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Richard Burton

Richard Burton
Darsteller

* 10. November 1925
Pontrhydyfen (Wales)
Großbritannien
† 05. August 1984
Céligny (bei Genf)
Schweiz
andere Namen Richard Jenkins; Richard Walter Jenkins jr.

RICHARD BURTON • Biographie Seite 1/1

Siebenmal ist der Schauspieler Richard Burton für den Oscar nominiert worden. Er ist immer leer ausgegangen. Im Leben ist er das nicht. Er wird als Renaissance-Mensch beschrieben, der das Leben maßlos verschlingt, sich zügellos der Liebe und dem Alkohol hingibt. Als Ausnahmeschauspieler überzeugt er mit seiner Leinwandpräsenz, die sich paart mit Ausstrahlungskraft und Leidenschaft. Leider nimmt er wahllos Rollen an, spielt zu häufig in schlechten Filmen.

Richard Burton wird am 10. November 1925 als Richard Walter Jenkins in Pontrhydyfen (Wales) geboren. Sein Vater ist Bergarbeiter. Zur Familie gehören neben der Mutter noch zwölf weitere Kinder. Zwei Jahre nach seiner Geburt stirbt seine Mutter, die älteren Schwestern ziehen ihn auf. Nach seiner Schulausbildung an der Port Talbot High School besucht er als 16jähriger für kurze Zeit das Exeter College in Oxford. Seine Geschwister haben den Kurzaufenthalt finanziert. Hier spielt er in einer Studenten-Theatergruppe. Mit 18 Jahren steht der junge Künstler zum ersten Mal auf der Theaterbühne in Liverpool.

1944 wird Richard Burton zum Wehrdienst eingezogen. Er absolviert ihn bei der Royal Air Force in Kanada. Nach seiner Rückkehr nach England beginnt seine Karriere auf der Theaterbühne, kurze Zeit später beim Radio und beim Film. Im Radio wird Richard Burton durch seine sonore Stimme bekannt. Auf der Bühne überzeugt der Schauspieler in kürzester Zeit als Shakespeare-Darsteller, wird ein gefeierter Mime in Stücken von John Osborne. Bei den Shakespeare-Festspielen in Stratford Avon begeistert er als jüngster Darsteller des "Henry V.". Bald tritt er am Broadway auf. Zeitweise wird das Theater gegenüber dem Film zurücktreten. 1960 kehrt er kurzzeitig mit großem Erfolg auf die Bühne zurück und spielt an der Seite von Julie Andrews in dem Musical "Camelot". Mitte der 60er Jahre spielt er in der John Gielgud-Inszenierung des "Hamlet", tourt mit dem erfolgreichen Stück durch die USA und Kanada. Als in älteren Lebensjahren die Filmangebote abnehmen, konzentriert sich der Darsteller wieder mehr auf die Bühne. Unter anderem spielt er ab 1976 wieder am Brodway in dem Stück "Equus" von Peter Shaffers.

1948 erhält er seine erste Filmrolle als Gareth in THE LAST DAYS OF DOLWYN (1948) in der Regie von Emlyn Williams, einer Geschichte um eine walisische Dorfgemeinschaft. In der Folge spielt der Schauspieler in mehreren Filmen in England, bis er mit dem amerikanischen Film MEINE COUSINE RACHEL (1952) von Henry Koster an der Seite von Olivia de Havilland seinen ersten größerer Erfolg feiert. Er wird für den Oscar als Bester Nebendarsteller nominiert. Im Februar 1953 erhielt er den "Golden Globe" als bester neuer Darsteller des Jahres 1952. Im gleichen Jahr arbeitet der Regisseur Henry Koster nochmals mit ihm in DAS GEWAND (1953) zusammen. In diesem ersten CinemaScope-Film, der monumental und farbenprächtig daherkommt, spielt Richard Burton den römischen Offizier Marcellus. Mehrmals wird er Feldherren geben, unter anderem Alexander, den Großen in dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1956 sowie Mark Antonius an der Seite von Elizabeth Taylor in CLEOPATRA (1963) unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz.

