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Ava Gardner

Ava Gardner
Darsteller

* 24. Dezember 1922
Smithfield (North Carolina)
USA
† 25. Januar 1990
London
Großbritannien

AVA GARDNER • Biographie Seite 1/1

Fast wäre Ava Gardner als kleines Starlet von der Produktionsfirma MGM in der Versenkung verschwunden. Aber sie entpuppt sich als Schauspielerin mit viel Intelligenz und Aufrichtigkeit, die zudem mit atemberaubender Schönheit gesegnet ist. Sie wird in den 50er Jahren ein Star, spielt und singt sich in die oberste Kategorie der Hollywood-Schönen. Besonders in Erinnerung bleiben ihre Darstellungen als Vamp, der verführerisch schön die Männer umgarnt und zerstört. Sie gehört zu den geliebten Bad Girls, den faszinierenden Darstellerinnen des film noir.

Ava Gardner wird am 24. Dezember 1922 als Ava Lavinia Gardner in Smithfield (North Carolina) geboren. Ihr Vater ist Naturalienpächter, verliert während der Großen Depression seine Pachtfarm, auf der er vorwiegend Tabak hergestellt hat. Zur Familie gehören noch fünf weitere Kinder, vier Mädchen und ein Junge. Ava Gardner wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach ihrem Highschool-Abschluß beginnt sie eine einjährige Sekretärinnen-Ausbildung. Danach geht sie nach New York zu ihrer älteren Schwester Beatrice, die mit dem Fotografen Larry Tarr verheiratet ist. Nachdem er Fotos in seinen Schaufenstern ausgestellt hat, wird Ava Gardner von Baneh Duhan, einem Angestellten des New Yorker Büros von MGM, entdeckt.

Nach Probeaufnahmen folgt sie dem Ruf nach Hollywood und unterzeichnet dort einen Sieben-Jahres-Vertrag. Zunächst wird sie unterrichtet, erhält eine Sprachausbildung, durchläuft die PR-Ausbildung des Studios und posiert als Pin-Up-Girl. Erst nach einem Jahr erhält sie ihre erste kleine Rolle. In den Besetzungslisten taucht sie nicht auf, meist sind es nur Statistenrollen in unbedeutenden B-Pictures verschiedener Genres. Als ihr erster wirklicher Filmauftritt gilt ihre Rolle in dem Norma Shearer-Film WE ARE DANCING (1942), klein und unbedeutend. In THREE MEN IN WHITE (1944) von Willis Goldbeck erhält sie ihre erste Sprechrolle, verführt einen jungen Zögling und rückt in der Aufmerksamkeit der Produzenten einen Schritt nach vorn.

Ihre erste Hauptrolle bekommt sie in dem kleinen Melodram WHISTLE STOP (1946) unter der Regie von Léonide Moguy. Hier spielt sie eine junge Frau, die in ihre Heimat zurückkehrt, mit dem Nerzmantel als Erfolgssymbol. Sie lebt wieder mit ihrem Ex-Freund zusammen und erregt die Aufmerksamkeit zwielichtiger Gestalten. Die Ausstrahlung der Ava Gardner ist enorm und bringt ihr in der Folge zahlreiche Rollen ein. In der Ernest Hemingway-Verfilmung RÄCHER DER UNTERWELT (1946), der heute zu den Klassikern des film noir zählt, spielt sie an der Seite von Burt Lancaster eine Prostituierte, die den schwedischen Boxer erst verführt und dann verrät. Unter der Regie von Robert Siodmak, der ihre bisher beste darstellerische Leistung hervorbringt, wird Ava Gardner durch ihre einzigartige Sinnlichkeit zu einer der aufregendsten Frauen Hollywoods. In der Folge spielt sie mehrfach den Vamp, der verführerisch schön die Männer umgarnt und zerstört. Sie wird zu einer der bevorzugten Bad Girls, eine faszinierende Darstellerin des film noir. Aber zunächst wird sie für MGM in Filmen eingesetzt, die nicht besonders erfolgreich sind und ihr Talent nicht ausreizen.

In THE HUCKSTERS (1947) steht sie an der Seite von Clark Gable vor der Kamera und spielt eine Nachwuchssängerin, die auf ihre Chance auf den großen Erfolg wartet. In SINGAPURE (1948) ist es Fred MacMurray, der sie anhimmelt. Hier verkörpert sie ein an Amnesie leidendes Mädchen. In VENUS MACHT SEITENSPRÜNGE (1948) ist Ava Gardner in ihrer ersten komischen Rolle zu sehen; sie spielt die Rolle einer von einem Verkäufer zum Leben erweckten Statue. In GEHEIMAKTION CARLOTTA (1949) stellt sie eine Sängerin in einer Hafenspelunke dar, die mit einem Schmuggler verheiratet ist, sich aber in einen Geheimagenten verliebt, der ihren Mann überführen soll. In DER SPIELER (1949), wieder in der Regie von Robert Siodmak, lockt sie als geheimnisvolle Gräfin Gregory Peck an den Spieltisch. In keinem der genannten Filme wird die Darstellerin wirklich gefordert, der große Erfolg an den Kinokassen bleibt ebenfalls in den meisten Fällen aus.

