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Jean Simmons

Jean Simmons
Darsteller

* 31. Januar 1929
London-Crouch Hill
Großbritannien
† 22. Januar 2010
Santa Monica (Kalifornien)
USA
andere Namen Jean Simmonds

JEAN SIMMONS • Biographie Seite 1/1

Jean Simmons ist eine dunkelhaarige Schönheit, die vor der Kamera nicht nur durch ihre Ebenmaß und ihre makelloses Gesicht, sondern mehrfach auch durch ihr schauspielerisches Talent überzeugt. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in den 50er Jahre ist sie in Klassikern des Film Noir sowie in glanz- und prunkvollen Hollywood-Produktionen, in klassischen Western und großen Historienfilmen zu sehen. Allerdings wird ihr schauspielerisches Talent zu selten ausgeschöpft, sie spielt auch in zahlreichen belanglosen Unterhaltungsfilmen mit.

Jean Simmons wird am 30. Januar 1929 in London geboren. Sie wächst in einer großen Familie auf, ist das jüngste Kind. Jean Simmons besucht die Orange Hill School for Girls in ihrer Heimatstadt. Bereits frühzeitig nimmt sie Ballettunterricht an der Ada Foster School of Dancing. Zufällig wird sie als 15jährige vom Film entdeckt und für eine Rolle in GIVE US THE MOON (1944) unter der Regie von Val Guest besetzt. Durch ihren Auftritt fällt sie dem renommierten britischen Filmproduzenten J. Arthur Rank auf und erhält von ihm 1945 einen Filmvertrag.

Bereits mit ihren nächsten Filmen hat die Schauspielerin großen Erfolg. Sie spielt die junge Estella in der Charles Dickens-Verfilmung GEHEIMNISVOLLE ERBSCHAFT (1946) unter der Regie von David Lean. Danach verzaubert sie als verführerische Inderin Kanchi in DIE SCHWARZE NARZISSE (1947). In dem packenden Melodram mit exotischer Umgebung wird sie von fünf anglikanische Ordensschwestern missioniert. Ihre erste große Hauptrolle erhält sie in dem dunklen Kriminalfilm UNCLE SILAS (1947) von Charles Frank. Vier Jahre nach ihrem Filmdebüt erringt sie internationalen Erfolg mit der Rolle der Ophelia in Lawrence Oliviers Inszenierung des HAMLET (1948). Der Film besticht durch seine gekonnte Verbindung von Bühne und Film; das klassische Stück wird brillant für die Kamera adaptiert und ist bis heute eine der besten Verfilmungen des Stoffes. Jean Simmons ist 18 Jahre alt und agiert ganz nach ihrem Gefühl, intuitiv und natürlich. Für ihre Darstellung wird sie als Beste Schauspielerin für den Oscar nominiert. Damit wird auch Hollywood auf die englische Schauspielerin aufmerksam und nach einem Angebot folgt Jean Simmons dem Ruf in die amerikanische Filmmetropole; sie unterzeichnet dort einen Verrtag bei den RKO-Studios.

Ihr erster Film in Hollywood wird DIE BLAUE LAGUNE (1949) unter der Regie von Frank Launder. Die brillanten Bilder bebildern eine Kitschgeschichte um zwei Kinder, die nach einer Schiffskatastrophe auf eine menschenleere Südseeinsel allein überleben müssen. Als Jugendliche verlieben sie sich ineinander und zeugen ein Kind. Nur die zwei jungen Darsteller - Jean Simmons und Donald Houston - überzeugen. Danach spielt Jean Simmons in zahlreichen Hollywood-Produktionen. Ihre schauspielerischen Fähigkeiten kann sie in diversen Filmen immer wieder unter Beweis stellen. Der Regisseur und Produzent Otto Preminger besetzt sie in dem düsteren Film noir ENGELSGESICHT (1953). Hier spielt sie die wunderschöne Diana Tremayne, die nur auf den ersten Blick liebenswert und harmlos erscheint. Hinter ihrer wunderschönen Fassade verbirgt sich eine rücksichtslose und eiskalte Mörderin, die Vater, Mutter und Geliebten, später auch sich selbst tötet. Der Schauspielerin gelingt ein überaus facettenreiches Spiel; seelenlos nennen manche Kritiker ihren engelsgleichen Ausdruck. Unter der Regie von Chester Erskine überzeugt sie in ANDROKLES UND DER LÖWE (1952) nach dem Bühnenstück von George Bernard Shaw. An der Seite von Spencer Tracy spielt sie in THEATERFIEBER (1953) eine Tochter, die unbedingt Schauspielerin werden will. Der von George Cukor inszenierte Film bietet eine genaue Milieustudie armer Leute um 1900 und zudem hervorragende schauspielerischen Leistungen.

