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Erika Dunkelmann

Erika Dunkelmann
Darsteller

* 17. November 1913
Rostock
Deutschland
† 14. Februar 2000
Tessin, bei Güstrow
Deutschland

ERIKA DUNKELMANN • Biographie Seite 1/1

Über ein Jahrzehnt gehört die Schauspielerin Erika Dunkelmann zu den meistbeschäftigsten Darstellerinnen bei der DEFA. Beim Publikum ist sie ebenfalls beliebt, weil ihre Arbeiter- und Landfrauen, Mütter und Großmütter trotz ihrer Energie, ihrem Durchsetzungsvermögen immer auch Zweifel in sich tragen, überaus menschlich sind.

Erika Dunkelmann wird am 17. November 1913 in Rostock geboren. Über ihre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Als 19-jährige debütiert sie auf der Theaterbühne in Rostock, sie spielt niederdeutsch. In Hamburg legt sie ihre Schauspielprüfung ab.

Ihre Karriere wird durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Erika Dunkelmann zieht fünf Kinder groß und kehrt erst, als diese dem Gröbsten entwachsen sind, zu ihrer eigentlichen Passion, der Schauspielerei zurück. Sie spielt wieder in ihrer Heimatstadt Theater, steht u.a. in dem Stück "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" erfolgreich auf der Bühne. Neben ihrer späteren intensiven Arbeit für den Film bleibt Erika Dunkelmann immer in enger Verbindung mit dem Rostocker Theater. Sie tritt in dem Stück von Rafael Solanas' "Es müßte Bischöfinnen geben" auf, welches 1963 von Hanns Anselm Perten inszeniert und über 60 Mal aufgeführt wird. Sie kümmert sich auch um den Nachwuchs und ist von 1970 bis 1974 Leiterin der Schauspielschule in Rostock.

Der Regisseur Kurt Maetzig entdeckt die Schauspielerin für den Film. Anfang der 1950er Jahre sieht sie bei einen ihrer Auftritte und engagiert sie für seinen Thälmann-Film. Nach der Uraufführung von ERNST THÄLMANN - SOHN SEINER KLASSE (1954) wird die Schauspieler quasi über Nacht mit ihrer Figur der Hamburger Arbeiterin Martha Vierbreiter bekannt. In der Folge wird die Darstellerin zu einer der bestbeschäftigsten bei der DEFA und zugleich zu den beliebtesten bei den Zuschauern. Meist spielt sie bodenständige und energische Frauen aus dem Volk, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und besonders der Wirklichkeit verhaftet sind. Schon in ihrem nächsten Film SCHLÖSSER UND KATEN - 1. TEIL: DER KRUMME ANTON (1957) kann sie diesen Rollentyp als Landarbeiterin Martha ausprägen.

Bald wird die Schauspielerin auf Mutterrollen festgelegt. In den Berlin-Filmen Eine EINE BERLINER ROMANZE (1956) und BERLIN ECKE SCHÖNHAUSER (1957) von Gerhard Klein ist in eben dieser Rolle zu sehen. Sie ist bestimmt und wirkt nach außen resolut. Aber ihre Mütter sind auch von inneren Zweifeln geprägt. In dem Film DIE MUTTER UND DAS SCHWEIGEN (1965) spielt sie eine Arbeiter-Frau im Dritten Reich, die trotz Krankheit und dem Tod ihres Sohnes Kurierdienste übernimmt. Dies nicht aus purer Überzeugung, sondern aus tiefer Menschlichkeit heraus.

Im Bereich der Komödie stellt Erika Dunkelmann ihr Talent leider nur kurzzeitig unter Beweis. In den Filmen von Günter Reisch MAIBOWLE (1959) und SILVESTERPUNCH (1960) spielt sie eine Kleinbürgerin. Nochmals inszeniert sie der Regisseur sie in einer komischen Rolle in EIN LORD AM ALEXANDERPLATZ (1967).

Für ihre Darstellungen erhält die Künstlerin den National- und den Kunstpreis der DDR. Anfang der 1970er Jahre zieht sich Erika Dunkelmann abgesehen von kleinen Auftritten aus dem Filmgeschäft zurück. Sie ist mit Kurt Dunkelmann verheiratet. Er ist zeitweilig Direktor der Neptun-Werft in Rostock. Neben seiner Arbeit tritt er auch im Arbeitertheater auf, spielt sogar beim Film in größeren Rollen.

Erika Dunkelmann stirbt am in 14. Februar 2000 in Güstrow.

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