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William Holden

William Holden
Darsteller

* 17. April 1918
O'Fallon (Illinois)
USA
† 12. November 1981
Santa Monica (Kalifornien)
USA

WILLIAM HOLDEN • Biographie Seite 1/1

William Holden war einer der beliebtesten und produktivsten US-Schauspieler der 1950er und 1960er Jahre. Von romantischen Frauenhelden und wohlhabenden Lebemännern bis zum pflichtbewußten Soldaten und harten Westerner spielt er fast alle Typen in mehr als 70 Filmen. Im Gedächtnis bleiben vor allem seine smart-zynischen Charaktere in Billy Wilder-Filmen, sowie seine Rollen als hochdekorierter Militär in vielen großen Kriegsdramen der 1950er Jahre. Er verkörpert das Image des geradlinigen und anständigen "all american guy". Auch wenn der Schauspieler nicht ganz in die erste Reihe der großen Hollywoodstars wie Clark Gable, John Wayne oder Marlon Brando aufsteigen kann, so bietet er doch mit seinem umfangreichen Repertoire einen eindrucksvollen Querschnitt männlicher Filmhelden seiner Dekade.

William Holden wird am 17. April 1918 als Sohn eines wohlhabenden Chemikers in O´Fallon (Illinois) geboren. Auch er beginnt ein Chemiestudium, schließt sich nebenher einer Theatergruppe des Junior College in Pasadena an und erhält 1938 mit einem Vertrag bei der Paramount erste Angebote für kleinere Rollen beim Film. Noch während seines Studiums spielt er seine erste große Hauptrolle als violinenspielender Boxer Joe Bonaparte in GOLDEN BOY (1939). Holden kann an der Seite des weiblichen Co-Stars Barbara Stanwyck überzeugen, für deren Unterstützung bei den Dreharbeiten er sich bis an sein Lebensende dankbar zeigt. Nach diesem ersten Erfolg wird er für die nächste Dekade recht stereotyp immer wieder für die Rolle als netter Junge von nebenan besetzt.

In kurzer Folge wirkt er an verschiedenen, eher seichten Hollywood-Streifen mit, darunter die Theaterverfilmung UNSERE KLEINE STADT (1940) und der Western ARIZONA (1940). Sein Dienst als Leutnant bei der Luftwaffe unterbricht von 1942 bis 1945 seine Filmkarriere, an die er nach dem Krieg scheinbar mühelos anknüpfen kann. Mit den Komödien VARIETY GIRL (1947) und MEINE BESSERE HÄLFTE (1947) feiert er Achtungserfolge.

Nach weiteren Komödien und Western gelingt ihm mit Billy Wilders Drama BOULEVARD DER DÄMMERUNG (1950) an der Seite von Gloria Swanson und Erich von Stroheim der endgültige Durchbruch. Es ist nach Jahren vergleichsweise anspruchsloser Filme, für William Holden wieder eine Möglichkeit, sich als interessanter Charakterdarsteller zu profilieren. Für die tragische Rolle eines erfolglosen Drehbuchautors erhält er seine erste Oscarnominierung. Der Film ist eine bissige Abrechnung mit der harten Wirklichkeit der Traumfabrik und wird bei der Kritik wie beim Publikum ein großer Erfolg.

William Holden spielt weiterhin oft in Komödien wie DIE IST NICHT VON GESTERN (1950) unter der Regie von George Cukor, in Otto Premingers WOLKEN SIND ÜBERALL (1953) oder als Millionenerben an der Seite von Audrey Hepburn und Humphrey Bogart in SABRINA (1954), inszeniert von Billy Wilder. Doch auch im ernsthafteren Fach ist er immer wieder in großen Produktionen auf der Leinwand zu sehen, wie in dem Machtkampf eines Industriellen in INTRIGANTEN (1954) oder in dem Ehedrama EIN MÄDCHEN VOM LANDE (1954) mit Bing Crosby und Grace Kelly. Einen großen Erfolg verbucht er an der Seite von Kim Novak in dem Melodram PICKNICK (1956).

Zunehmend häufiger tritt William Holden in Kriegsfilmen vor die Kamera. Erneut unter der Regie von Billy Wilder wird ihm für die überzeugende Darstellung eines amerikanischer Fliegers in dem deutschen Kriegsgefangenenlager STALAG 17 (1953) der Oscar als Bester Hauptdarsteller zuerkannt. Der Film macht ihn endgültig zu einem der Spitzenstars der 1950er Jahre. Im Koreakriegsfilm DIE BRÜCKEN VON TOKO-RI (1955) spielt er wieder einen Piloten, in AUCH HELDEN KÖNNEN WEINEN (1955) einen ungehobelten Colonel und in David Leans DIE BRÜCKE AM KWAI (1957) einen rebellischen, in japanische Gefangenschaft geratenen Offizier. Uniform-Rollen dominieren zunehmend das Wirken des Schauspielers in den 1950er Jahren. Es ist seine seriöse und verlässlich wirkende Art, mit der William Holden in diesem Genre immer wieder zu tragenden Rollen gelangt. Weitere Kriegsdramen folgen mit DER SCHLÜSSEL (1958), John Fords Kavalleriewestern DER LETZTE BEFEHL (1959), VERRAT AUF BEFEHL (1960) und BEIM SIEBTEN MORGENGRAUEN (1964).

In den 1960er Jahren kann William Holden seinen Star-Status halten, wenngleich die meisten der ihm angebotenen Rollen zur kompletten Unterhaltungsroutine verkommen. Zu den wichtigsten Rollen seiner späteren Jahre zählt jene des alternden Revolverhelden in Sam Peckinpahs Klassiker THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ (1969) und in Blake Edwards einzigem Western MISSOURI (1971). Für seine Darstellung eines idealistischen Nachrichtenchefs in Sidney Lumets NETWORK (1976) wird Holden für einen Oscar nominiert und an der Seite von Hildegard Knef tritt er in FEDORA (1978) nochmals unter der Regie von Billy Wilder vor die Kamera. Zum letzten Mal ist er in der Satire HOLLYWOODS LETZTER HEULER (1981) von Blake Edwards auf der Leinwand zu sehen.

William Holden ist trotz seiner unpolitischen Haltung einer der prominentesten Unterstützer der republikanischen Partei und Trauzeuge seines engen Freundes Ronald Reagan. Der leidenschaftliche Großwildjäger verbringt seine letzten Jahre überwiegend im eigenen Safari-Club in Kenia, der vom internationalen Jet-Set gut besucht wird. Er stirbt äußerst wohlhabend, aber einsam am 12. November 1981 in Santa Barbara (Kalifornien) nach einem Sturz unter Alkoholeinfluß. Seine Leiche wird erst vier Tage später vom Hausmeister gefunden.

Billy Wilder bemerkte zu diesem trostlosen Ende: "Wenn mit jemand gesagt hätte, Holden sei tot, dann hätte ich angenommen, er sei von einem Wasserbüffel in Kenia aufgespießt worden, bei einem Flugzeugabsturz über Hongkong gestorben, eine eifersüchtige Frau habe durchgedreht, ihn angeschossen und er wäre in einen Swimmingpool gefallen und ertrunken. Aber von einer Flasche Wodka und einem Nachttisch getötet zu werden – was für ein lausiger Abgang eines tollen Kerls!"

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Autor: Robert Hanulak
Stand: April 2009

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