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Federico Fellini

Federico Fellini
Regie, Drehbuch

* 20. Januar 1920
Rimini
Italien
† 31. Oktober 1993
Rom
Italien

FEDERICO FELLINI • Biographie Seite 1/1

Federico Fellini ist ein leidenschaftlicher Mensch, den nicht nur die Italiener vergöttern. Seine Filme sind wie er: spöttisch und sarkastisch, liebevoll und sensibel, zutiefst humanistisch. Federico Fellini ist zudem der Schöpfer einer Vielzahl von phantastischer Bildwelten, wie sie sich selten so geschlossen und offen zugleich im Lebenswerk eines Künstlers finden.

Federico Fellini wird am 20. Januar 1920 in Rimini geboren. Er hat noch einen Bruder Riccardo. Sein Vater ist Handlungsreisender. Er schickt seinen Sohn auf katholische Schulen, in denen er eine Kindheit streng nach Vorschrift verbringt. Auch das Studium bestimmt der Vater. Er möchte, daß sein Sohn Jurist wird. 1938 immatrikuliert sich Federico Fellini, besucht aber keine Vorlesungen oder Seminar. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitet er als Polizei- und Gerichtsreporter, schreibt kurze Geschichten für kleiner Zeitschriften, arbeitet für den Rundfunk, zeichnet Cartoons und schließt sich auch einem Wandertheater an.

1941 kommt der junge Italiener mit dem Film in Berührung. Er arbeitet als Gagschreiber, später verfaßt er Drehbücher für verschiedene Regisseure. Erst vier Jahre später ergibt sich ein anderes Betätigungsfeld in der Branche. Er arbeitet als Assistent für den Regisseur Roberto Rossellini bei dessen Filmen ROM, OFFENE STADT (1945) und PAISA (1946). Es vergeben wiederum fünf Jahre, bis Frederico Fellini seinen ersten Film LICHTER DES VARIETÉ (1951) vorlegt. Dieser und auch der zweite DIE BITTERE LIEBE (1951) sind nicht besonders erfolgreich. Erst mit seinem dritten Film VITELLONI - DIE MÜßIGGÄNGER (1953) hat der Regisseur einen eigenen Stil gefunden. Er erzählt die Geschichte von einer kleinen Gruppe junger Männern, die noch bei den Eltern Wohnen und ihre Zeit mit nichtsnutzigem Schabernack oder anderen Steckenpferden verbringen In der Folge inszeniert er jedes Jahr einen Film und wird zu einem der wichtigsten europäischen Regisseure der Nachkriegszeit.

Mit seinem nächsten Film LA STRADA (1954) erntet der Regisseur weltweiten Erfolg. Gefühlvoll und tragisch inszeniert er die Geschichte des Artisten Zampano und der naiven Gelsomina. Der starke Ausdruck der beiden Hauptdarsteller Anthony Quinn und Giulietta Masina macht den Film zum Welterfolg. Er wird 1956 als Bester ausländischer Film mit dem Oscar ausgezeichnet. Bereits 1 Jahr später ist es wieder ein Federico Fellini-Film, diesmal DIE NÄCHTE DER CABRICIA (1957), der die Amercian Academy of Motion Picture Arts and Sciences überzeugt. Giulietta Masina spielt eine gläubige kleine Prostutierte, die auf ihrer Suche nach Glück immer wieder von Männern betrogen wird. Ihr hartverdientes Geld verliert sich dazu. Insgesamt erhält der Regisseur 4 x den Oscar für den Besten ausländischen Film und 1 x die kleine Statur für sein künstlerisches Lebenswerk.

Mit LA DOLCE VITA (1960) dreht Federico Fellini ein Film, der als Synonym für italienische Lebenwelt wird. Die Schauspielerin Anita Ekberg mit ihrem Bad im Springbrunnen steht über Jahre für das "süße Leben" von Rom, die blonde Schwedin wird zum erotischen Sinnbild der Zeit. Der Film sorgt in Italien für einige Skandale. Federico Fellini arbeitet auch bei diesem Film mit einem festen Stamm an Mitarbeitern, zu denen der Komponist Nino Rota ebenso gehört wie der Kameramann Giuseppe Rotunno. Auch der Schauspieler Marcello Mastroianni, der in dem Film einen Klatschjournalist spielt, wird in der Folge in vielen Filmen des Regisseurs dessen alter Ego verkörpern.

Ab den 70er Jahren inszeniert der Regisseur mehr und mehr Filme, die von grotesken Gestalten bevölkert sind und in verschiedenen Sphären spielen, in Träumen, Tagträumen, Alpträumen, Erinnerungen oder auch scheinbaren realen Eindrücken. Filme wie 8 1/2 (1963), JULIA UND DIE GEISTER (1964) oder FELLINIS SATYRICON (1968) gehören dazu. Mit AMARCORD (1973) gelingt dem Regisseur ein weiteres beeindruckendes Werk. Der Film erzählt in vielen kleineren Episoden etwas über das Leben in den 20er Jahren in Rimini, über den aufkommenden Faschismus, über die unerfüllten Sehnsüchte der Stadt-Schönheit, über den Alltag der Großfamilien. Nach dem weniger erfolgreichen CASANOVA (1976) inszeniert er eine kleine Studie über die Beziehung zwischen Kunst und Politik: ORCHESTERPROBE (1979).

In den 80er Jahren beginnt das Alterswerk des Regisseurs. Er inszeniert FELLINIS STADT DER FRAUEN (1980), FELLINIS SCHIFF DER TRÄUME (1983) und die Mediensatire GINGER UND FRED (1986). In dem letztgenannten Streifen stehen einmal mehr Giulietta Masina und Marcello Mastroianni vor der Kamera. Sie spielen ein Schaustellerpaar, das vor langer Zeit auf Varietebühnen die Tänzer Ginger Rogers und Fred Astaire imitiert hat. Nochmals stehen sie als alte Tänzer gemeinsam auf der Bühne.

Federico Fellini stirbt am 31. Oktober 1993 an einem Herzversagen. Er ist seit 1943 mit der Schauspielerin Giulietta Masina verheiratet.

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