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Audrey Hepburn

Audrey Hepburn
Darsteller

* 04. Mai 1929
Brüssel
Belgien
† 20. Januar 1993
Tolochenaz (bei Lausanne)
Frankreich

AUDREY HEPBURN • Biographie Seite 1/1

Audrey Hepburn schreibt mit 27 Filmen Geschichte. Sie wird zum Leinwandidol einer ganzen Generation: Ihre jugendliche Frische, Natürlichkeit und Unschuld fasziniert. Sie besitzt den erotischen Charme einer Kindfrau und verkörpert zugleich trotz ihrer äußerlichen Zerbrechlichkeit Selbstbestimmung. In Modefragen wird sie zur Trendsetterin, kreiert einen ganz eigenen Look mit Kurzhaarschnitt, Wickelbluse, Ballerinaschuhen und enganliegenden Hosen, bietet aber auch intellektuell-aristokratischen Eleganz und Grazie. Als ihre Zeit vor der Kamera vorbei ist, widmet sie sich den Kindern der Welt als UNESCO-Sonderbotschafterin.

Audrey Hepburn wird am 04. Mai 1929 als Edda van Heemstra Hepburn-Ruston in Brüssel, Belgien geboren. Ihre Mutter ist eine niederländischen Baronin, ihr Vater ein schottischer Bankier. Sie wird standesgemäß erzogen in einer Internatsschule in England. Nachdem ihr Vater mehr und mehr mit der faschistischen Ideologie sympathisiert und 1935 nach London geht, ist die Ehe der Eltern gescheitert. Nach der Scheidung 1938 lebt Audrey Hepburn zunächst bei dem Vater, nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ziehen sie und ihre Mutter nach Arnheim, Holland. Hier besucht sie das Musik-Konservatorium, nimmt Tanzunterricht. Ihre Mutter engagiert sich in der Widerstandsbewegung; Haus und Vermögen werden beschlagnahmt. Audrey Hepburn leistet als 12jähriges Mädchen erste Kurierdienste.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zieht die Familie nach Amsterdam. Audrey Hepburn konzentriert sich wieder auf ihre Tanzausbildung, will eine klassische Solotänzerin werden. Unterrichtet wird sie unter anderem von der Weißrussin Sonia Gaskell. In dieser Zeit kommt sie auch erstmals mit dem Film in Kontakt. Der holländische Dokumentarfilmer Charles Huguenot van der Linden dreht einen Werbefilm über einen jungen Mann, der die Traditionen und Landschaften Hollands entdeckt. In NEDERLANDS IN 7 LESSEN (1948) hat sie einen kleinen Auftritt, der zunächst ohne weitere Konsequenzen bleibt.

1948 kehren Mutter und Tochter nach England zurück. Um ihre Tanzausbildung bei Madame Marie Rambert am Mercury-Theatre zu finanzieren, nimmt sie Gelegenheitsarbeiten an: sie arbeitet als Büroangestellte, Französischlehrerin und Modell. Als sie erkennt, daß sie nicht das Talent zur Solotänzerin hat, nimmt sie ein Engagement im Musical "High Button Shoes" an. Neben ihrer nun mehr gesicherten Existenz durch regelmäßige Gagen - Auftritte hat sie unter anderem in "Sauce Tartare", "Sauce Piquante" und "Summer Nights" - nimmt sie Schauspielunterricht. Ihre kleinen Rollen machen die junge Tänzerin immer bekannter.

