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Hansi Knoteck

Hansi Knoteck
Darsteller

* 02. März 1914
Wien
Österreich
† 19. August 2014

HANSI KNOTECK • Biographie Seite 1/1

Mitte der 30er Jahre feiert die Schauspielerin Hansi Knoteck ihren Karrierehöhepunkt. Zwischen 1934 bis 1939 - in nur fünf Jahren - dreht sie 18 Filme. Meisten gibt sie das natürliche, gesunde Mädchen an der Seite gestandener Männer. Selten entkommt sie diesem Klischee, daß sie ab 1939 auf Berg- und Heimatfilme, auf ländliche Lustspiele festlegt. Ohne Dirndl-Kleid und Almwiese ist die Darstellerin ab dieser Zeit kaum vorstellbar.

Hansi Knoteck wird am 2. März 1914 als Johanna Knoteck in Wien geboren. Ihr Vater ist Beamter. Die Schauspielerei liegt mütterlicherseits in der Familie. Ihre Mutter arbeitet als Schauspielerin und ist die Großnichte der Schauspielerin Katharina Schratt. Hansi Knoteck besucht eine Klosterschule. Dort zeigt sie erstes Interesse für das Schauspiel, erhält frühen Ballettunterricht. Nach ihrer Schulausbildung läßt sie sich an der Wiener Hofoper in Ballett ausbilden und absolviert an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst ein Studium. Nach zwei Jahren Ausbildung debütiert sie am Theater in Mährisch-Ostrau. Schnell erhält sie attraktive Engagements. Sie spielt in Marienbad, in Leipzig, bis sie mit 20 Jahren in Berlin ankommt.

In Berlin bewirbt sich die junge Schauspielerin für den Film und hat Erfolg. 1934 nimmt sie der Regisseur Hans Deppe unter Vertrag. Sie erhält ihre erste große Rolle in dem Film SCHLOß HUBERTUS (1934). Durch ihre Natürlichkeit, ihren jugendlichen Liebreiz und ihr gefühlsbetontes Spiel setzt sich Hansi Knoteck schnell in der Filmbranche durch. Sie mimt die Zigeunerin Saffi in DER ZIGEUNERBARON (1935) unter der Regie von Karl Hartl oder gibt Rosmarie in DIE HEILIGE UND IHR NARR (1935) wieder unter der Leitung von Hans Deppe.

Hansi Knoteck gehört nach diesen drei Filmen zu den beliebtesten Schauspielerinnen der Zeit. Zwischen 1934 bis 1937 feiern elf ihrer Filme Premiere; die meisten mit großen Erfolg. Der Regisseur Detlef Sierck entdeckt an der Schauspielerin auch dramatische Qualitäten. Die Darstellung der Magd Helga Christmann in Selma Lagerlöf-Adaption DAS MÄDCHEN VON MOORHOF (1935) hebt sich von ihren anderen Rollen ab. Hansi Knoteck spielt hier ohne romantischen Habitus die Mutter eines unehelichen Kindes, die die Liebe des Hoferben erringen kann. Sie wirkt schlicht, ihre Treue und Zuneigung authentisch.

Aber diese Rollen sind selten. Meisten wird die junge Schauspielerin durch alle Genre hindurch besetzt; ist neben bekannten Darstellern das junge Mädchen - naiv und mädchenhaft, romantisch und sentimental. Sie spielt in Kriminalfilmen wie BRILLIANTEN (1937) die naive junge Frau an der Seite von Viktor Staal, gibt in dem Karl Hartl-Propagandafilm RITT IN DIE FREIHEIT (1936) die junge Janka neben Willy Birgel und fühlt sich ebenso in Verwechslungskomödie a la DER MANN, DER SHERLOCK HOLMES WAR (1937) mit Hans Albers und Heinz Rühmann zu hause.

Ab 1939 wird Hansi Knoteck auf ein Genre festgelegt. Sie spielt in zahlreichen Berg- und Heimatfilmen der Zeit, vor und nach dem II. Weltkrieg. Unter der Regie von Hans Deppe und Peter Ostermayr gibt sie diese in GEWITTER IM MAI (1937) zum ersten Mal. Es folgen zahlreiche Filme ähnlichen Anspruchs, in denen die Schauspielerin bescheidene, treuherzige und gesunde junge Frauen spielt, die dem damaligen Frauen-Bild der Nationalsozialisten überaus entgegenkommen.

Nach dem Ende des II. Weltkriegs kann die Schauspieler nicht an ihre vorherigen Erfolge anschließen. Neun Filme dreht sie nach 1945, denen allen kein großer Erfolg beschienen ist. 1955 zieht sie sich für 20 Jahre aus dem Filmgeschäft zurück, um in DER JÄGER VON FALL (1974) nochmals in einem Heimatfilm aufzutreten.

Hansi Knoteck ist seit 1940 mit dem Schauspieler Viktor Staal verheiratet. In mehreren Filmen stehen die beiden gemeinsam vor der Kamera. 1942 wird ihr gemeinsamer Sohn Hannes geboren. Heute lebt Hansi Knoteck in München.

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