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Burt Lancaster

Burt Lancaster
Darsteller, Ko-Produzent

* 02. November 1913
New York (New York)
USA
† 21. Oktober 1994
Los Angeles (Kalifornien)
USA

BURT LANCASTER • Biographie Seite 1/1

In Amerika dreht der Schauspieler Burt Lancaster über 70 Filme. Zwei, manchmal auch drei Filme entstehen pro Jahr mit dem Star, der durch Vitalität und Athletik auffällt. Aber seine Hand voll Filme, die mit den großen europäischen Regisseuren der Zeit entstehen, blieben wirklich in Erinnerung, allen voran DER LEOPOARD (1964) und 1900 (1974).

Burt Lancaster wird am 02. November 1913 in New York geboren. Er besucht die DeWitt Clinton High School und nach seinem dortigen Abschluß die New York University. Aber die Bühne und der Zirkus ruft. Von 1932 bis 1939 begibt er sich auf Tournee mit verschiedenen Wanderbühnen und tritt im Zirkus auf. Sein Partner ist u.a. der Artist Nick Cravat. Beide treten erfolgreich unter dem Namen Duo Lang & Cravat auf. 1939 hat Burt Lancaster einen folgenschweren Unfall. Er muß seine Artistenlaufbahn aufgeben. Er arbeitet als Vertreter und Feuerwehrmann in Chicago. Während des II. Weltkrieges ist er Mitglied bei der Entertainment Section der US Army in Europa.

Zufällig kommt er mit dem Film in Kontakt. Eine kleinen Rolle in der Broadway-Inszenierung "A Sound of Hunting" (1946) erweist sich für ihn als Glücksfall. Sieben Hollywoodstudios bemühen sich danach um den vitalen Schauspieler. Er entscheidet sich für den Produzenten Hal Wallis. Bereits bei seinem Filmdebüt RÄCHER DER UNTERWELT (1946) in der Regie von Robert Siodmak erregt er Aufmerksamkeit als stummer Gangster "Swede". Über Nacht ist der Star Burt Lancaster geboren. In der Folge bleiben ihm kleine und kleinste Rollen erspart. Er ist der Hauptdarsteller. An der Seite von Barbara Stanwyck spielt er den Ehemann in Anatole Litvaks DU LEBST NOCH 105 MINUTEN (1948). Er ist der verbitterte Sohn von Edward G. Robinson in Irving Reis' ALLE MEINE SÖHNE (1948).

Bereits 2 Jahre nach seinem Filmdebüt gründet er gemeinsam mit Harold Hecht die Filmfirma Hecht-Norma Productions, die später in Hecht-Hill-Lancaster umbenannt wird. Als einer der ersten Stars tritt er als sein eigener, unabhäniger Produzent auf. Er arbeitet auch als Produzent für andere Filme. 1955 produziert er MARTY (1955) in der Regie von Delbert Mann, der mit vier Oscars ausgezeichnet wird. Zweimal wird er auch ins Regiefach wechseln. DER MANN AUS KENTUCKY (1955) und DER MITTERNACHTSMANN (1974) bleiben seine einzigen Regie-Arbeiten.

Als Schauspieler ist Burt Lancaster unersättlich. Pro Jahr entstehen zwei, manchmal auch drei Filme. Anfangs ist er hauptsächlich in Abenteuerfilmen und Western zu sehen, in denen er mit seinem athletischen Körper die Helden spielen darf. Er gibt Indianer, Piraten, Banditen, Rebellen, Akrobaten oder Olympiasieger. 1953 erhält er seine erste Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller in dem Film VERDAMMT IN ALLE EWIGKEIT (1953) von Fred Zinnemann. Der Film erhält zwar insgesamt 8 Oscars, jener für die Beste Hauptrolle ist allerdings nicht dabei. Erst 1960 kann der Schauspieler den Oscar mit nach Hause nehmen. Für die Titelrolle des Handlungsreisenden Elmer Gantry, der das Evangelium verkauft in dem Film GOTT IST SEIN GESCHÄFT (1960) von Richard Brook.

Genauso eindrucksvoll ist der Schauspieler in DER REGENMACHER (1956), in dem er den Leuten im amerikanischen Südwesten diesmal nicht das Wort Gottes sondern die Hoffnung auf Regen verkauft. In Erinnerung bleibt auch seine Rolle des Gewaltverbrechers Robert Stroud, der sich in John Frankenheimers Gefängnisfilm DER GEFANGENE VON ALCATRAZ (1962) zum Spezialisten auf dem Gebiet der Vogelkunde entwickelt. Der Regisseur John Frankenheimer holt seinen Lieblingsschauspieler Burt Lancaster insgesamt fünf Mal vor die Kamera: Mit DIE JUNGEN WILDEN (1960) beginnt ihre Zusammenarbeit. In der Folge drehen sie gemeinsam das spannende Widerstandsdrama im besetzten Frankreich DER ZUG (1963), den politischen Science-Fiction-Thriller SIEBEN TAGE IM MAI (1964) und den Film DIE DEN HALS RISKIEREN (1968) im Milieu waghalsiger Kunstfallschirmspringer.

Ab Mitte der 50er Jahre wird Burt Lancaster zunehmend auch als sensibler Charakterdarsteller eingesetzt. Er spielt an der Seite der internationalen Stars Anna Magnani oder Gina Lollobrigida. Ab Mitte der 60er Jahre arbeitet er auch in Europa. Die europäischen Autorenfilmer Luchino Visconti, Bernardo Bertolucci oder Louis Malle holen den Schauspieler vor ihre Kamera. In Filmen wie DER LEOPOARD (1964), 1900 (1974) oder ATLANTIC CITY (1980) bleibt er dem Publikum in Erinnerung.

Ab den 80er Jahren arbeitet Burt Lancaster auch für das Fernsehen. Er stirbt am 21. Oktober 1994 in Los Angeles.

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