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Judi Dench

Judi Dench
Darsteller

* 09. Dezember 1934
York
Großbritannien

JUDI DENCH • Biographie Seite 1/1

Schauspielerin Judi Dench ist aus dem britischen und dem internationalen Filmgeschäft nicht mehr weg zu denken. Dabei will sie als junges Mädchen eigentlich Designerin werden, wird stattdessen jedoch eine der erfolgreichsten britischen Theaterschauspielerinnen. Auch Hollywood hat sie längst von sich überzeugt. Ihre Zeit am Theater hat sie für immer geprägt, die anerkannte William Shakespeare-Darstellerin fühlt sich in klassischen wie auch in zeitgenössischen Rollen wohl.

Judi Dench wird als Judith Olivia Dench am 9. Dezember 1934 in York, England geboren. Ihr Vater, der Arzt Dr. Reginald Dench und ihre Mutter Eleanora Olave Dench sind begeisterte Laienschauspieler am lokalen Theater. Von ihren vier älteren Geschwistern stehen ihre Brüder Peter und Jeffrey ebenfalls auf der Theaterbühne. Ihre Eltern nehmen sie das erste Mal mit ins Theater als sie vier Jahre alt ist. Ein Jahr später steht das junge Mächen dann zum ersten Mal selbst auf der Bühne und spielt eine Schlange. Als Judi Dench 13 Jahre alt ist, geht sie auf die Mount school in York und tritt mit der Theater-AG in verschiedenen Stücken auf, darunter "Ein Sommernachtstraum" und "Richard III." von William Shakespeare. Nach ihrem Schulabschluss studiert sie an der Central School of Speech and Drama in London.

Nach ihrem Abschluss an der renommierten Schauspielschule 1957 übernimmt sie mit der Ophelia ihre erste große Rolle "Hamlet"-Inszenierung des Bristol Old Vic Theatre. In den nächsten Jahren steht sie in verschiedenen Theaterproduktionen auf der Bühne und wird zu einer der besten Theaterschauspielerinnen Englands. Sie mimt viele Chraktere Shakespeares und ist Ensemblemitglied an der Royal Shakespeare Company, am Londoner National Theater sowie am traditionellen Old Vic Theatre. 1970 wird Judi Dench mit dem "Orden des Britischen Empire" für ihre Verdienste um das britische Theater ausgezeichnet. 1987 erhält sie den Laurence Olivier-Theaterpreis als "Schauspielerin des Jahres" und wird 1988 wird sie zur "Dame of the British Empire" ernannt.

Obwohl sie das Theater immer dem Film vorziehen wird, steht sie seit den 1960er Jahren auch vereinzelt vor der Kamera. Ihr Filmdebüt gibt sie in dem Film THE THIRD SECRET (1964) von Charles Crichton. Ein Jahr später spielt sie in James Hills Film SHERLOCK HOLMES' GRÖßTER FALL (1965), in dem die Geschichte von Jack the Ripper aufgegriffen wird. Nach DIE VIER GERECHTEN (1965) von Anthony Simmons für den sie einen den Britischen Filmpreis als vielversprechendste Nachwuchsdarstellerin erhält, steht sie drei Jahre später das erste Mal für eine Verfilmung eines Shakespeares-Stücks für Regisseur Peter Hall vor der Kamera. In SOMMERNACHTSTRAUM (1968) verkörpert sie Titania, eine Figur, die sie sie schon von ihrer Zeit am Theater kennt. Über zwanzig Jahre später folgt die nächste Shakespeare Verfilmung, HENRY V. (1989) unter der Regie von Kenneth Branagh. Weitere sieben Jahre später steht sie erneut für den Regisseur vor der Kamera und überzeugt diesmal als Hecuba in HAMLET (1996). Spätestens mit dem Film SHAKESPEARE IN LOVE (1998) unter der Regie von John Madden wird deutlich, wie sehr Judi Dench bei der Auswahl der Filme von ihrer Theaterzeit geprägt wird und wie sehr sie den britischen Nationalhelden William Shakespeare verehrt. Für die Darstellung der Königin Elisabeth erhält sie einen Oscar und den Britischen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin: einen Auftritt, der nur wenige Minuten dauert, sich aber für immer bei Zuschauern wie Kritikern einprägt.

