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Sacha Baron Cohen

Sacha Baron Cohen
Regie, Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 13. Oktober 1971
London
Großbritannien

SACHA BARON COHEN • Biographie Seite 1/1

Einige von Sacha Baron Cohen gespielte Charaktere provozieren und polarisieren. Aber gerade diese besondere, grenzüberschreitende Art des Humors hat den Engländer weltberühmt gemacht. Dass er aber nicht nur ein Mankini tragender, skurriler und Ärger suchender Berufsaufwiegler ist, zeigen zahlreiche Rollen, die der Darsteller mittlerweile gespielt hat. Er hat sich im Charakterfach Hollywoods etabliert.

Geboren wird Sacha Baron Cohen am 13. Oktober 1971 in Hammersmith im Westen Londons als zweiter von drei Söhnen des walisischen Bekleidungsgeschäftbetreibers Gerald Baron Cohen und der iranischstämmigen Israelin Daniella Baron Cohen. Sacha Baron Cohen besucht die renommierte Haberdashers’ Aske’s Boys’ School und wechselt anschließend an das Christ’s College, das zur Cambridge Universität gehört. Während dieser Phase seines Lebens verbringt er ein Jahr im Rosh haNikra-Kibbuz in Israel, um seine Herkunft besser verstehen zu lernen. Nach seiner Rückkehr nach England schreibt er sich an der Universität Cambridge für Geschichte ein und schließt dieses Studium einige Zeit später erfolgreich ab.

Mit der Schauspielerei kommt er schon früh während seiner Zeit in der Jugendorganisation Habonim Dror in Kontakt, indem er an mehreren Theateraufführungen teilnimmt. Dem Schauspiel geht Sacha Baron Cohen auch während seiner Studienzeit nach und ist Mitglied des Cambridge University Amateur Dramatic Club. Doch anstatt als Historiker oder Schauspieler zu arbeiten, wird Sacha Baron Cohen nach seinem Abschluss erst einmal Model.

Dass er mittlerweile jedoch als Komiker und Schauspieler und nicht als Model bekannt ist, liegt an seinem Selbstverständnis als Entertainer, das ihn erst Comedy-Auftritte in einem Londoner Club absolvieren lässt und ihn anschließend auch ins Fernsehen bringt. Auf verschiedenen kleinen Sendern präsentiert er Shows, unter anderem moderiert er Mitte der 1990er Jahre die Sendung Pump TV und ist Gast in der Jack Dee and Jeremy Hardy Show. Schon damals hat er die Figuren Brüno und Borat, der zu diesem Zeitpunkt noch Kristo heißt und aus Albanien stammt, in seinem Repertoire.

Den Durchbruch beschert ihm aber ein anderer Charakter. In der Sketchshow Eleven O’ Clock Show tritt Sacha Baron Cohen 1998 als Ali G, eine Parodie auf Gangsterrapper, auf und begeistert damit die Zuschauer. Die schnell wachsende Popularität dieser Figur führt dazu, dass sie im Jahr 2000 mit Da Ali G Show eine eigene Sendung bekommt, in der auf komische, mit dem Rapperslang spielende Weise prominente Persönlichkeiten interviewt werden. Es dauert nicht lange, bis Ali G seinen eigenen Film bekommt. In ALI G IN DA HOUSE (2002), von Mark Mylod inszeniert, zeigt Sacha Baron Cohen erstmalig auf der großen Leinwand, wie sein Verständnis von Humor aussieht: satirisch, geschmacklos, albern, aber stets mit einer kritischen Botschaft versehen.

Wesentlich polarisierender als der Möchtegerngangster Ali G fallen die anderen von Sacha Baron Cohen erdachten Charaktere aus, die in den Folgejahren für Furore sorgen. Der schwule österreichische Moderjournalist Brüno und der mit zweifelhaften Einstellungen ausgestattete kasachische Reporter Borat werden durch die Da Ali G Show, die 2003/2004 in den USA im Programm von HBO läuft, bekannt. Mit BORAT (2006) wird einer weiteren Figur, die von Sacha Baron Cohen dargestellt wird, ein Film geschenkt. Die von Larry Charles gedrehte Mockumentary sorgt nach seinem Erscheinen für heftige Debatten. Einige Personen, die in diesem Film zu sehen sind, fühlen sich falsch widergegeben und beklagen, dass ein falsches Bild von ihnen entstanden sei. Und auch Kasachstan fühlt sich durch Borat auf den Schlips getreten, da ihr Land und die Bewohner als rückschrittlich und dumm dargestellt werden.

Den semi-dokumentarischen Stil wendet Sacha Baron Cohen auch bei BRÜNO (BRÜNO Trailer) (2009), wieder von Larry Charles inszeniert, an, um etliche Zeitgenossen und deren wahre Einstellung zu entlarven. Anders als BORAT, der überwiegend positive Kritiken bekam, muss BRÜNO (BRÜNO Trailer) sich doch mit mehr negativen Besprechungen auseinandersetzen, allerdings wird auch hier Sacha Baron Cohens radikaler Humor gelobt. Dass diese Art von Komik die seine ist, wird er 2012 vermutlich wieder unter Beweis stellen, denn da startet sein neuer Film DER DIKTATOR (DER DIKTATOR Trailer). In dem von Larry Charles in Szene gesetzten Film spielt Sacha Baron Cohen einen satirisch überzeichneten Despoten.

Dass er jedoch nicht nur selbsterdachte Charaktere darstellen kann, beweist er seit einigen Jahren. Durchaus überraschend ist dabei, dass es nicht nur komische Rollen sind, die er spielt – auch wenn sie in den meisten Fällen zumindest skurril sind. In RICKY BOBBY - KÖNIG DER RENNFAHRER (2006), gedreht von Adam McKay, ist er der Kontrahent der Titelfigur, die von Will Ferrell gespielt wird. Da es sich hierbei jedoch um eine Komödie handelt, ist der Charakter des Ex-Formel-1-Fahrer Jean Girard, den Sacha Baron Cohen darstellt, ein homosexueller Franzose – ein typischer Part für ihn. Ernster, aber durchaus ungewöhnlich, ist hingegen sein Auftritt in dem Horror-Musical SWEENEY TODD (SWEENEY TODD Trailer) (2007) von Starregisseur Tim Burton, wo er den Betrüger Adolfo Pirelli verkörpert. Eine ernsthaftere, kleine Rolle bekleidet er auch in DIE ENTDECKUNG DES HUGO CABRET (2011), dem 3D-Abenteuer von Martin Scorsese. Und auch im neuesten Streich von Quentin Tarantino, dem Western DJANGO UNCHAINED (DJANGO UNCHAINED Trailer), der 2012 ins Kino kommt, wirkt der Brite mit.

Auch mit seiner Stimme hat Sacha Baron Cohen es geschafft, eine Kultfigur entstehen zu lassen, denn er spricht in MADAGASCAR (MADAGASCAR Trailer) und dem Nachfolger den Lemurenkönig Julien, einen der prägnantesten Charaktere der beiden Animationshits.

2010 heiratet Sacha Baron Cohen seine langjährige Freundin, das australische Model Isla Fisher, mit der er eine Tochter namens Olive hat, die 2007 zur Welt kommt.

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Autor: Nils Pape
Stand: Dezember 2011

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