Für die Produktion PANDORA UND DER FLIEGENDE HOLLÄNDER (1951) reist sie nach Großbritannien und Spanien, ist erstmals in Farbe zu sehen. In dem Musical MISSISSIPPI-MELODIE (1952) singt sie ihre Lieder selbst, wird aber später vom Studio nachsynchronisiert. Der Film wird an den Kinokassen ein überragender Erfolg und leitet einen Wendepunkt in der Karriere der Ava Gardner ein. Sie verlängert ihren Vertrag um weitere sieben Jahre und wird - wie bereits vorher - immer wieder an andere Firmen ausgeliehen. Für 20th Century Fox steht sie in SCHNEE AM KILIMANDSCHARO (1952) gemeinsam mit Gregory Peck vor der Kamera. Sie spielt die einzige Liebe im Leben des Autors und Wildjägers Harry. Das Drama wird der Erfolg des Jahres 1952, eine der großen Liebesgeschichte der Zeit. Mit dem Film MOGAMBO (1953) erreicht die Darstellerin den Höhepunkt ihrer Karriere. An der Seite von Clark Gable spielt sie unter der Regie von Altmeister John Ford die Tänzerin Ellinor, die sich zwischen eine mögliche Beziehung des Tierfänger und Großwildjäger Victor und einer jungen Ehefrau eines Forschers (verkörpert von Grace Kelly) stellt. Ihre Darstellung bringt ihr eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin ein. Danach steht sie in dem Kostümspektakel DIE RITTER DER TAFELRUNDE (1954) vor der Kamera.

Mit ihrer Darstellung in DIE BARFÜßIGE GRÄFIN (1954) unter der Regie von Henry King wird die Schauspielerin am meisten in Verbindung gebracht. Auch hier überzeugt Ava Gardner - diesmal an der Seite von Humphrey Bogart - Kritik und Publikum, in der Rolle der spanischen Tänzerin Maria Vargas, die aus Armut zu großem Ruhm aufsteigt. Ihr Schönheit und ihre darstellerische Leistung, geheimnisvoll, faszinierend und unnahbar, machen sie zum Star des Films. Auch in der Folge spielt Ava Gardner meist starke, verführerische Frauen, die durch ihre erotische Ausstrahlung hervorstechen. In dem politisch angelegten Drama KNOTENPUNKT BHOWANI (1956) wird sie als anglo-indische Victoria James in den indischen Unabhängigkeitskampf hineingezogen. In der Farce DIE KLEINE HÜTTE (1957) steht sie neben David Niven und Stewart Granger vor der Kamera. Nochmals verfilmt sie mit ZWISCHEN MADRID UND PARIS (1957) unter der Regie von Henry King einen Stoff von Ernest Hemingway. Erzählt wird von einem traurigen, ziellosen Emigranten, dem amerikanischen Journalisten Jake Barnes (gespielt von Tyrone Power), der nach dem Ersten Weltkrieg in Paris eine neue Heimat findet. Besonders gelobt von den Kritikern wird die genaue Milieuschilderung, etwa von den Stierkämpfen in Pamplona; die Bilder besitzen Kraft und Brillanz.

Ab Mitte der 50er Jahre lebt Ava Gardner in Europa, bevorzugt Madrid, später in London. Ihren Vertrag bei MGM verlängert sie nicht, arbeitet frei. Immer häufiger ist sie in europäischen Produktionen zu sehen. Regisseur Stanley Kramer engagiert sie für DAS LETZTE UFER (1960), in dem die Gefahr eines Atomkriegs und seine Folgen in einer typisch amerikanischen Version auf der Leinwand zu sehen sind. In beruflicher Hinsicht bieten die 60er Jahre nicht viel Neues für die Schauspielerin, Rollen für weibliche Stars im mittleren Alter sind rar. Aber mit der Tennessee Williams-Verfilmung DIE NACHT DES LEGUANS (1964) von John Huston feiert sie einen ihrer größten Erfolge. Ein entlassener Pfarrer (gespielt von Richard Burton) arbeitet als Fremdenführer in Mexiko. Seine Bekanntschaften mit verschiedenen Frauen lassen ihn seine zerrissenen Seele erkennen. Ava Gardner spielt die Besitzerin eines Hotels, wieder sexy und sinnlich.

Die Karriere der Ava Gardner kommt nicht zum Stillstand. Sie ist in dem monumentalen Streifen DIE BIBEL (1966) von John Huston zu sehen, spielt die Kaiserin Elisabeth von Österreich in MAYERLING (1968) unter der Regie von Terence Young. Sie agiert in Kostümfilmen, Western, Märchen, Kriminal-, Horror- und Katastrophenfilmen, steht neben den wichtigsten männlichen Stars der Zeit vor der Kamera. 1982 dreht sie ihren letzten Kinofilm. Aber sie übernimmt im wieder zahlreiche Rollen in TV-Filmen und -Serien, läßt sich von ihrem Alter nicht abschrecken.

Ava Gardner ist mehrfach verheiratet. Kurz nach ihrer Ankunft in Hollywood lernt sie den damals 22jährigen Schauspieler Mickey Rooney kennen, der zu diesem Zeitpunkt einer der absoluten Superstars von MGM ist. Sie heiraten im Januar 1942. Die Ehe wird allerdings ein Jahr später bereits wieder geschieden. Berüchtigt wird das Nachtleben der Darstellerin, beobachtet und marktschreierisch verbreitet von der Boulevardpresse. Nach ihrer Ehe lebt sie in einer Beziehung mit dem Produzenten Howard Hughes. Im Oktober 1945 heiratet sie den Bandleader Artie Shaw. Aber auch diese Ehe währt nur ein Jahr. Nach einer zweijährigen Beziehung mit dem Schauspieler Howard Duff heiratet sie im November 1951 den Schauspieler und Entertainer Frank Sinatra. Nach sechs Jahren Ehe wird diese geschieden.

Ava Gardner stirbt am 25. Januar 1990 in London.

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Autorin: Ines Walk

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