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Will Tremper

Will Tremper
* 19. September 1928
Braubach (Rhein)
Deutschland
† 14. Dezember 1998
München
Deutschland
andere Namen Quentin Philips

WILL TREMPER • Biographie Seite 1/1

Will Tremper gilt als sperrige Persönlichkeit. Im westdeutschen Kino der Nachkriegszeit hat er einen Sonderrolle inne. Auf der einen Seite sorgen seine Reportagen über Stars und Sternchen für Skandale und Prozesse, auf der anderen Seite schreibt er Drehbücher und inszeniert Filme, die aus der gängigen Produktion der Zeit – vorzugsweise sanfte Heimatunterhaltung und Schlageridylle – herausfallen.

Will Tremper wird am 19. September 1928 in Braubach, am Rhein geboren. Sein Vater ist Gastwirt. Er wächst mit vier Geschwistern auf. Nach dem Abschluß des Gymasiums beginnt er als Verlagsbote beim Nationalblatt zu arbeiten. Als Praktikant ist er auch in einem Fotolabor beschäftigt.
1944 geht Will Tremper nach Berlin. Er läßt sich als Bildberichterstatter ausbilden. Mit seinen 16 Jahren fotografiert er an der Ostfront, arbeitet für die Reichsbildstelle des Reichsjugendführer. Für einige Tage ist er zudem als Berichterstatter für die Waffen-SS tätig. Nach Ende des Krieges geht er kurzzeitig nach München und arbeitet für für "Welt im Film".

Seine Karriere beginnt aber in Berlin. Ende 1945 kehrt er dorthin zurück und beginnt als Polizeireporter beim Berliner "Tagesspiegel" zu arbeiten. Später – von 1958 bis 1961 - wird er auch für den "Stern" arbeiten. Auch "Bild" wird von dem Redakteur geprägt, später arbeitet er für die "Welt am Sonntag". Will Tremper verfaßt Reportagen über Drehs, arbeitet als Ghostwriter für Curt Riess oder schreibt Tatsachenberichte. In Artikelserien wie "Deutschland - Deine Sternchen" beschäftigt sich der Autor mit der Welt der Stars und Starlets und ihren Skandalen. Sein Ton ist häufig ganz auf Sensation ausgerichtet, aber seine ausgesprochene Qualität steckt in der klaren Schilderung von Situation, Stimmung und Milieu. Häufig hat er mit Anklagen zu kämpfen, die er aber alle gewinnt.

Seit 1955 ist Will Tremper Mitarbeiter der Inter West Film. Für die Produktionsfirma beginnt er Drehbücher zu schreiben. Aus seiner Feder stammen DIE HALBSTARKEN (1956), ENDSTATION LIEBE (1957) oder NASSER ASPHALT (1957). Die Filme zählen zu den wichtigsten der 50er Jahre. Der Schauspieler Horst Buchholz wird durch sie nicht nur bekannt, sondern zur Symbolfigur der Jugend. Die Filme zeigen die Rebellion der jungen Generation in den frühen Nachkriegsjahre. Mit deutlichem amerikanischen Einfluß werden sie zu großen Kassenerfolgen. Will Trempers Filme sind Großstadt-Geschichten, weitgehend auf den Straßen Berlins gedreht, mit vielen Laiendarstellern und alltagsnahen und oft aus der Zeitung aufgeschnappten Themen.

1960 dreht Will Tremper seinen ersten eigenen Film FLUCHT NACH BERLIN (1960). Im gelingt eine Momentaufnahme der geteilten Stadt. Dem Gegenwartstoff bleibt er verhaftet, obwohl viele seiner Projekte sich nicht verwirklichen lassen. Mit dem Film DIE ENDLOSE NACHT (1963) inszeniert er seinen größten Erfolg. In ruhigen, fast dokumentarisch nüchternen Bildern erzählt er von einer Nacht auf dem Flugplatz. Für diesen Film erhält das Filmband in Gold und Silber.
Es folgen PLAYGIRL - BERLIN IST EINE SÜNDE WERT (1965) und SPERRBEZIRK (1966). Um seine Projekte zu finanzieren, nimmt er private Hypotheken auf, stellt Gagen zurück und bringt die Filme im Eigenverleih heraus. Sein Honorar für Reportagen verwertet er sofort in seinen Filmen. Nebenbei tritt er als Schauspieler in Filmen anderer Regisseure auf. Nach seinem letzten Film WIE KOMMT EIN SO REIZENDES MÄDCHEN ZU DIESEM GEWERBE? (1969), der ein Flop wird, zieht er sich aus dem Filmgeschäft zurück und arbeitet nur noch als Journalist und Autor.

Will Tremper ist viermal verheiratet und Vater von vier Kinder. Der Journalist stirbt am 14. Dezember 1998 in München.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Dezember 2007

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