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Shirley MacLaine

Shirley MacLaine
Darsteller

* 24. April 1934
Richmond (Virginia)
USA

SHIRLEY MACLAINE • Biographie Seite 1/1

Die Frauenrollen, die Shirley MacLaine in ihren bisher mehr als 60 Filmen spielt, sind voller Lebenslust. Häufig ist diese gepaart mit Charme und Chaos zugleich. Sie ist manchmal zickig, dauernd etwas aufgedreht, aber immer überaus liebenswert. Betitelt als "charmante Nudel", "verrücktes Huhn", "Vollblutkomödiantin" wirkt sie heute in ihren Filmen, in denen sie häufig die schrullige Alte geben muß, munterer und dynamischer als so manche junge Schauspielerin.

Shirley MacLaine wird am 24. April 1934 in Richmond (Virginia) als Shirley MacLean Beaty geboren. Ihre Mutter, Schauspiellehrerin, nennt sie nach dem Kinderstar Shirley Temple. Der Vater ist Lehrer schottisch-irischer Abstammung. Ihr Bruder ist drei Jahre jünger und nennt sich später Warren Beatty, wird ebenfalls ein bekannter Schauspieler in Hollywood. Schon mit zwei Jahren erhält sie Ballettunterricht. Mit 16 Jahren tritt sie erstmals öffentlich auf, zunächst als Chorsängerin. Schnell startet sie eine Karriere am Broadway als Tänzerin und Sängerin in verschiedenen Musicals, unter anderem tritt sie in den Musicals "Oklahoma" und "The Pajama Game" auf.

Mitte der 50er Jahre wird sie vom Hollywood-Produzenten Hal Wallis unter Vertrag genommen. Ihr Filmdebüt gibt sie in der schwarzen Alfred Hitchcock-Komödie IMMER ÄRGER MIT HARRY (1955). Shirley MacLaine ist die junge Witwe Jennifer, die zu jenen Personen gehört, die den Körper von Harry mehrmals ver- und wieder ausgraben. In der Folge wird die Darstellerin auf komische Rollen festgelegt. Sie spielt die Bessie Sparrowbrush an der Seite von Jerry Lewis und Dean Martin in der Komödie MALER UND MÄDCHEN (1955). Ihr komisches Talent wird Jahre später von Billy Wilder weiter gefördert: DAS MÄDCHEN IRMA LA DOUCE (DAS MÄDCHEN IRMA LA DOUCE Trailer) (1963) und DAS APARTMENT (1960) gehören zu ihren besten Arbeiten. Gemeinsam mit Jack Lemmon steht sie in beiden Filmen vor der Kamera. Für ihre Darstellungen erhält die Schauspielerin jeweils einen Goldenen Globe.

Der Regisseur Vincente Minnelli gibt die Schauspieler eine dramatische Rolle, entdeckt ihre Begabung als Charakterdarstellerin. In dem Melodram VERDAMMT SIND SIE ALLE (1958) spielt sie an der Seite des Showstar Frank Sinatra, der als desillusionierter Dave Hirsh eine seiner besten darstellerischen Leistungen zeigt. Ebenso sehenswert ist Shirley MacLaine als vom Pech verfolgtes Flittchen Ginny Moorhead. Sie erhält eine Oscar-Nominierung. Mit dem Schauspieler verbindet sie eine langjährige Freundschaft. Shirley MacLaine ist die einzige Frau, die in der als Rat Pack berüchtigten Männerrunde um Frank Sinatra und Dean Martin als gleichwertig nicht nur geduldet wird.

In INFAM (1961) von William Wyler spielt sie gemeinsam mit Audrey Hepburn. Sie geben zwei Lehrerinnen, die infolge übler Nachrede in den Ruf geraten, lesbisch zu sein. Ihr bisherigen Leben verändert sich dadurch radikal und zerbricht daran. Der Film wird für insgesamt fünf Oscars nominiert. Die unzüchtigen Nonne und Verführerin von Clint Eastwood spielt sie in Don Siegels Film EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER (1969). In VERZWEIFELTE MENSCHEN (1971) überzeugt sie als frustrierte Ehefrau Sophie Bentwood und erhält dafür einen Silbernen Bären auf der Berlinale. Eine ihrer dramatischen Altersrollen gibt sie in MADAME SOUSATZKA unter der Regie von John Schlesinger. Shirley MacLaine spielt hier eine gebieterische, aber aufrichtig Klavierlehrerin, die ein 15-jähriges Talent vor dem zu frühen Versagen retten will.

Fünfmal wird die Schauspielerin für den Oscar nominiert, bis sie ihn 1983 endlich erhält. In einer Mischung von kesser Komödie und sensiblem Melodram gibt sie in ZEIT DER ZÄRTLICHKEIT (1983) von James L. Brooks die kratzbürstige Film-Mutter von Debra Winger. Auch in der Fortsetzung JAHRE DER ZÄRTLICHKEIT (1997) überzeugt die Schauspielerin. In dem Melodram MAGNOLIEN AUS STAHL (1989) gibt sie einmal mehr die schrullige Alte, die unter einer rauhen Schale immer auch ein großes Herz verbirgt.

Shirley MacLaine ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch in anderen Bereichen aktiv. Mit Beginn der 60er-Jahre engagiert sie sich politisch; ist Mitglied der Demokraten und demonstriert gegen den Vietnamkrieg und für Bürger-, besonders für Frauenrechte. Auf Einladung besucht sie Mitte der 70er Jahre China und dreht gemeinsam mit Claudia Weill den Dokumentarfilm THE OTHER HALF OF THE SKY: A CHINA MEMOIR (1975). Das Werk wird als Bester Dokumentarfilm für den Oscar nominiert. Zwischen 1970 und 1985 schreibt die Schauspielerin diverse Bände ihrer Memoiren. Sie interessiert sich stark für Esoterik und gibt zu dem Thema Lebensweisheiten heraus. Mit Auftritten als Showstar und Tänzerin feiert sie in der ganzen Welt Triumphe. 1994 erntet sie bei ihrer Europatournee "Singing-Dancing-Musical-Revue - Shirley MacLaine live" großen Applaus. Im Alter von 65 Jahren realisiert sie ihren ersten Spielfilm als Regisseurin: BRUNO (2000). Zahlreiche Ehrungen hat die Schauspielerin erhalten, unter anderem 1999 den Goldenen Bären für ihr Lebenswerk bei den Filmfestspielen in Berlin.

1954 heiratet Shirley MacLaine Steve Parker. Die Ehe hält mehr als 30 Jahre. 1982 lassen sie sich scheiden. Beide haben eine gemeinsame Tochter Sachi Parker (* 1956), die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet.

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