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Doris Day

Doris Day
Darsteller

* 03. April 1924
Cincinnati (Ohio)
USA

DORIS DAY • Biographie Seite 1/1

Doris Day spielt fast immer dieselben Rollen. Sie ist die praktische Freundin, die treue Ehefrau und die sorgfältige Mutter. In den bunten und zuckersüßen Filmen der 50er und 60er Jahre ist sie immer hochanständig, wirkt heute bieder und prüde. Mit dem aufkommenden Feminismus hat das Rollenklischee nichts zu tun. Sie verkörpert eher die konservative Frau, die die Hosen wieder auszieht, um in den Ehehafen einzubiegen. Doris Day hat mit ihren Filmen damals einen Kassenschlager nach dem anderen produziert. Das Publikum liebt sie, von den Kritikern wird sie geschmäht, nie hat die Darstellerin einen Oscar erhalten. 1989 nimmt sie die kleine Statur für ihr Lebenswerk entgegen, als "am meisten unterschätzter Star aller Zeiten".

Doris Day wird am 03. April 1924 als Doris Mary Ann Von Kappelhoff in Cincinnati (Ohio) geboren. Ihr Vater ist Musiklehrer und von deutscher Herkunft. Ihre Mutter betreibt eine Wirtschaft. Ihre Eltern trennen sich, als sie 12 Jahre ist. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, lernt von ihr Tanzen. Doris Day besucht die Withrow High School in Cincinnati sowie 1937 die Fanchon And Marco Dance School in Los Angeles. Damit begeistert sie bereits als junges Mädchen, gewinnt einen Tanzwettbewerb. Nach einem Autounfall muß sie das Tanzen aufgeben. Problemlos wechselt sie zum Gesang.

Mit ihrer Stimme hat sie Erfolg, sie singt in der Bob Crosby Band, später bei Les Brown. In Los Angeles werden Film-Manager auf sie aufmerksam, sie erhält ihr erstes Filmangebot als Nachtclub-Sängerin in dem Musikfilm ZAUBERNÄCHTE IN RIO (1948) unter der Regie von Michael Curtiz. Ihr Song "It's Magic", der für den Film aufgenommen wird, verkauft sich millionenfach und verschafft ihr die Eintrittskarte nach Hollywood. In der Folge wird sie in weiteren Musikfilmen besetzt. Sie produziert mehrere Ohrwürmer wie "Sentimental Journey", "Qué será" und "Everybody Loves a Lover". Mehrfach arbeitet die Schauspielerin auch für den Rundfunk. Ab 1948 moderiert sie gemeinsam mit dem Schauspieler Bob Hope eine wöchentliche Radio-Show. Trotz der folgenden Schauspielkarriere wird Doris Day immer wieder mit ihrem Gesang auffallen. In fast jedem ihrer Filme singt sie ein Lied oder der Titelsong wird für sie geschrieben.

In den folgenden Jahren steigt die junge Schauspielerin durch Filme wie IN ALL MEINEN TRÄUMEN BIST DU (1951), TYRANNISCHE LIEBE (1954) und REPORTER DER LIEBE (1957) zu den begehrtesten Schauspielerinnen Hollywoods auf. Sie produziert einen Box-Office-Erfolg nach dem anderen. Doris Day wird zum Symbol für die blonde und unschuldige, perfekte amerikanische Frau. Sie bildet den Gegensatz zur anderen amerikanischen Blondine Marilyn Monroe, die durch Freizügkeit und sexuelle Energie auf sich aufmerksam macht. In dem Biopic IN ALL MEINEN TRÄUMEN BIST DU (1951) wird vom amerikanischen Texter Gus Kahn erzählt, der die Bekanntschaft mit der Sekretärin Grace LeBoy macht. Ihre Begegnung beendet die Erfolglosigkeit des Texters; Grace vertont seine Lieder und kann den Musikproduzenten von der Qualität der Songs überzeugen. Das Happy End des Films ist vorhersehbar: die Sekretärin und der Texter werden ein Paar. Der Film TYRANNISCHE LIEBE (1954) von Charles Vidor erzählt die Karriere der in den 20er Jahren in den USA populären Schlagersängerin Ruth Etting nach. Ihr gelingt der Aufstieg von einem billigen Tanzlokal in Chicago bis nach Hollywood. In der Komödie REPORTER DER LIEBE (1957) von George Seatan spielt sie eine Journalistin, die sich in einem Wettstreit mit ihrem Kollegen (gespielt von Clark Gable) begibt.

