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Barry Sonnenfeld

Barry Sonnenfeld
Regie

* 01. April 1953
New York
USA

BARRY SONNENFELD • Biographie Seite 1/1

Der US-amerikanische Kameramann, Regisseur und Produzent Barry Sonnenfeld wird von den Coen-Brüdern aus dem Erotikfilm-Geschäft geholt und beginnt bei ihnen seine Karriere hinter der Kamera. Doch auch im Regiestuhl fühlt sich der Mann zu Hause, der ein eiskaltes Händchen für Männer in schwarzen Anzügen hat.

Barry Sonnenfeld wird am 1. April 1953 in New York geboren, wo er in einer jüdischen Familie aufwächst. Seine Mutter Kelly Sonnenfeld arbeitet als Kunstlehrerin an seiner Grundschule. Der Vater Sonny Sonnenfeld verdient den Lebensunterhalt als Händler. Der Besuch der Eleanor Roosevelt Junior High School gehört für den zukünftigen Regisseur laut eigener Aussagen zu den schlimmsten Jahren seines Lebens, weil er von seinen Klassenkameraden schikaniert wird. Das hört auf, als er auf die High School of Music and Art wechselt. Nach seinem College-Abschluss beginnt er an der University of New York mit dem Studium der Politikwissenschaft, das er am Amherst College in Massachusetts abschließt. Seinen Master of Arts absolviert er dann wieder in New York. Zur gleichen Zeit wie er besuchen auch die Brüder Joel Coen und Ethan Coen die New Yorker Universität, doch die drei begegnen sich erst später.

Direkt nach seinem Abschluss kauft sich Barry Sonnenfeld eine 16-mm-Kamera, mit der er seine ersten Filme dreht. Stets in Geldnöten hält er sich zunächst mit dem Drehen von Pornofilmen über Wasser, wobei er einen kleinen Rekord aufstellt: 9 Filme entstehen in 9 Tagen. Der junge Filmemacher plant über diese Arbeit später einen Dokumentarfilm zu drehen, doch als der Film BOOGIE NIGHTS (1997) von seinem Kollegen Paul Thomas Anderson erscheint, ärgert er sich über die verpasste Chance.

Die ersten seriösen Aufträge für Hollywood bringen den damaligen Kameramann mit den Coen-Brüdern zusammen, für die er bei BLOOD SIMPLE - EINE MöRDERISCHE NACHT (1985) die Kamera führt. Zunächst bleibt Barry Sonnenfeld dem Regiestuhl fern und filmt diverse Produktionen wie UNCOMPROMISING POSITIONS (1985), SCHMEIß DIE MAMA AUS DEM ZUG (1987) und THREE O'CLOCK HIGH (1987). Noch zwei Mal arbeitet er als Kameramann für die Coen-Brüder, nämlich bei ARIZONA JUNIOR (1987) und MILLERS CROSSING (1990). Weitere bekannte Filme aus seinen Kameramann-Zeiten sind die überaus erfolgreichen Filme HARRY UND SALLY (1989) und Stephen Kings MISERY (1990).

DIE ADAMS FAMILY (1991) ist Barry Sonnenfelds Regiedebüt. Die Geschichte der Grufti-Familie basiert auf den Cartoons von Charles Adams, die in den 1960ern populär ist. Im Film kehrt der lange vermisste Onkel Fester gerade zur Familie zurück, doch die älteste Tochter Wednesday (Christina Ricci) zweifelt an dessen Identität. Tatsächlich versucht der Onkel die Addams Familiy um ihr Vermögen zu bringen. Während das Drehbuch nicht besonders viel hergibt, macht vor allem die Inszenierung der bleichgesichtigen, schrulligen Familie den Kult des Films aus. So sind die alte Villa, die teils gruseligen Gewohnheiten der Addams und natürlich das "eiskalte Händchen", die Zombi-Hand, die als Butler fungiert, bereits aus der Serie bekannt. DIE ADAMS FAMILY IN VERRÜCKTER TRADITION (1993) ist die Fortsetzung und wird ebenfalls von Barry Sonnenfeld gedreht. Nach der Geburt des Babys Pubert, versuchen seine eifersüchtigen Geschwister, dieses zu ermorden. Doch auf Anraten des zwielichtigen Kindermädchens Debbie (Joan Cusack) werden die älteren Geschwister ins Sommerlager geschickt. Währenddessen angelt sich Debbie Onkel Fester und versucht diesen nach der Hochzeit umzubringen, um an sein Vermögen zu kommen. Diesmal findet auch das Drehbuch geschrieben von Paul Rudnick mehr Anklang. Ferner wird der Film für die Beste Ausstattung für den Oscar und Anjelica Huston als Beste Schauspielerin für den Golden Globe nominiert.

Zwischen den beiden ADAMS FAMILY-Filmen dreht Barry Sonnenfeld auch noch EIN CONSIERGE ZUM VERLIEBEN (1993) mit Michael J. Fox als gute Seele eines Nobelhotels. Dieser löst für seine Gäste zahlreiche Probleme und spart auf ein eigenes Hotel. Allerdings gerät er in Schwierigkeiten, als er sich in Andy, die Geliebte eines potenziellen Financiers verliebt. Obwohl die Darstellung von Michael J. Fox gelobt wird, erregt der Film nur wenig Aufmerksamkeit: Er ist einfach zu nett.

