt. Beide Rollen legen den Schauspieler für die Zukunft fest: Er gibt den wahnsinnigen Typen, in vielen Fällen Wissenschaftler, Mediziner oder Erfinder, der von Visionen und Alpträumen verfolgt wird, der Menschen tötet oder sich gar der ganzen Menschheit entgegenstellt.

Unter der Regie von Irwin Allen ist er der Teufel in THE STORY OF MANKIND (1957). In DIE FLIEGE (1958) von Kurt Neumann spielt er Francois Delambre, den Bruder des Erfinders André Delambre. Er hat einen Apparat konstruiert, der ihn von einem Ort zum anderen teleportieren kann. Aber es kommt bei einem Selbstversuch zu einem Unfall: Plötzlich hat er den Kopf und den Arm eines Fliege. Vincent Price muss dies vor allen verheimlichen. Der Film gehört heute zum Horrorfilm-Kanon. Auch DAS HAUS AUF DEM GEISTERHÜGEL (1958) von William Castle zählt dazu. Hier gibt er den Exzentriker Frederick Loren, bei dem es spukt. Vor der Kamera des Regisseurs, dem Meister des Gimmicks, steht er des öfteren und wird zum Star der Horror-B-Movies.

Mehrfach arbeitet Vincent Price mit Roger Corman zusammen. Besonders bei den Verfilmungen der Edgar Allan Poe-Erzählungen, die zwischen 1960 bis 1964 entstehen, kann er sich hervorragend ins Bild setzen. Dämonisch steht er im Raum, starr und finster blicken seine Augen, mit theatralischem Gestus weiß er, eine Szenerie zu beherrschen und strahlt eine morbide Aura aus. Seine Figuren, auch wenn boshaft bis in Mark, stattet er immer mit noblen Würde aus, die seine Darstellung einzigartig machen. Hier wird Vincent Price gänzlich zum Kult-Star, den Zuschauer wie Kollegen vergöttern. In DIE VERFLUCHTEN (1960) ist er als letzter Spross einer Adelsfamilie verdammt. In DAS PENDEL DES TODES (1961) wird er in den Wahnsinn getrieben. Mit Boris Karloff liefert er sich in DER RABE - DUELL DER ZAUBERER (1963) ein schauspielerisches und zaubertechnisches Duell. DIE FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGERS (1963) spielt er sich zum Richter über Leben und Tod auf. In SATANAS - DAS SCHLOSS DER BESTIE (1964) ist er als Prinz abgrundtief böse und verdorben, wogegen er in DAS GRAB DER LYGEIA (1964) von seiner toten Ehefrau verfolgt wird.

Zwar spielt Vincent Price neben seinen Horrorfilmen auch in anderen Filmen mit, aber mit denen bleibt er nicht derart in Erinnerung. In der Komödie RUHE SANFT GMBH (1963) von Jacques Tourneur steht er mit seinen Kollegen Boris Karloff, Peter Lorre und Basil Rathbone vor der Kamera, das Triumvirat des Schreckens werden sie liebevoll genannt. Alle blicken in dieser bitterbösen, schwarzen Komödie ironisch auf ihre darstellerische Horrorvergangenheit.

Als Dr. Phibes kann Vincent Price in den 1970er Jahren nochmals an seine alten Erfolg anknüpfen. Zweimal steht er als Racheengel vor der Kamera; er macht Ärzte für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich und will, dass sie ebenfalls leiden. Er tötet sie und benutzt dabei die alttestamentarischen Plagen der Menschheit. In DAS SCHRECKENSCABINETT DES DR. PHIBES (1971) sowie DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES (1972), beide von Robert Fuest, erreicht der Darsteller wieder eine große Fangemeinde. Schaurig-schön ist auch seine Darstellung in der Gruselkomödie THEATER DES GRAUENS (1973) von Douglas Hickox. Als gekränkter Shakespeare-Darsteller befördert er seine Kritiker allesamt ins Jenseits in jenen vielfältigen Arten, die William Shakespeare beschrieben hat. Eine seiner letzten Rollen verkörpert Vincent Price als greiser Erfinder in EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN (1990) von Tim Burton.

Dazwischen liegen unzählige Auftritten in Fernsehserie und Filmen, die ihn auch im Alter als einen begnadeten Schauspieler ausweisen. Außerdem verdient er sich Geld immer wieder mit seiner markanten Stimme, so ist er unter anderem der Erzähler in der Video "Thriller" von Michael Jackson. Neben seiner Schauspielkunst widmet sich Vincent Price dem Kochen, er gibt Kochbücher heraus. Auch in diesem Metier beweist er Humor. In seiner BBC-Kochsendung "Cooking Price Wise" serviert er schon mal Pikantes a la "Fisch, in der Waschmaschine gekocht". 1959 erscheint seine Autobiographie.

Der Schauspieler war dreimal verheiratet. 1938 ehelicht er Edith Barrett. Ihr gemeinsamer Sohn Vincent Barrett Price wird im August 1940 geboren. Nach 10 Jahren wird die Ehe geschieden. Zum zweiten Mal tritt er mit Mary Grant vor den Traualtar, ihre gemeinsame Tochter Mary Victoria Price kommt im April 1962 zur Welt. 1973 trennt sich das Ehepaar. Mit Coral Browne führt er von 1974 bis 1991, bis zum Tod seiner Ehefrau, die dritte Ehe.

Vincent Price stirbt am 25. Oktober 1993 in Los Angeles.

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