1956 besetzt sie der Regisseur Alfred Hitchcock bewußt gegen ihr Image in DER MANN, DER ZUVIEL WUßTE (1956). Hier beweist sie zwar ihr Talent für ernsthafte Rollen, allen voran jene Szene, in der die Gäste eine Opernarie erwarten, aber Doris Day unbeirrt den Schlager "Que sera, sera" schmettert. Aber das amerikanische Publikum will die Schauspielerin in anderen, leichteren Filmen sehen. Doris Day besitzt ausgesprochen komisches Talent; in vielen Fällen spielt sie die gewitzte, beherzte und ewig natürliche Sauberfrau. Gepaart mit ihrer kräftigen Stimme bezaubert sie die damaligen Zuschauer. In Filmen wie PICKNICK IM PYJAMA (1957), BETTGEFLÜSTER (1959), für den sie eine Oscar-Nominierung erhält, und EIN PYJAMA FÜR ZWEI (1961) spielt sie meistens an der Seite von Rock Hudson, Clark Gable oder Cary Grant.

BETTGEFLÜSTER (1959) von Michael Gordon ist eine spritzige Komödie mit witzigen Dialogen und intelligenten Gags. Doris Day und Rock Hudson werfen sich in dem Lustpiel die Bälle nur so zu; aus der etwas dünnen Geschichte - Schlagerkomponist und Junggselle muß sich mit seiner alleinstehenden Nachbarin einen Telefonanschluß teilen; nach diversen Verführungskünsten und Streitigkeiten lieben sie sich - wird so lustvolle Unterhaltung. Die meisten Geschichten verlaufen nach dem immergleichen Muster: Mann und Frau stehen sich streitbar gegenüber, finden aber immer zueinander und liefern so eine überaus romatische Lösung für den Geschlechterkampf. Zwei Jahre später feiern beide Darsteller nochmals einen großen Erfolg mit EIN PYJAMA FÜR ZWEI (1959) von Delbert Mann. Im Unterschied zum vorherigen Film spielt die Geschichte diemal im Werbe-Milieu.

Unter der Regie von Frank Tashlin mischen sich schwungvoll Spannung und Spaß in SPION IN SPITZENHÖCHEN (1965). Hier verliebt sich ein prominenter Weltraumforscher (gespielt von Rod Taylor) in die hübsche Angestellte seiner Firma. Aber dem Geheimdienst kommt sie sehr verdächtig vor, so daß es zu zahlreichen Verwechslungen kommtn Schwungvoller Doris-Day-Film mit bewährten komödiantischen Mitteln. CAPRICE (1966) vom gleichen Regisseur liefert eine weitere Persiflage auf Agentenfilme. Ihr letzter großer Film wird der Familienfilm DER MANN IN MAMMIS BETT (1968) unter der Regie von Howard Morris. Als Witwe mit drei Söhnen verliebt sie sich in einen Witwer mit einer Tochter und bemüht sich nun, beide Familien unter einen Hut zu bekommen. Das Publikum liebt die Schauspielerin. Zwischen 1948 bis 1964, über 16 Jahre lang, ist sie jährlich unter den ersten 10 erfolgreichsten Darstellern. Trotzdem zieht sich Doris Day Ende der 60er Jahre aus dem Filmgeschäft zurück. Mehrere Comeback-Versuche, von denen immer wieder die Rede ist, kommen nicht zustande.

Im März 1941 heiratet die 17jährige Doris Day ihrem Musikerkollegen Al Jorden. Im Februar 1942 kam ihr Sohn Terry zur Welt, bereits ein Jahr später lassen sie sich wieder scheiden. Auch ihre zweite Ehe mit dem Bandmitglied George Wiedler scheitert nach drei Jahre. 1951 heiratet sie den Filmproduzenten Martin Melcher. Sie wird zur Ernäherin der Familie, verdient Millionen mit ihren Filmen und Liedern, die sich millionenfach auf Tonträgern verkaufen. Als ihr Ehemann 1968 stirbt, prozessiert sie gegen ihren ehemaligen Rechtsanwalt und Manager, Jerome B. Rosenthal. Er und ihr Ehemann haben ihre Gagen veruntreut und ihre Geschäfte vernachlässigt. Sie ist fast mittellos und beginnt deshalb wieder beim Fernsehen zu arbeiten. Sie erobert das Fernsehen mit der "Doris Day Show" (1968-1973) und der TV-Serie "Doris Days' Best Friends" (1984-1986). 1976 heiratet sie Barry Comden, von dem sie sich 1981 wieder scheiden läßt.

Doris Day lebt in Kalifornien. 1976 erscheinen ihre Memoiren unter dem Titel "Doris Day: Her Own Story". Sie engagiert sich als Natur- und Tierschützerin, gründet die Doris Day Pet-Foundation, eine Tierschutzorganisation, aus der die DD Animal Foundation und die DD Animal League hervorgehen, die größten Organisationen dieser Art in den USA.

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