1950 entdeckt sie der italienische Regisseur und Produzent Mario Zampi, der ihr eine kleine Rolle in seinem Film WER ZULETZT LACHT (1951) gibt. Die 21jährige Schauspielerin spielt eine Zigarettenverkäuferin in einem Nachtclub. Ihre Rolle besteht aus einem Satz. Während sie abends auf der Theaterbühne tanzt, dreht sie am Tage kleine Rollen in unbedeutenden Filmen ab: MIT KÜCHENBENUTZUNG (1951) oder ONE WILD OAT (1951). Neben Alec Guinness sagt sie in DAS GLÜCK KAM ÜBER NACHT (1951) wieder einen Satz auf; ist 20 Sekunden im Bild. Aber ihre Ausstrahlung fällt auf. Darauf folgt der harmlose Klamaukfilm MUSIK IN MONTE CARLO (1951), der zugleich in englischer und französischer Fassung gedreht wird. In dem Spionagethriller DIE VERBLENDETEN (1952) unter der Regie von Thorold Dickinson erhält sie ihre erste Hauptrolle.

Die französische Schriftstellerin Colette sieht zufällig Audrey Hepburn und empfiehlt die junge Darstellerin für die Hauptrolle in ihrem Bühnenstück "Gigi". Audrey Hepburn, ein kaum bekanntes Starlet aus Großbritannien, erhält die Rolle in einer der wichtigsten Broadway-Produktionen - eine Sensation. Audrey Hepburn spielt diese Rolle 217mal, sie wird zur Schauspielerentdeckung des Jahres. Ihr Erfolg auf der Bühne sichert ihr den Einstieg ins Filmgeschäft. Der Regisseur William Wyler, bekannt als Entdecker zahlreicher junger Talente, engagiert sie für seine Romanze EIN HERZ UND EINE KRONE (1953). Audrey Hepburn spielt Prinzessin Anne, die in Rom Station macht, und der zahlreichen Bevormundungen müde ist. Sie nimmt Reißaus, hat aber vorher eine Beruhigungstablette eingenommen, und schläft nun auf einer Parkbank ein. Der amerikanische Reporter Joe Bradley (gespielt von Gregory Peck) hilft ihr. Als er ihre wahre Identität entdeckt, will er ein heimliches Porträt von der Prinzessin schreiben. Nachdem er sich in sie verliebt hat, nimmt er von seinem Plan abstand. Beide gehen nach ihrer Begegnung getrennte Wege, Prinzessin Ann selbstbewußter. Das Filmmärchen wird zum Erfolg des Jahres. Audrey Hepburn erhält für ihre erste Hollywood-Rolle einen Oscar als Beste Darstellerin. Sie sollte zum Leinwandidol einer ganzen Generation werden: Ihre jugendliche Frische und Unschuld fasziniert; sie besitzt den erotischen Charme einer Kindfrau und verkörpert zugleich trotz ihrer Zerbrechlichkeit sexuelle Selbstbestimmung.

Es folgen Filme, in denen Audrey Hepburn die Rolle der jugendhaften Frau verkörpert. In SABRINA (1954) von Billy Wilder ist sie an der Seite von Humphrey Bogart zu sehen. Als Sabrina Fairchild, Tochter eines Chauffeurs reicher Amerikaner, ist sie unglücklich in den leichtlebigen Sohn des Hauses verliebt. In Paris meistert sie eine Haushaltsschule, um die Liebe zu vergessen. Zurückgekehrt nach Hause lernt sie nach einigen Verwicklungen den Sohn Linus, einen nüchternen Geschäftmann, schätzen und lieben. Nochmals arbeitet sie mit dem Regisseur in ARIANE - LIEBE AM NACHMITTAG (1957) zusammen. Sie gibt die Tochter eines Privatdetektivs, die sich in einen amerikanischen Playboy (verkörpert von Gary Cooper) verliebt. Sie warnt ihn vor einem wütenden Ehemann, der ihn erschießen will und erfindet, um auf sich aufmerksam zu machen, zahlreiche andere Männer. Ihr Vater hat allerdings einiges gegen die Liebesbeziehung. Dazwischen spielt sie in dem historischen Monumentalstreifen KRIEG UND FRIEDEN (1956) unter der Regie von King Vidor die junge, patriotische Prinzessin Natascha Rostow. Hier gelingt ihr eine eindrucksvolle Charakterstudie.

