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Deborah Kerr

Deborah Kerr
Darsteller

* 30. September 1921
Helensburgh (Schottland)
Großbritannien
† 16. Oktober 2007
Suffolk (England)
Großbritannien
andere Namen Deborah Jane Kerr-Trimming

DEBORAH KERR • Biographie Seite 1/1

Deborah Kerr ist eine der populärsten Schauspielerinnen der 1950er Jahre. Ihre Fans bewundern ihre Grazie, ihre Haltung und Selbstbeherrschung, die auch in den schwierigsten Situationen unerschütterlich scheint. Sie ist eine typische englische Lady, distanziert, gut erzogen, spröde und zurückhaltend. Am meisten Erfolg hat sie mit jenen Rollen, in denen sie dieses Klischee abstreifen kann und ihre Leidenschaft zum Ausbruch kommt. Die Liebesszene in VERDAMMT IN ALLE EWIGKEIT (1953) mit Burt Lancaster am Strand ist für damalige Verhältnisse sehr leidenschaftlich und gewagt, macht die Schauspielerin weltberühmt.

Deborah Kerr wird am 30. September 1921 als Deborah Jane Kerr-Trimming in Helensburgh, Schottland geboren. Ihr Vater ist Offizier der britischen Armee, er stirbt, als sie 14 Jahre alt ist. Ihre Mutter zieht daraufhin mit ihr nach Bristol. Sie wächst in einem bürgerlichen Haushalt auf, erhält früh eine Ballett-Ausbildung. Im Alter von 20 Jahren debütiert sie als Ballett-Tänzerin auf der Bühne, wird in Oxford und Cambridge engagiert, arbeitet am Theater im Londoner West End. Bereits früh wird sie vom Film entdeckt, steht erstmals 1940 mit einer kleinen Rolle vor der Kamera. Schon im dritten Film LOVE IN THE DOLE (1941) von John Baxter spielt sie die Hauptrolle. Dann entdecken sie die Filmemacher Michael Powell und Emmerich Pressburger, die sie mit LEBEN UND STERBEN DES COLONEL BLIMP (1943) und als unglücklich verliebte Ordensschwestern in dem Melodram DIE SCHWARZE NARZISSE (1947) zum britischen Star machen.

Danach zieht die Schauspielerin nach Hollywood. An der Seite von Spencer Tracy ist sie in EDWARD, MEIN SOHN (1948) von George Cukor zu sehen. Als Ehepaar wollen beide, das es ihrem Sohn besser gehen soll. Sie inszenieren eine Brandstiftung, um die Versicherung zu kassieren. Zwar werden sie reich, aber nicht glücklich. Für ihre Darstellung wird Deborah Kerr mit einer Oscar-Nominierung belohnt. In Hollywood wird die Britin in stilvollen Rollen besetzt, gilt als ideale Besetzung für Romanze. Auch in historischen Streifen wird sie gern als stolze Römerin besetzt, in Filmklassikern wie und QUO VADIS? (1951) von Mervyn LeRoy und JULIUS CÄSAR (1953) von Joseph L. Mankiewicz.

Einen ihrer größten Erfolge feiert sie mit dem Kriegsdrama VERDAMMT IN ALLE EWIGKEIT (1953) unter der Regie von Fred Zinnemann. Sie gibt Karen Holmes, Ehefrau eines ranghohen Offiziers, die aus Frustration und Langeweile mit einem Untergebenen eine Affäre beginnt. Die Liebesszene mit Burt Lancaster am Strand ist für damalige Verhältnisse sehr leidenschaftlich und gewagt, macht die Schauspielerin weltberühmt. Bisher ist sie eher in Rollen aufgefallen, in denen sie mit kühler Intelligenz und spröder Distanz auffallen kann, umso mehr wird diese Szene zu einem Ereignis.