Mit ihren wenigen Filmen Anfang der 50er Jahre hat es die Schauspielerin zum Hollywood-Star geschafft. Sie steht mit den anerkanntesten Schauspielern der Filmmetropole vor der Kamera. Mit Richard Burton ist sie in DAS GEWAND (1953) zu sehen, einem der ersten CinemaScope-Filme, gedreht von Henry Kostner. Prächtige Massenszenen und zahlreiche Spezialeffekten zeichnen den Film aus. Jean Simmons gibt die junge Freundin Napoleons, Tochter eines Marseiller Kaufmanns, in dem melodramatischen Kostümfilm DESIREE (1954) , der von Marlon Brando gespielt wird. Neben der sorgfältigen Ausstattung des Films sind es besonders die zwei Hauptdarsteller, die treffend die historischen Figuren zeichnen und für den hohen Unterhaltungswert des Films sorgen. Paul Newman, Gregory Peck, Burt Lancaster und Kirk Douglas zählen zu ihren weiteren Filmpartnern. Die wichtigsten Regisseure drehen mit ihr: sie arbeitet mit Michael Curtiz zusammen; William Wyler besetzt sie in dem Western WEITES LAND (1958) als pragmatische und hart arbeitende Julie Maragon. Ihre Darstellung ist auch heute noch überaus sehenswert. Durch Klugheit und Opferbereitschaft erringt sie erst nach und nach das Herz des Helden und der Zuschauer, dann aber richtig. Danach spielt sie die weibliche Hauptrolle in SPARTACUS (1959) von Stanley Kubrick. Auch hier ist absolut nachvollziehbar, warum sich der Sklavenführer in die stille Schönheit verliebt.

Ein Höhepunkt ihrer Laufbahn wird der anspruchsvolle Film BEVOR DIE NACHT ANBRICHT (1958) unter der Regie von Mervyn LeRoy. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die durch Familienintrigen bewußt in die Rolle der Geisteskranken gedrängt wird. Sie muß sich selbst durchkämpfen und ihre Gesundheit sich und anderen beweisen. Das sensible und sensitive Spiel von Jean Simmons erregt bei den Kritikern Aufmerksamkeit. Erregend intensiv und auf eine ganz einige Weise gelingt es der Schauspielerin, den Abgrund, vor dem sich die Protagonisten befindet, für den Zuschauer fühlbar zu machen. Auch in ELMER GANTRY (1959) von Richard Brooks überzeugt die Darstellerin, diesmal an der Seite von Burt Lancaster. Sie gibt Schwester Sharon Falconer, die Geliebte des Wanderpredigers Elmer Gantry, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Zweimal wird die Schauspielerin für den Oscar nominiert, erhält ihn aber nie. Mehrmals kommen auch Golden Globe-Nominierungen dazu, aber nur einmal kann sie den Preis als Beste Schauspielerin mit nach Hause nehmen für ihre Darstellung in dem Musical SCHWERE JUNGEN - LEICHTE MÄDCHEN (1955) von Joseph L. Mankiewicz. In der schwungvollen Komödie steht sie nochmals mit Marlon Brando vor der Kamera. Als Berufsspieler Sky Masterson wettet er mit einem Freund um 1000 Dollar, daß er es schafft, Sarah Brown, eine Frau von der Heilsarmee, zu verführen. Besonders gelobt werden neben der attraktiver Besetzung der Witz des Films.

Seit Ende der 60er Jahre arbeitet Jean Simmons fast nur noch für das amerikanische und englische Fernsehen; selten ist sie auf der großen Leinwand zu sehen. In den 80er Jahren feiert sie große Erfolge in verschiedenen TV-Mehrteilern wie "Die Dornenvögel" (1983) und "Fackeln im Sturm" (1986). In dem imposanten britischen Fernsehfilm "Der Fremde am Strand" (1988) ist sie als Tante Mary an der Seite von Anthony Hopkins und Trevor Howard zu sehen.

In erster Ehe ist Jean Simmons mit dem Schauspieler Stewart Granger verheiratet. Beide haben sich bei Dreharbeiten zu dem Film MR. EMMANUEL (1944) kennen und lieben gelernt. Das Schauspielerpaar siedelt in den 50er Jahren gemeinsam nach Hollywood. Nach der Scheidung heiratet sie 1960 den Regisseur Richard Brooks, der auch einige Filme mit ihr als Hauptdarstellerin fertigstellt. 1977 läßt sie sich von ihrem zweiten Ehemann scheiden.

Jean Simmons stirbt am 22. Januar 2010 in ihrem Haus im kalifornischen Santa Monica.

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Autorin: Ines Walk

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