Der Regisseur Stanley Donen inszeniert sie in seinen Filmen zur Märchenprinzessin per excellence. In EIN SÜßER FRATZ (1957) verwandelt sie sich von einer armen, unscheinbaren Buchhändlerin in eine attraktive Frau, die als neuer Frauentyp entdeckt wird und in die sich der Modefotograf (gespielt von Fred Astaire) verliebt. Unter der Regie von Mel Ferrer spielt sie in TROPENGLUT (1958) ein naives Waldmädchen, daß von einem amerikanischen Goldsucher angehimmelt wird. Eine ihrer wichtigsten Rollen wird jene der Gabrielle van der Mal in GESCHICHTE EINER NONNE (1959) von Fred Zinnemann, einem belgischen Mädchen, die sich einem strengen Orden anschließt mit dem Traum, im Kongo als Krankenschwester zu arbeiten. Auf dem Weg dahin muß sie zahlreiche Lehren ziehen und kehrt schließlich, nachdem sie mehrmals mit der kirchlichen Autorität in Konflikt geraten ist, in ein normales Leben zurück. Ihr Ausflug ins Western-Genre DENEN MAN NICHT VERGIBT (1960) von John Huston bleibt eine Ausnahme.

Auch in MY FAIR LADY (1964) von George Cukor wird sie von einem Blumenmädchen zur Lady umerzogen. Der Film FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY (1961) wird zum Kult. Regisseur Blake Edwards inszeniert eine junge Frau, die äußerlich als lasterhaft erscheint, aber innerlich unberührt und rein ist. Eine ganz andere Rolle verkörpert sie in dem William Wyler-Film INFAM (1961). Sie gibt Karen Wright, eine junge Lehrerin, die von Schulmädchen beschuldigt wird, mit ihrer Kollegin (gespielt von Shirley MacLaine) in einer lesbischen Beziehung zu leben. Das Gerücht zerstört das Leben der beiden jungen Frauen. In dem Thriller WARTE, BIS ES DUNKEL IST (1967) von Terence Young gibt sie eine blinde Frau, die sich dreier Gangster erwehren muß. Auch in ZWEI AUF GLEICHEM WEG (1966) kommt eine andere Audrey Hepburn zum Vorschein: eine reife Frau, die empfindsam ihrer Ehe Revue passieren läßt.

1967 zieht sich die Schauspielerin aus dem Filmgeschäft zurück, um sich ganz ihrer Familie zu widmen. Mitte der 70er Jahre kehrt sie nach neun Jahren auf die Leinwand zurück, spielt an der Seite von Sean Connery in ROBIN UND MARIAN (1975) die altgewordene Jugendliebe von Robin Hood. Aber ihre zweite Filmkarriere startet nicht durch; ihre Zeit ist vorbei. In ihrer letzten Rolle in ALWAYS (1989) von Steven Spielberg spielt sie einen Engel. Der ist sie für zahlreiche Kinder. Neben ihrer Schauspielarbeit ist Audrey Hepburn seit 1988 als UNESCO-Botschafterin tätig, bereist zahlreiche afrikanische, asiatische und lateinamerikanische Länder, sammelt Spenden für die Kinder der Welt.

Neben ihrer Filmarbeit steht Audrey Hepburn auch auf der Theaterbühne. an 1957 übernimmt sie zudem Arbeiten beim Fernsehen. 1956 heiratet die Schauspielerin ihren Kollegen Mel Ferrer. Die Ehe wird nach 12 Jahren geschieden. Gemeinsam haben sie einen Sohn. 1969 heiratet sie den italienischen Psychologen Dr. Andrea Dotti. Auch sie haben einen gemeinsamen Sohn. Die Ehe wird 1982 geschieden. Mit Robert Wolders lebt sie bis zu ihrem Lebensende zusammen. 1992 wird Krebs bei ihr festgestellt. Am 20. Januar 1993 stirbt Audrey Hepburn bei Lausanne.

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