Seine Liebe zu der Schauspielerin Elizabeth Taylor ist überaus medienträchtig. Sie heiraten kurz nach den Dreharbeiten zu CLEOPATRA (1963), wo sie sich kennengelernt haben. Bis 1973 treten beide gemeinsam in zahlreichen Filmen auf. In WER FÜRCHTET SICH VOR VIRGINIA WOOLF? (1966) nach Edward Albee spielen sie ein Akademie-Ehepaar, daß sich nichts mehr zu sagen hat außer Demütigungen und Bloßstellungen; Mann und Frau zerfleischen sich in Schuldzuweisungen und zynischem Selbstmitleid. Beide Schauspieler werden für ihre Darstellung für den Oscar nominiert, nur seine Partnerin kann ihn mit nach Hause nehmen. In der Shakespeare-Verfilmung DIE WIDERSPENSTIGE ZÄHMUNG (1967) von Franco Zeffirelli tragen wiederrum beide Schauspieler die unterhaltsame Komödie.

Als Kanzler Thomas Becket legt Richard Burton in BECKET (1964) eine herausragende Darstellung vor. 12mal ist der Film für den Oscar nominiert. Doch keiner der großen Schauspieler, neben Richard Burton noch Peter O Toole und John Gielgud können die Trophäe erhalten. Mitte der 60er Jahre gründet der Schauspieler die Tabur Productions, die zahlreiche Filme produziert, in denen er die Hauptrollen übernimmt. Erstmals führt Richard Burton Regie, zusammen mit Nevill Coghill entsteht nach der literarischen Vorlage von Christopher Marlowe der Film DOKTOR FAUSTUS (1967), in dem auch wieder Elisabeth Taylor die weibliche Hauptrolle spielt. Der Agenten-Thriller DER SPION, DER AUS DER KÄLTE KAM (1965) von Martin Ritt gilt als klassischer Anti-Bond-Film, der mit der Heroisierung des Agenten bricht und die Armseligkeit des Berufes verdeutlicht. Wieder wird Richard Burton für einen Oscar nominiert.

Richard Burton hat in mehr als 60 Filmen mitgewirkt. In Erinnerung bleiben unter anderem die John Osborne-Adaptation BLICK ZURÜCK IM ZORN (1959) von Tony Richardson, wo er neben Claire Bloom einen künstlerischen Erfolg feiern kann. Unvergessen sind seine Auftritte in DER SCHRECKEN DER MEDUSA (1977) und DIE WILDGÄNSE KOMMEN (1977). Seine letzte Filmrolle spielt der bereits schwerkranke Schauspieler in Michael Radfords Neuverfilmung von 1984 (1984) nach George Orwells.

Neben seiner Theater- und Filmarbeit schreibt Richard Burton. Er verfaßt Artikel für Zeitungen, schreibt ausführlich Tagebuch. Er verschlingt angeblich Bücher; ein Roman, den er schreibt, ist verloren gegangen.

Fünfmal ist Richard Burton verheiratet. In erster Ehe führt er mit Sybill Williams. Ihre gemeinsame Tochter Kate Burton arbeitet auch als Schauspielerin. Wegen der Liebe zur Schauspielerin Elizabeth Taylor verläßt er seine erste Ehefrau. Zwei Ehen führt er mit Elizabeth Taylor, von 1964 bis 1974 und von Oktober 1975 bis zum Juli 1976. Sie adoptieren gemeinsam ein Kind. Seine vierte Ehe mit Susan Hunt, der früheren Frau des Formel-1-Rennfahrer James Hunt, wird nach sechs Jahren geschieden. Danach heiratet er 1983 die BBC-Produktionsassistentin Sally Hay.

Am 5. August 1984 stirbt Richard Burton an den Folgen eines Gehirnschlags in Genf.

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