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Peter Lorre

Peter Lorre
Darsteller

* 26. Juni 1904
Rószahegy
Ungarn
† 23. März 1964
Los Angeles (Kalifornien)
USA

PETER LORRE • Biographie Seite 1/1

Die erste Filmrolle prägt das Image des Schauspielers Peter Lorre. Als psychopathischer Kindermörder Hans Beckert in M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931) wird er über Nacht bekannt. Ein Großteil seiner späteren Rollen legt ihn auf den ewigen Bösewicht, den brutalen, zynischen und psychisch gestörten Verbrecher fest. Überaus schade, denn der Schauspieler gehört zu den ganz Großen seiner Zunft.

Peter Lorre wird am 26. Juni 1904 als Ladislav Loewenstein in Rószahegy (Ungarn) geboren. Sein Vater ist Kaufmann. Seine Mutter stirbt, als er 4 Jahre alt ist. Er besucht zunächst eine deutsche Privatschule. Als seine Familie nach Mölding, bei Wien übersiedelt, geht er auf eine Bürgerschule in Wien. Sein Vater möchte, daß er beruflich in seine Fußstapfen tritt. Peter Lorre beginnt eine Ausbildung als Bankangstellter, beendet diese aber nicht. Er schließt sich einem Improvisationstheater an. Jacob Moreno wird sein Mentor; der Sozialforscher gilt als Begründer des Psychodrama - eine Methode, die Realität bewußt wahrzunehmen und Träume sowie Gefühle im Schauspiel aktiv zu verarbeiten. Seitdem nennt sich der junge Schauspieler Peter Lorre.

Mit 20 Jahren erhält er sein erstes Engagement bei Leo Mittler am Theater in Breslau. Danach wandert der Schauspieler durchs Land, spielt in Wien, Zürich, bis er 1929 in Berlin ankommt. Hier wird er von Bertolt Brecht auf der Bühne des Schiffbauerdamm-Theaters besetzt. In Berlin wird der Schauspieler umjubelt, die Kritiker schreiben fasziniert von seiner Gestalt und seinem Gesicht, das 'glotzt'. Peter Lorre spielt an der Volksbühne, brilliert in klassischen Stücken wie "Dantons Tod" genauso wie in modernen, unter anderem in Bertolt Brechts "Mann ist Mann".

Mit seinem ersten Film wird Peter Lorre augenblicklich einem großen Publikum bekannt. Fritz Lang besetzt ihn in der Rolle des Kindermörders Hans Beckert in M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931). Der Chef der Unterwelt, gespielt von Gustaf Gründgens, und der Berliner Kriminalkommissar Lohmann, gespielt von Otto Wernicke, begeben sich jeweils mit ihren Institutionen auf die Suche nach dem intelligenten und psychopathischen Verbrecher. Peter Lorre wird mit seiner psychologisch stimmigen Darstellung über Nacht zum Filmstar, kann sich danach seine Rollen aussuchen. Bis 1933 dreht der Schauspieler noch 8 Filme in Deutschland.

Im März 1933 muß der Schauspieler Deutschland verlassen. Er ist Jude. Zunächst findet er in Wien, später in Paris eine Zuflucht. 1934 arbeitet er mit dem Regisseur Alfred Hitchcock in Großbritannien zusammen und spielt in dessen Film DER MANN, DER ZUVIEL WUßTE (1934). Danach geht Peter Lorre nach Amerika. Hier arbeitet der Darsteller mit Josef von Sternberg zusammen. In dessen Film SCHULD UND SÜHNE (1935) ist er als ungewöhnlicher Raskolnikow zu sehen.

Der Schauspieler ist in Hollywood zwar rege beschäftigt, hat es aber schwer, sich vom Klischee des Bösewichts vom Dienst freizumachen. Meist gibt er in Anlehnung an M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931) den brutalen, zynischen und psychisch gestörten Verbrecher. Häufig ist er auch der kleine, schmierige Gauner, der immer auch etwas Mitleid erregt. Um sich von diesem Image zu befreien und der ständigen schauspielerischen Unterforderung zu entkommen, wechselt der Schauspieler die Produktionsfirmen, arbeitet später unabhängig.

Achtmal spielt er den gewitzten, nur äußerlich schwach wirkenden Mr. Moto, einen japanischen Detektiv, der Verbrecher sucht und sich dafür bevorzugt mit verschiedenen Masken verkleidet. Bereits der erste Film erhält großen Publikumszuspruch. In der Folge werden weitere Mr. Moto-Episoden abgedreht. Peter Lorre tritt in verschiedenen Filmen auf, in denen Humphrey Bogart spielt. Beide sind Freunde. Zu sehen sind sie unter anderem in DER MALTESER FALKE (1941) und in CASABLANCA (1942).

Da verschiedene Filmprojekte sich nicht realisieren lassen, reist Peter Lorre mit Leseabenden durchs Land. Zudem arbeitet er für das Radio. Seine eigens gegründete Produktionsfirma Lorre Incorporated bleibt erfolglos, 1949 muß er Konkurs anmelden. Er kehrt zurück nach Europa und realisiert in Deutschland seinen ersten und einzigen Film als Regisseur. DER VERLORENE (1951) erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der nach dem II. Weltkrieg zum Richter und Rächer wird. Von den Kritikern wird der Film positiv aufgenommen; er erhält den in lobender Anerkennung den Deutschen Filmpreis und den Bambi. Aber dem Publikum ist der Film zu diesem Zeitpunkt zu problembeladen. Frustriert kehrt Peter Lorre nach Amerika zurück.

In Amerika arbeitet Peter Lorre verstärkt wieder auf der Theaterbühne, findet zahlreiche Darstellungsmöglichkeiten beim Fernsehen. Auch die großen Filmstudios werden wieder auf ihn aufmerksam. Er spielt in John Hustons Film SCHACH DEM TEUFEL (1954). Wieder wird er auf sein Bösewicht-Image festgelegt. Mit den beiden Horror-Darstellern Vincent Price und Boris Karloff ist er gemeinsam zu sehen. Der Regie-Spezialist Jacques Tourneur arbeitet mit ihm zusammen.

1934 heiratet der Peter Lorre die Schauspielerin Celia Lovsky. Er hat die Schauspielerin bei Dreharbeiten in Großbritannien kennengelernt. 1945 lassen sich beide wieder scheiden. Kurz danach heiratet Peter Lorre die Schauspielerin Kaaren Verne. Die Ehe hält nur 5 Jahre. Seine dritte Ehe schließt er mit Annemarie Brenning 1950.

Peter Lorre stirbt am 23. März 1964 in Hollywood.

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