Mit SCHNAPPT SHORTY (1995) landet Barry Sonnenfeld dann wieder einen Hit. Dabei zeigt er die Parallelen des Film- und Mafiageschäftes, denn der Mafia Scherge Chili Palmer (John Travolta) ist ein verkappter Filmliebhaber und will Regisseur werden. Das gelingt ihm auch, als er auf der Suche nach Leo Devoe und dessen Geld nach Los Angeles gelangt und dort auf den Filmproduzenten Harry Zimm (Gene Hackman) trifft. Die beiden verfilmen schließlich die Suche nach Devoe und zwar mit dem Geld, das sie Devoe selbst abgenommen haben. Diese Gangsterkomödie weist endlich ein Drehbuch auf, mit dem Barry Sonnenfeld brillieren und gleichzeitig auch mit einigen Eindrücken aus seiner Schundfilm-Zeit aufräumen kann. Dementsprechend kam die witzige Kritik an der Traumfabrik auch bei Kritikern und Publikum gut an, was John Travolta den Golden Globe einbringt. Als Sequel wieder mit John Travolta in der Hauptrolle erscheint zehn Jahre später BE COOL (2005).

Die wohl bekanntesten Arbeiten des Filmkünstlers sind MEN IN BLACK (1997) und MEN IN BLACK 2 (2002). Darin geht es um eine streng geheime Organisation, die das extraterrestische Leben auf der Erde organisiert und überwacht. Die Agenten müssen ihre Identität vollkommen aufgeben, was manchmal sogar Gedächtniskorrigierung bei ihren Mitmenschen nötig macht. J (Will Smith) und K (Tommy Lee Jones) jagen in den beiden Filmen die fiesen Aliens, wobei sie weder mit ausgefallenen Schießeisen, noch mit coolen Sprüchen geizen. Ursprünglich war MEN IN BLACK (1997) eine satirische Miniserie über zwielichtige Regierungsorganisationen, die Malibu Comics herausgebracht hat. Zwar ist von der Filmreihe keine tief greifende Handlung zu erwarten, allerdings machen das witzige Zusammenspiel der Hauptdarsteller, sowie die fantasievolle und actionreiche Inszenierung die Filme zum Erfolg.

Bei WILD WILD WEST (1999) arbeitet Barry Sonnenfeld wieder mit Will Smith zusammen, der hier den Agenten Jim West spielt. Dieser soll das Verschwinden einiger Wissenschaftler aufklären, die möglicherweise eine ultimative Waffe zur Vernichtung des Präsidenten bauen sollen. Dabei wird er von dem erfinderischen Artemis Gordon (Kevin Kline) unterstützt. Die Vorlage für den Western ist die Fernsehserie "Verrückter wilder Westen" aus den 1960er Jahren. Trotz Effektfeuerwerk und jeder Menge Slapstick kann der Film nicht der erhoffte Sommerhit werden und reicht nicht an den Erfolg von MEN IN BLACK heran.

Die Dave Berry-Romanverfilmung von JEDE MENGE ÄRGER (2002) ist wieder eine Actionkomödie. Darin spielt Tim Allen den gescheiterten Journalisten Elliot Arnold, der in eine Geiselname im Haus von Arthur Herk (Stanley Tucci) verwickelt wird. Eigentlich sollt der Film bereits Ende September 2001 erscheinen, was aber im Bezug auf den 11. September als unpassend empfunden wird, weil auch in JEDE MENGE ÄRGER (2002) eine Bombe in einem Flugzeug vorkommt. Zwar deklarieren die Kritiker die Komödie als durchaus sehenswert, trotzdem erregt sie nicht viel Aufsehen.

In den Kritiken verrissen, aber an den Kassen erstaunlich erfolgreich, ist DIE CHAOSCAMPER (2006). Der Familienvater Bob Munro (Robin Williams) fährt mit seiner Familie auf einem angeblichen Urlaubstrip mit einem Wohnmobil nach Colorado. Eigentlich will er jedoch den Verkauf einer Getränkefirma abwickeln, von dem sein Job abhängt. Auf ihrer Reise geschehen ihnen einige Missgeschicke. Mehrfach kritisiert wird der recht flache Plot. Allerdings deuten die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen auf Barry Sonnenfelds Qualitäten als Kameramann hin.

Barry Sonnenfeld ist als Produzent besonders erfolgreich. Er produziert unter anderem die Action-Romanze OUT OF SIGHT (1998), das Märchen VERWÜNSCHT (2007) (VERWÜNSCHT (2007) Trailer) und ist aktuell mit der TV-Serie "Pushing Daisies" sehr erfolgreich.

Der Filmemacher ist seit 1989 mit der Produzentin Susan Ringo verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens Chloe Sonnenfeld, die bereits in den Filmen ihres Vaters auf der Leinwand zu sehen ist.

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Autorin: Christin Kodalla
Stand: April 2009

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