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Marika Rökk

Marika Rökk
Darsteller

* 03. November 1913
Kairo
Ägypten
† 16. Mai 2004
Baden (bei Wien)
Österreich

MARIKA RÖKK • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Marika Rökk ist jahrelang einer der bekanntesten deutschen Bühnenstars - festgelegt auf Rollen von kleinen Showgirls, berühmten Revuestars, großen Operettendivas. Sie tanzt und stept, singt mit ungarischen Akzent, ihre Tanzeinlagen sind voller Akrobatik.

Marika Rökk wird am 03. November 1913 als Marie Karoline Rökk in Kairo geboren. Ihr Vater ist ein wohlhabender Architekt und Bauunternehmer aus Budapest. Da ihre Mutter gesundheitliche angeschlagen ist, wohnt die Familie zeitweise in Ägypten. Marika Röck wächst aber zum großen Teil in Budapest auf. Dort nimmt sie auch ersten Gesangs- und Tanzunterricht. Ihr Vater finanziert der Tochter einen ersten Tanzabend. Als er Mitte der 20er Jahre sein Vermögen verliert, finanziert die Tochter mit seinen Lebensunterhalt.

Familie Rökk zieht 1924 nach Paris. Sie setzt dort ihre Tanzausbildung in der Schule der russischen Tänzerin Rudkowska fort. Als 11-jähriges Mädchen tritt sie der Ballett-Gruppe "Hoffmann Girls" bei. Sie tanzt im Moulin Rouge und geht mit der Truppe 1925 auf Tournee in die USA. Als dort nach einem Jahr die Tanzgemeinschaft aufgelöst wird, bleibt sie in den Vereinigten Staaten. Sie läßt sich weiter ausbilden, u.a. an der Nat Waybourn-Tanzschule und arbeitet nebenbei auf kleineren Bühnen und mit kleinen Ensembles. Erst Ende 1929 kehrt die nunmehr 16jährige nach Europa zurück.

In Europa arbeitet Marika Rökk in verschiedenen Ländern. Sie tanzt in Hamburg und Berlin, steht in Shows in Monte Carlo und Cannes auf der Bühne, stept in Revuen in Paris und London. Auch in ihrer Heimatstadt Budapest tritt sie auf. Mittlerweile wird ihr Name zum Markenzeichen. Sie feiert Erfolge in Operetten und Musicals, besonders die Revue "Stern der Manege" (1934) macht sie bekannt. Der Film wird auf die junge Tänzerin aufmerksam.

1930 steht Marika Rökk das erste Mal in Großbritannien vor der Filmkamera. In zwei musikalischen Kriminalkomödien des Regisseurs Monty Banks ist sie zu sehen. Drei Jahre später ist sie in einem ungarischen Streifen dabei. Aber erst die Ufa mit einem Zweijahresvertrag, den sie 1934 erhält, bringt nachhaltigen Erfolg für Marika Rökk. Mit ihrem ersten Film LEICHTE KAVALLERIE (1935) in der Regie von Werner Hochbaum kann sie noch nicht wirklich überzeugen, aber dafür wird ihr zweiter ein Erfolg.
Entscheidend dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Georg Jacoby, mit dem die Schauspielerin in der Folge ihre Filme drehen wird. Dem Team gelingen einige große Publikumserfolge. Entscheidend ist auch die Wahl des Tanzpartners. Marika Rökk arbeitet mit dem Schauspieler, Sänger und Tänzer Johannes Heesters zusammen. Beide werden zum "Traumpaar des Revuefilms". Nach drei gemeinsamen Filmen ist die Zusammenarbeit erstmal beendet. Jeder verfolgt seine eigene Karriere mit Erfolg.

Eine der wichtigsten und ambitioniertesten Rollen für Marika Rökk wird KORA TERRY (1940). Sie spielt eine Doppelrolle. Als böse, männerverschlingende Mara Terry und als gute, moralisch saubere Zwillingsschwester Kora Terry tanzt sie über die Bühne im exotischen Ambiente von Berlin, Kairo und Budapest. Während Mara wichtige Staatsgeheimnis aus Eigennutz stiehlt, kümmert sich Kora um die uneheliche Tochter von Mara. Trotz des Unterhaltungscharakters des Films ist die politische Botschaft überdeutlich: Am Ende übergibt die brave Terry die gestohlenen Geheimnisse den Behörden in Deutschland.

1941 erhält die Karriere von Marika Rökk nochmals einen Schub von außen. Gemeinsam mit dem Publikumsliebling Willy Fritsch steht sie in dem ersten deutschen Farbfilm vor der Kamera: FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN (1941). Das Ende des II. Weltkrieges erlebt das Ehepaar Rökk / Jacoby in Bayern.

Nach 1945 tanzt Marika Rökk für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte. Nach zweitweiligem Auftrittsverbot wegen Verdacht der Spionage - gegen den sie gerichtlich vorgeht und von dem sie entlastet wird - arbeitet sie wieder für den Film. Gemeinsam mit ihrem Ehemann versucht sie an die Erfolge anzuknüpfen und inszeniert wieder Musikfilme, Revue oder musikalische Komödien. Alte Partner stehen mit ihr vor der Kamera, etwa Johannes Heesters in BÜHNE FREI FÜR MARIKA (1951).

Marika Rökk konzentriert sich in späteren Jahren immer mehr auf die Theaterbühne. Sie geht auf ausgedehnte Tourneen durch Deutschland mit ihren Tanzpartner Helmmut Ketels oder Claus Christofolini. Sie singt und tanzt in Musicals wie "Hello, Dolly" oder "Die Czardasfürstin". 1984, im Alter von 71 Jahren, gibt sie ihre Abschiedsvorstellung am Deutschen Theater in München.

Marika Rökk ist zweimal verheiratet. In erster Ehe schließt sie 1940 mit dem Regisseur Georg Jacoby. Ihr gemeinsames Tochter Gaby Röck wird im Jahr 1944 in Salzburg geboren. In zweiter Ehe ist sie seit 1968 mit ihrem Manager Fred Paul verheiratet. Sie lebt mit ihrer Familie in Baden-Baden.

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