Neben den Shakespeares-Verfilmungen ist Judi Denchs zweite Leidenschaft James Bond. Seit GOLDEN EYE (1995) unter der Regie von Martin Campbell mimt sie M, die Chefin des Geheimagenten 007. Judi Dench wundert sich selbst, dass sie bereits in sechs Filmen der Reihe mitgewirkt hat, wo sie doch eigentlich schon längst aufhören wollte. So bleibt sie weiterhin der Anker des Films und bewahrt den bekanntesten Geheimagenten der Welt immer wieder vor dummen Taten.

Seit Beginn der 1990er Jahre beweist Judi Dench, dass älter werden der Karriere nicht schadet. Sie überzeugt in der Romantikkomödie CHOCOLAT - EIN KLEINER BISS GENÜGT (2000) von Lasse Hallström und macht deutlich, dass sie sich nicht auf ein Genre festgelegt hat und in Komödien wie in Dramen gut aufgehoben ist. Dies beweist sie mit den Komödien ERNST SEIN IST ALLES (2002) von Oliver Parker und Stephen Frears LADY HENDERSON PRÄSENTIERT (2005). Letzterer verdeutlicht erneut, wie groß die Leidenschaft der Darstellerin fürs Theater ist. Sie verkörpert in diesem Film eine alte Dame, die ein heruntergekommenes Theater kauft und dieses wieder aufbauen will. In Dramen mimt sie meist altertümliche Personen, wie in dem Historienfilm IHRE MAJESTÄT MRS. BROWN (1997) für den sie erneut für John Madden vor der Kamera steht und die englische Königin Victoria verkörpert, die nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Diener anfreundet. Diese Darstellung bringt ihr einen Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin ein.

Auch in Joe Wrights STOLZ UND VORURTEIL (2005) beweist sie, wenn auch nur mit einer kleinen Rolle, wie sehr diese Charaktere zu ihr passen. In TEE MIT MUSSOLINI (1999) des italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli und TAGEBUCH EINES SKANDALS (2006) (TAGEBUCH EINES SKANDALS (2006) Trailer) von Richard Eyre stellt sie ebenfalls Charaktere dar, die nicht als modern und zeitgenössisch zu bezeichnen sind. Vielleicht gerade deshalb überzeugt Judi Dench hier erneut. Aber auch durch die Verkörperung zeitgenössischer Figuren beweist Judi Dench, wie in SCHIFFSMELDUNGEN (2001) von Lasse Hallström mit dem sie bereits CHOCOLAT - EIN KLEINER BISS GENÜGT (2000) produziert, dass sie eine geachtete Schauspielerin ist. Für ihre Darstellung der an Alzheimer erkrankten Schriftstellerin Iris Murdoch in Richard Eyres IRIS (2001) erhält die starke Charakterdarstellerin 2001 einen weiteren Britischen Filmpreis in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Neustes Projekt von Judi Dench ist das Drama RAGE (2008) von Sally Potter, welches auf der Berlinale 2009 seine Uraufführung feiert und voraussichtlich in diesem Jahr auf der großen Leinwand zu sehen sein wird.

Neben ihren Auftritten auf der großen Leinwand ist Judi Dench vor allen in den 1970er und 1980er Jahre, aber auch später noch, immer wieder im Fernsehen zu sehen. Hier steht sie für verschiedene TV-Filme und Serien vor der Kamera. 1982 wird sie vom englischen Publikum für ihre Rolle in der Serie "A Fine Romance" zur "komischsten Frau im Fernsehen" gewählt. Im Jahr 2000 erhält sie einen Golden Globe sowie einen Britischen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie bzw. einem Fernsehfilm für THE LAST OF THE BLOND BOMBSHELLS (2000) von Gillies MacKinnon. Seit Ende der 1980er führt Judi Dench in verschiedenen Produktionen Regie. Außerdem lieh sie dem Känguruh in einem "Winnie the Pu"-Hörspiel ihre Stimme. Auch für den Film DIE KÜHE SIND LOS (2004) (DIE KÜHE SIND LOS (2004) Trailer) der Regisseure Will Finn und John Sanford ist sie als Synchronsprecherin tätig. 2008 erhält sie den Europäischer Filmpreis für ihr Lebenswerk.

1971 heiratet Judi Dench den Schauspieler Michael Williams. Ein Jahr später wird die gemeinsame Tochter Finty Dench geboren, die wie ihre Eltern Schauspielerin wird. Micheal Williams verstirbt 2001 an Lungenkrebs.

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Autor: Anna Kontny
Stand: Februar 2009

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