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Haro Senft

Haro Senft
Regie, Drehbuch

* 27. September 1928
Budweis, Böhmen
Tschechoslowakei

HARO SENFT • Biographie Seite 1/1

Den einen wird der Regisseur Haro Senft als Mitinititator und -unterzeichner des Oberhausener Manifestes ein Begriff sein. Haro Senft arbeitet in zahlreichen Filmgremien mit, die sich für eine bessere Qualität deutscher Filme stark machen. Andere werden sich, wenn sie den Namen des Regisseurs hören, an seine "Rappelkiste" und Kinderfilme erinnern.

Haro Senft wird am 27. September 1928 in Budweis (Böhmen) geboren. Sein Vater ist Bankldirektor. In Prag absolviert Haro Senft sein Abitur. Kurz nach Ende des II. Weltkrieges macht er sich auf den Weg nach Deutschland. 1949 beginnt er ein Studium an der Wiesbadener Akademie für Bühne, Film und Funk, welches er 1953 abschließt.

Bereits während seiner Studienzeit arbeitet Haro Senft als Volontär bei verschiedenen Spielfilmproduktionen. Seine Vorliebe wird aber der Kurz- und dokumentarische Film. Seit 1954 stellt er selbst in eigener Produktion experimentelle Filme her. Dafür gründet er verschiedene Produktionsfirmen, 1954 die Boheme-Film, Wiesbaden, 1956 die Haro Senft-Filmproduktion oder 1957 die filmform OHG. Es entstehen Industrie-, Kurz- oder Dokumentarfilme.

Auf Initiative von Haro Senft und Ferdinand Khittl wird am 09. April 1959 die "DOC 59 – Gruppe für Filmgestaltung" gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehörten u.a. der Filmkritiker Enno Patalas, die Regisseure Edgar Reitz und Alexander Kluge. Ziel der Gruppe ist die Produktion künstlerisch wertvoller Filme, um der Stagnation des westdeutschen Films etwas entgegen zu setzen. Die Gruppe arbeitet besonders auf dem Gebiet des dokumentarischen und essayistischen Kurzfilms, die später in die Bewegung des Jungen deutschen Films mündeten. Eine Fortsetzung finden die Ziele im Oberhausener Manifests von 1962, zu deren Mitunterzeichner Haro Senft gehört, und im Kuratorium Junger Deutscher Film.

Der Spielfilm DER SANFTE LAUF (1966) zählt zu den erfolgreichsten des Regisseurs. Bruno Ganz spielt einen jungen Elektroingenieur, der sich in der Arbeitswelt zwischen Anpassung oder Selbstbestimmung entscheiden muß. Der Film ist einer jener seltenen Auseinandersetzungen mit der realen Arbeits- und Lebenswelt in der damaligen Bundesrepublik. Im selben Jahr kommt auch sein erster abendfüllender Dokumentarfilm EIN ANLAß ZUM SPRECHEN (1966) in die Kinos. Er ist in sein ehemaliges Heimatland zurückgekehrt und hat an der Prager Filmakadamie junge Filmleute interviewt.

Seit den 70er Jahren arbeitet Haro Senft für das Fernsehen. Er dreht seine "Rappelkiste", die beim ZDF ausgestrahlt wird. Neben Kurzfilmen entstehen Kinderfilme, die er häufig mit Laien dreht. Preise bekommt sein Kinderfilm EIN TAG MIT DEM WIND (1978), in dem ein kleiner Junge für sein Kaninchen ein Weibchen sucht. Erst acht Jahre später dreht er seinen nächsten Kinderfilm: JAKOB HINTER DER TÜR (1986). Erzählt wird die Geschichte eines Jungen, dessen Vater unverhofft stirbt.

Neben seiner Regie-Arbeiten fühlt sich Haro Senft der Ausbildung junger Filmleute verbunden. Bereits 1957 leitet er das Filmseminar an der Universität in München. Er arbeitet als Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Er unterstützt auch junge Filmleute und arbeitet als Co-Produzent, zum Beispiel 1984 bei der damals noch unbekannten Regisseurin Dorris Dörrie.

Haro Senft ist zweimal verheiratet. In erster Ehe wird 1948 seine Tochter Marion geboren. Er lebt mit seiner zweiten Ehefrau in München.

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