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Charlton Heston

Charlton Heston
Darsteller

* 04. Oktober 1924
Evanston (Illinois)
USA
† 05. April 2008
Beverly Hills (Kalifornien)
USA

CHARLTON HESTON • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Charlton Heston hat zahlreiche gigantische Figuren verkörpert: Heilige, Helden und monumentale Charaktere. Dabei ist die Spanne breit: von Johannes dem Täufer bis Heinrich VIII., von Marc Anton bis Richelieu, von Thomas More bis Michelangelo, von Moses bis Ben Hur. In den 50er Jahren wird er zum Western- und Heroen-Darsteller; ein Weltstar, der wie kein anderer seine Rollen nicht nur spielt, sondern sich mit ihnen auch identifiziert. Seit 1941 wirkt er in über 100 Film- und TV-Produktionen mit.

Charlton Heston wird am 04. Oktober 1924 als John Charlton Carter in Evanston, Illinois geboren. Bereits während seiner Schulzeit entdeckt er die Schauspielerei für sich. In Schulaufführungen seines Colleges macht er auf sich aufmerksam. Er erhält ein Stipendium für die Northwestern University in Chicago und studiert dort von 1941 bis 1943. Besonders Augenmerk legt er auf seine Sprecherziehung. 1941 feiert er sein Debüt vor der Kamera. In der Amateurverfilmung PEER GYNT (1941) spielt er die Titelrolle.

Der Zweite Weltkrieg unterbricht die Karriere des jungen Schauspielers. Charlton Heston wird Leutnant der US Air Force auf den Aleuten. Nach dem Ende des Krieges versucht er in New York Fuß zu fassen. Das gelingt ihm nicht. In Asheville, North Carolina gründet er das Thomas-Wolfe-Memorial-Theatre. Hier werden bevorzugt Werke von William Shakespeare aufgeführt. Aber Charlton Heston steht auch in modernen Stücken auf der Bühne, spielt unter anderem in "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams. Durch seine Erfolge auf der Bühne wird der Broadway auf ihn aufmerksam. In "Antonius und Cleopatra" nach William Shakespeare feiert er dort seinen ersten großen Triumph. Zeit seines Lebens wird er Theater spielen. Besonders in den 1970ern steht er in zahlreichen Stücken auf der Bühne und feiert dort auch 1973 sein Regiedebüt.

Über das Fernsehen kommt Charlton Heston nach Hollywood. Zunächst ist er in ambitionierten Fernsehproduktionen zu sehen, spielt hier schon Antonio in "Julius Caesar" (1950). Vom Regisseur Wilhelm Dieterle erhält er seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm. In dem Thriller STADT IM DUNKEL (1950) spielt er einen Kriegsheimkehrer. Dann wird er vom Regisseur Cecil B. DeMille entdeckt. Er spielt den Zirkusdirektor in dem Revuefilm DIE GRÖßTE SCHAU DER WELT (1952). In der Folge startet der Schauspieler eine beispiellose Karriere, wird zum Western- und Heroen-Darsteller der Zeit, der in zahlreichen Monumental- und Kostümfilmen der 1950er und 1960er Jahre ein Millionenpublikum in die Kinos zieht. Bei ihm geht es in den meisten Fällen um Charisma, um körperliche Gegenwart, um heroische Größe. Seine stattliche Größe von 1,91 m, die breite Schulter, die erotisch-behaarte Brust, das markante Profil, seine blauen Augen und der volltönende Klang seiner Stimme tragen mit dazu bei, dass er seine Gegenüber überragt und selbst ein Über-Lebensgroßer wird.

Eindrucksvoll unterstreichen dies seine Titelrollen in dem Historienfilm BEN HUR (1959) von William Wyler, in dem Ritterspektakel EL CID (1961) unter der Regie von Anthony Mann oder die Rolle des Moses in dem Bibelfilm DIE ZEHN GEBOTE (1956) von Cecil B. DeMille. Kurz darauf ist er in dem Klassiker IM ZEICHEN DES BÖSEN (1957) von Orson Welles zu sehen und gibt einen jungen mexikanischen Rauschgiftfahnder, der sich gegen einen alten, korrupten Polizeichef zur Wehr setzen muß. All seine Figuren überzeugen durch die kraftvolle Ausstrahlung des Schauspielers; Männlichkeit und Tapferkeit werden zu seinem Markenzeichen. Für die Darstellung des charaktervollen Galeeren-Sträfling Ben Hur wird er 1960 mit dem Oscar ausgezeichnet - ein früher Höhepunkt seiner Karriere.

