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Karl Lieffen

Karl Lieffen
Darsteller

* 17. Mai 1926
Ossek (Kreis Dux, Böhmen)
Tschechoslowakei
† 13. Januar 1999
Starnberg
Deutschland

KARL LIEFFEN • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Karl Lieffen tritt in mehr als 130 deutschen Kino- und TV-Filmen auf. Sein markantes Gesicht bleibt in Erinnerung. Ende der 50er Jahre wird Karl Lieffen über Nacht als Nick Knatterton - bekennender Knickerbocker-Träger mit Pfeiffe, zugleich Superman und Meisterdetektiv der Sonderklasse - bekannt. Aber leider erhält er nie größere Rollen.

Karl Lieffen wird am 17. Mai 1926 im böhmischen Ossek als Carel Frantisek Lifka geboren [einige Quellen nennen Prag als Geburtsort]. Sein Vater ist Bergbeamter, seine Mutter arbeitet als Köchin. Als kleiner Junge erhält er Unterricht in der Geige. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei besucht er die Heeresmusikschule in Bückeburg. Die Schule wird zur Hölle für den Jungen. Er täuscht einen Selbstmord vor und scheidet 1938 aus der Schule aus.

Karl Lieffen erhält noch vor Ende des Krieges Schauspielunterricht in Braunschweig an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst. Kurz nach seinem 18. Geburtstag wird er zum Militärdienst eingezogen. Nach kurzer Kriegsteilnahme wird er in Frankreich in Gefangenschaft genommen. Er kann fliehen und versteckt sich bis zum Kriegsende in Deutschland. Seit dieser Zeit nennt er sich Karl Lieffen.

Nach Ende des II. Weltkrieges beginnt Karl Lieffen seine Schauspielkarriere. Das erste Engagement erhält er an der Städtischen Bühne in Freiburg. Nach zwei Jahren verläßt er die Stadt und spielt unter anderem in Wiesbaden, Frankfurt/Main und seit 1975 wieder in München an den Kammerspielen. Er arbeitet unter anderem mit Fritz Kortner und Bertolt Brecht zusammen.

Seit den 50er Jahren steht Karl Lieffen vornehmlich vor der Kamera. Sein erster Film wird die Johann Wolfgang Goethe-Adaption BEGEGNUNG MIT WERTHER (1949) in der Regie von Karl-Heinz Stroux. Nach einer Filmabstinenz von sieben Jahren steht er dann regelmäßig vor der Kamera. 1958 spielt er seine größte Rolle in NICK KNATTERTONS ABENTEUER (1958). Als Verkörperung der Zeichentrickfigur wird der Darsteller über Nacht bekannt, obwohl er vorher bereits in zahlreichen Filmen aufgetreten ist. Nick Knatterton ist nicht nur Deutschland bekanntester Knickerbocker-Träger, sondern auch Superman und Meisterdetektiv der Sonderklasse. Es wird seine einzige große Figur, aber auch ohne Hauptrolle bleibt der Schauspieler in Erinnerung; besonders sein markantes Äußeres tut das seinige dazu.

Der Regisseur Billy Wilder holt den Darsteller 1961 vor die Kamera für seinen Berlin-Film EINS, ZWEI, DREI (1961). Karl Lieffen mimt an der Seite von James Cagney, Liselotte Pulver und Horst Buchholz den Chauffeur Fritz. Für komische Parts holen ihn auch die Regisseure Helmut Dietl und Otto Waalkes zu ihrem Set. Bis Mitte der 90er Jahre steht der Schauspieler vor der Kamera, in mehr als 130 Kino- und TV-Filmen ist sein markantes Gesicht zu sehen. Eine seiner letzten Rollen ist der Großvater Gustav in dem Film ROHE OSTERN (1996) von Michael Gutmann.

Seit Anfang der 60er Jahre ist Karl Lieffen ein vielbeschäftigter Darsteller für das westdeutsche Fernsehen. Besonders bekannt wird er einem großen Publikum in der ZDF-Kriminalserie "Dem Täter auf der Spur" (1967-1973), in der er 22mal den Kriminalinspektor Janot gibt.
1974 erscheint die Autobiographie des Schauspielers unter dem Titel "Was fällt ihnen ein, Lieffen!". 1991 wird er für seine Verdienste mit dem Titel eines bayerischen Staatsschauspielers geehrt.

Am 13. Januar 1999 verstirbt Karl Lieffen in Starnberg an einem Gehirntumor.

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