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Justin Lin

Justin Lin
Regie

* 1973
Taipei
Taiwan
andere Namen Yipin Lin

JUSTIN LIN • Biographie Seite 1/1

Justin Lin ist derzeit eine der gefragtesten Personen Hollywoods. Sobald ein neuer Actionfilm angekündigt wird, gilt er als ganz heißer Kandidat für den Regieposten. Das hohe Maß an Anerkennung hat er beinahe ausschließlich der populären Filmreihe THE FAST AND FURIOUS zu verdanken, die unter seiner Führung in neue Dimensionen vorgedrungen ist. Er inszeniert schnörkellos und temporeich Action, was beim Publikum und an der Kinokasse mehr als gut ankommt.

Geboren wird Justin Lin 1973 in Taipeh, Taiwan, als Lín Yìbīn. Bereits im Kindesalter verlässt er zusammen mit seiner Familie seine asiatische Heimat, um in Orange County, Kalifornien, eine neue zu finden. Zuerst ist Justin Lin eher an Sport und anderen außerschulischen Aktivitäten interessiert als am Filmemachen, doch nachdem er erstmalig eine Kamera in den Händen hält, ist seine Leidenschaft entflammt. Er ist begabt, weshalb er sich einen Studienplatz an der UCLA School of Film and Television sichern kann. Justin Lin macht im Fach Regie zuerst seinen Bachelor- und anschließend seinen Masterabschluss.

Während seiner Studienzeit dreht er gemeinsam mit seinem Kommilitonen Quentin Lee das bizarre Drama SHOPPING FOR FANGS (1997). Obwohl dieser Film auf Festivals gezeigt wird, bleibt die große Resonanz aus, weshalb Justin Lin sich weiter auf seinen Job als Produktionskoordinator des Media Arts Centers im Japanese American National Museum in Los Angeles konzentriert. Gleichzeitig arbeitet er auch noch mit Jugendlichen zusammen, denen er Unterricht gibt. Seine dort gesammelten Erfahrungen inspirieren ihn zum Drehbuch seines ersten eigenen Spielfilms. Gemeinsam mit Ernesto Foronda und Fabian Marquez überarbeitet er seinen ersten Entwurf, der mit Unterstützung von Kodak tatsächlich von ihm verfilmt und veröffentlicht wird. Das Thrillerdrama BETTER LUCK TOMORROW (2002) ist ein cooler und aufregender Blick auf asiatische Schüler in Amerika, die aus Trotz und Langeweile eine kriminelle Laufbahn einschlagen. Dieser Film, für den Justin Lin beim Sundance Festival für den Grand Jury Prize nominiert wird, beschert dem talentierten Filmemacher größere Popularität.

Dem Drama bleibt er auch nachfolgend treu. ANNAPOLIS - KAMPF UM ANERKENNUNG (2006), eine Aufsteigergeschichte mit James Franco in der Hauptrolle, wird von der Kritik jedoch eher verhalten aufgenommen, von mangelnder emotionaler Tiefe und starkem Hang zum Patriotismus ist die Rede. Vor allem die DVD-Veröffentlichung führt jedoch dazu, dass auch dieser Film sein Publikum findet.

Die Chance seines Lebens lässt nicht lange auf sich warten. Justin Lin bekommt das Angebot, als Regisseur des dritten Teils der THE FAST AND FURIOUS-Filmreihe zu fungieren. Justin Lin nimmt an und vollführt mit THE FAST AND THE FURIOUS: TOKYO DRIFT (2006) eine Kehrtwende. Zwar geht es noch immer um schnelle Autos, rasante Fahrmanöver und attraktive Frauen, doch die Szenerie verlagert er nach Japan und die ursprüngliche Besetzung lässt er außen vor. Dem Erfolg tut das keinen Abbruch, weshalb Justin Lin auch die nachfolgenden Teile inszenieren darf.

Mit FAST & FURIOUS - NEUES MODELL. ORIGINALTEILE (FAST & FURIOUS - NEUES MODELL. ORIGINALTEILE Trailer) (2009) macht Justin Lin einen Schritt zurück, allerdings nur was die Geschichte angeht, spielt die doch nach den ersten beiden Teilen und vor THE FAST AND THE FURIOUS: TOKYO DRIFT. Diesmal sind von Paul Walker bis Vin Diesel alle bekannten Stars aus dem ersten Filmen wieder mit an Bord. Justin Lin inszeniert das kernige Actionwerk schnörkellos und temporeich, was beim Publikum mehr als gut ankommt. Weltweit quellen die Kinokassen beinahe über, und da stört es auch nicht, dass die Kritik die flache Story und den plumpen Ablauf bemängelt.

Dass auch ein solcher Megahit noch einmal getoppt werden kann, beweist Justin Lin mit FAST FIVE (FAST FIVE Trailer) (2011). Der fünfte Teil der langlebigen Filmreihe setzt auf die altbekannten Zutaten Geschwindigkeit und Coolness, doch obendrein gibt es noch den Actionstar Dwayne Johnson. Diese Mischung stellt sich als goldrichtig heraus, wie die weltweit über 600 Millionen Dollar Einnahmen zeigen. Wenig überraschend ist ein sechster Teil mit Justin Lin als Regisseur längst angekündigt worden.

Dass Justin Lin aber nicht nur dramatische oder actionreiche Filme inszenieren kann, hat er mittlerweile auch schon gezeigt. Zwischen 2009 und 2011 inszeniert er einige Episoden der Comedy-Fernsehserie Community, und schon 2007 dreht der Erfolgsregisseur FINISHING THE GAME: THE SEARCH FOR A NEW BRUCE LEE, eine kurios-komische Mockumentary, die von der Suche nach einem Ersatzmann für die verstorbene Kampfsportlegende Bruce Lee handelt, um einen schon begonnen Film fertig stellen zu können.

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Autor: Nils Pape
Stand: Februar 2012

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