In der Folge wird der Schauspieler zum Blockbuster-Garant. Er gibt den in der Zukunft gestrandeten Astronauten Taylor, der sich auf dem PLANET DER AFFEN (1968) gegen seine Vor- bzw. Nachfahren behaupten muß. Nach dem Besteller von James A. Michener agiert er in HERRSCHER DER INSEL (1969) neben Geraldine Chaplin. Das spektakuläre und spannende Melodram unter der Regie von Tom Gries erzählt die wechselvolle Geschichte eines Kolonialherrn und seiner aufstrebenden Dienerin auf Hawaii Ende des 19. Jahrhunderts. Die Helden, die Charlton Heston verkörpert, kämpfen ihre Kämpfe im Westen um eine einsame Wasserstelle wie in WEITES LAND (1958) von William Wyler, fahren dem RUF DER WILDNIS (1972) hinterher nach Alaska auf den Spuren von Jack London. In Katastrophenfilmen wie ERDBEBEN (1974) oder GIGANTEN AM HIMMEL (1974) ist der Schauspieler ebenso zu Hause wie in Science Fiction, wo er sich in OMEGA MAN (1971) mit einer Gruppe lichtempfindlicher Überlebender einer bakteriellen Weltkatastrophe einen unerbittlichen Kampf liefern muss.

Mitte der 70er Jahre sinkt der Stern des Schauspielers. Seit den 1980er Jahren nimmt ihn das Publikum in Fernsehauftritte und Videorollen wahr, darunter fallen unter anderem TV-Rollen in den Serien "Denver-Clan" und "The Colbys". In den Filmen der 1990er ist Heston häufig nur noch in Nebenrollen zu sehen. Unter Regie seines Sohnes Fraser C. Heston entstehen der Western DUELL AM WIND RIVER (1979), der Abenteuerfilm GOLDFIEBER (1982) sowie eine weitere Verfilmung des Robert Louis Stevensen-Klassikers DIE SCHATZINSEL (1990), in denen der Vater nochmals in größeren Rollen seine Fähigkeiten zeigen kann. Eine seiner letzten Rollen spielt er in dem Remake PLANET DER AFFEN (2001) von Tim Burton. Hier gibt er einen alten Schimpansen-Anführer.

Charlton Heston ist Zeit seines Lebens politisch aktiv. In den 1960ern gilt er in den USA als liberal. Er wendet sich gegen McCarthys Hexenjagden in den 1950ern, arbeitet mit dem Bürgerrechtler Martin Luther King zusammen, hilft afroamerikanischen Schauspielern in Hollywood. Er missbilligt den Vietnam-Krieg und vertritt die Ansicht, dass Präsident Nixon schlecht sei für die Vereinigten Staaten. Nach der Ermordung von Martin Luther King fordert er noch restriktive Waffengesetze, dann wird seine politische Haltung mehr und mehr reaktionär. Er setzt sich für das uneingeschränkte Recht auf Waffenbesitz ein, wie es im 2nd Amendment zu der Bill of Rights festgeschrieben ist. 1997 wird er Vizepräsident der Waffenbesitzvereinigung NRA und leiht seit dieser Zeit der amerikanischen Waffenlobby eindrucksvoll Gesicht und Stimme. Im April 2003 tritt er von diesem Amt zurück. Seine Haltung zu Waffengesetzen und -besitz wird dem Schauspieler mehrfach vorgeworfen. Der Dokumentarist Michael Moore greift ihn in seinem Film BOWLING FOR COLUMBINE (2002) stark an.

Von 1965 bis 1971 ist Charlton Heston Vorsitzender der amerikanischen Filmschauspieler-Vereinigung, wird später Vorsitzender des Amerikanischen Filminstituts. 1978 wird er für seine humanitäre Arbeit mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet, den die Academy of Motion Picture Arts and Sciences vergibt.

Seit 1944 ist der Charlton Heston mit der Schauspielerin Lydia Clarke verheiratet. Beide stehen bei dem Zirkusfilm DIE GRÖßTE SCHAU DER WELT (1952) vor der Kamera. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Die Ehe, die bis heute anhält, ist - selten in Hollywood - frei von öffentlichen Skandalen. Seit einigen Jahren leidet der Schauspieler an der Alzheimer Krankheit. Die Familie lebt in den Bergen von Santa Monica.

Charlton Heston stirbt am 05. April 2008 in seinem Haus in Beverly Hills.

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