Danach zählt Deborah Kerr zu den populärsten Schauspielerinnen der Zeit. Sie ist bei der Produktionsfirma MGM unter Vertrag und steht mit dem größten männlichen Stars der 1950er und 1960er Jahre vor der Kamera. Nun gibt sie nicht mehr die distanzierte, englische Lady, sondern spielt die Rolle der unverstandenen Ehefrau, die aus den Traditionen ausbrechen will. In DAS ENDE EINER AFFAIRE (1954) von Edward Dmytryk gibt sie die vernachlässigte Frau eines Staatsbeamten in London zur Zeit des Ersten Weltkriegs, die eine Affäre mit einem amerikanischen Schriftsteller hat. Im Vincente Minnelli-Film ANDERS ALS DIE ANDEREN (1956) wird sie als Ehefrau des Lehrers von einem seiner Schüler geliebt. In dem Drama DIE GROßE LIEBE MEINES LEBENS (1957) von Leo McCarey ist es Cary Grant, der sich in sie verliebt. Darin sind die beiden auf dem Empire State Building verabredet, doch wird sie auf dem Weg zum Rendezvous von einem Auto angefahren. Erst nach zahlreichen Schicksalsschlägen finden sie zueinander. Der sentimentale Film rührt heute noch zu Tränen. Unter der Regie von Otto Preminger gibt sie in BONJEUR TRISTESSE (1958) eine erfolgreiche Modedesigner, die von der Tochter ihres Geliebten, der sie heiraten will, abgelehnt wird.

Einen weiteren Erfolg kann sie neben Yul Brynner verbuchen. Sie ist in DER KÖNIG UND ICH (1956) von Walter Lang die junge britische Witwe Anna Leonowens, die an den Hof des zivilisationsfreudigen Königs von Siam kommt. Auch für diese darstellerische Leistung wird sie für den Oscar nominiert. Aber auch in Komödie ist die Schauspielerin mittlerweile zu Hause. In GETRENNT VON TISCH UND BETT (1958) von Delbert Mann spielt sie neurotische Frau, die von ihrer Mutter unterdrückt wird. Als spätes Mädchen verliebt sie sich in einen Major, der seine Abenteuer gehörig aufpoliert. In der Stanley Donen-Komödie VOR HAUSFREUNDEN WIRD GEWARNT (1960) spielt sie an der Seite von Cary Grant und Robert Mitchum, die beide um die buhlen.

Immer wieder sind es Charakterrollen, in den Deborah Kerr ihre Schauspielkunst belegen kann. In dem anspruchvollen Heimatfilm DER ENDLOSE HORIZONT (1959) von Fred Zinnemann spielt sie die Ehefrau eines Viertreibers, der mit seiner Familie durch Australien zieht. Altmeister John Huston inszeniert sie und Richard Burton in DIE NACHT DER LEGUANE (1963). Nochmals sind die Kunstfallschirmspringer Burt Lancaster und Gene Hackman von ihr in dem John Frankenheimer-Film DIE DEN HALS RISKIEREN (1969) begeistert.

Als das New Hollywood neue Wege in der Traumfabrik Hollywood angeht, ist die Zeit von Deborah Kerr vorbei. Ihr Frauentyp ist nicht mehr gefragt. Sie nimmt ihren Abschied von der großen Leinwand. In den 1970er Jahren bis Mitte der 1980er Jahre ist sie immer mal wieder im Fernsehen zu sehen, spielt unter anderem in dem britischen TV-Mehrteiler "Hold the Dream" nach dem Roman von Barbara Tayler Bradford. 1994 wird Deborah Kerr endlich mit dem Oscar geehrt. Sie erhält den Preis der Academy für ihr Lebenswerk. Sechsmal ist sie nominiert gewesen, kann die Statur aber nie mit nach Hause nehmen.

Die Schauspielerin ist in erster Ehe von 1945 bis 1959 mit Anthony Bartley verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. 1960 heiratet sie den deutschen Schriftsteller und Drehbuchautor Peter Viertel, lebt mit ihm lange Zeit in einem Kloster. Mehrere Jahre leidet sie an der Parkinson-Krankheit. Deborah Kerr stirbt am 16. Oktober 2007 in Suffolk (England).

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